Donnerstag, 21.11.2019

|

So können nicht nur Pegnitzer Heizkosten sparen

Nachhaltig im Haushalt: Örtliche Energieexperten geben viele praktisch umsetzbare Tipps. - 04.11.2019 20:11 Uhr

Mit einigen Tipps kann man sich die Heizung in der kalten Jahreszeit sparen. © Friso Gentsch (dpa)


"Hunderterlei" Möglichkeiten fielen ihm da ein, sagt Peter Ille. Er ist Geschäftsführer beim Bund Naturschutz (BN) im Kreisverband Bayreuth. Zuallererst nennt er die Mobilität: "Man sollte auf möglichst viele Autofahrten verzichten.

Auch Flugreisen sind eine große Einsparmöglichkeit für Schadstoffe", erklärt Ille. Stichwort Schadstoffe: Die könne man auch einsparen, indem man sich fleischreduziert oder vegetarisch ernähre. Noch besser: Eigenes Gemüse und Obst anbauen oder auf regionale Produkte setzen.

Staubsaugen kostet Strom

Auch sein Vereinsvorsitzender Thomas Knauber, der den Naturschützern im Landkreis vorsteht, hat viele Tipps für den eigenen Haushalt: "Den Staubsauger nur dann aufdrehen, wenn es sein muss! Eine Stunde Staubsaugen schluckt so viel Strom, dass man auch eine Woche lang alle Lichter im Haus brennen lassen kann." Auch brauche man das erste Stockwerk überhaupt nicht zu heizen – die Wärme steige sowieso aus dem Erdgeschoss nach oben.

Zum Stichwort Wärme hat Knauber noch einen Tipp: "Kalt duschen ist super. Das härtet enorm ab. Seit ich das mache, halte ich jede Kälte aus." Wer die einmal erzeugte Wärme halten will, dem empfiehlt Knauber eine Schlange aus Wolldecken vor den Türen.

Die sollen helfen, den Zug zu begrenzen. Besonders viel heizen muss Knauber wohl sowieso nicht: Wenn er sich mal zum Fernsehen auf das Sofa setzt, dann in dicken Schafwollpantoffeln und Wolldecken aus Nepal. "Die sind spitze, dünn und warm", erklärt der Vorsitzende.

Bei der Beleuchtung sind sich die beiden Naturschützer uneins: Während Knauber LED-Lampen für schädlich hält, sieht Geschäftsführer Ille sie als die "Lichtquellen der Zukunft". Auch Energieberater und Diplom-Ingenieur Werner Braun ist zwiegespalten: "Der Aufwand für die Herstellung von LED-Lampen ist recht hoch. Gleichzeitig sparen sie Energie: Eine heute 60-Watt-LED leuchtet so, wie früher eine herkömmliche 80-Watt-Lampe." Als Zukunftsbeleuchtung will er sie nicht bezeichnen. "Das sollen andere beurteilen", sagt Braun. Er erinnert an das Aufkommen der Halogen-Lampen. "Die hielt man auch mal für die Zukunft. Wir sind hier noch nicht am Ende der Fahnenstange."

Kleinere Töpfe

Auch Braun hat einige Ideen für Nachhaltigkeit im Alltag: in kleinen Töpfen und auf kleinen Platten kochen. Bei Elektroherden könne man die Restwärme nutzen und die Platten frühzeitig ausschalten.

Auf der anderen Seite der Skala müssen Kühltruhen weniger hart arbeiten, wenn sie an schon kühlen Orten stehen. Und, sowieso standardmäßig bei Nachhaltigkeitsratgebern: "Elektrogeräte sollte man nicht auf Standby laufen lassen", sagt Werner Braun. Stattdessen empfiehlt er, Computer, Fernseher und andere Geräte an Mehrfachsteckdosen zu hängen, die sich komplett abschalten lassen.

Die größten Möglichkeiten sieht der Ingenieur aber in den Gebäuden selbst: "Hier liegt ein großes Potenzial, schließlich steht Wärmedämmung für Energiesparen." Und Naturschützer Knauber ergänzt: "Man muss die Hauswand isolieren, aber bio, mit Korkplatten. Styropor ist für die Gesundheit tödlich." Außerdem empfiehlt er, zur Isolierung Wände mit Ziegelstein und Hohlräumen zu bauen.

JULIAN SEIFERTH

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz