Sonntag, 05.04.2020

|

So schützen Auerbacher Supermärkte Kunden vor Corona

Mit teils weithin sichtbaren Maßnahmen schützen die Auerbacher Lebensmittelhändler Kunden wie Mitarbeiter. - 22.03.2020 18:21 Uhr

Gähnende Leere herrschte am Samstagnachmittag in den Auerbacher Supermärkten. Zum Schutz vor einer Ansteckung mit dem neuen Coronavirus haben die Geschäfte diverse Maßnahmen getroffen, die besonders bei Netto sofort ins Auge fallen.


Besonders deutlich wurde der Ausnahmezustand beim Einkaufsverhalten: Sind am Samstagnachmittag ansonsten die Lebensmittelmärkte meist gut frequentiert, beschränkte sich der Einkauf nun mehr oder weniger auf den Vormittag. So war am Nachmittag allgemein wenig los in den Supermärkten.

Dort sind mittlerweile schnell eine ganze Reihe von Schutzmaßnahmen ergriffen worden, die unter der Woche noch nicht überall zu sehen gewesen sind. So werden die Kunden nun in allen vier Auerbacher Supermärkten mit Plakaten und Schildern auf die durch die Corona-Pandemie veränderte Situation hingewiesen und an sie appelliert, sich an die empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen auch und gerade beim Einkaufen zu halten.

In den Märkten sitzen die Kassierer und Kassiererinnen mittlerweile hinter Schutzwänden aus Plexiglas oder PET-Verglasungsfolien. Sie sollen eine Ansteckung mit der Tröpfcheninfektion verhindern helfen. Hygienehandschuhe sind für die Mitarbeiter an der Kasse ohnehin schon obligatorisch geworden.

Am Auffälligsten sind die ergriffenen Schutzmaßnahmen beim Marken-Discounter Netto. Dort machen auffällige Klebebänder in gelb-schwarzer Signalfarbe auf die veränderte Situation deutlich aufmerksam. Nicht nur der sogenannte Spuckschutz ist unübersehbar, sondern auch die Markierungen auf dem Boden erinnern an den empfohlenen Mindestabstand von eineinhalb bis zwei Metern zwischen den Menschen an der Kasse.

+++Unter Quarantäne - der Podcast: Streaming-Tipps für die Zeit daheim

Ferner wird darauf hingewiesen, an den Verkaufsregalen den Mindestabstand einzuhalten. Das Einkaufen wird so in der einen oder anderen Situation zur Geduldsprobe, die man aber in diesen Tagen schon allein wegen der eigenen Gesundheit bereitwillig aufbringen sollte.

Überall wird zudem das bargeldlose Zahlen empfohlen, auch wenn Wissenschaftler die Infektionsgefahr durch Geldscheine und Münzen als eher gering einschätzen. Dennoch wird das Zahlen mit der Bank- oder Geldkarte als sichere Zahlungsmethode hervorgehoben und man wendet sich an jene Kunden, die das können, sie auch zu nutzen.

Die sogenannten Backshops in den Märkten sind weiterhin in Betrieb. Dort liegen die Waren hinter Glas oder Plexiglas. Aber man kann ungehindert hineingreifen. Hinweisschilder appellieren zwar an die Kunden, Hygieneregeln einzuhalten, die bereitgestellten Plastikhandschuhe zu benutzen und bereits angefasste Ware nicht wieder ins Regal zurückzustellen. Das gilt zwar im Sinne der Hygiene auch zu normalen Zeiten, ist aber im Zeichen der Coronakrise mehr als angebracht. Allerdings: Kontrollieren tut das niemand, dazu sind die Supermärkte wohl gar nicht in der Lage.

+++Im Kampf gegen Coronavirus: Söder verteidigt Bayerns Alleingang+++

Der Auerbacher Aldi empfängt seine Kunden schon im Eingangsbereich mit dem Hinweis, dass nur haushaltsübliche Mengen an Lebensmitteln abgegeben werden, um Hamsterkäufe zu vermeiden. Das hat aber nicht verhindert, dass Klopapier immer noch gehortet wird und Psychologen landauf landab, nach Erklärungen dafür suchen. Ein Mitarbeiter eines Supermarkts erzählt, dass eine Palette Klopapier normalerweise mindestens einige Tage reiche. In diesen Tagen sei sie nach kurzer Zeit leer.

Netto hat darauf ebenfalls reagiert und erlaubt nur noch den Kauf von zwei Packungen Toilettenpapier pro Kunde. Trotzdem war auch hier das Regal gähnend leer. An den Nudelregalen merkt man ebenfalls deutlich, dass Nudeln gehamstert werden. Das betrifft unter anderem auch Reis. Eier waren am vergangenen Samstag ebenfalls Mangelware.

Obst und Gemüse liegt größtenteils weiter offen und unverpackt aus. Allerdings wäscht man Gemüse und Obst ja für gewöhnlich, bevor man es verzehrt. Die Empfehlung lautet aber dennoch: Gemüse kochen und Obst schälen, wenn man auf Nummer sicher gehen will. Aus Regierungskreisen gibt es Appelle, Lebensmittel nicht zu horten. Die Einzelhändler und ihr Verband versichern, dass die Versorgung mit Lebensmitteln nicht gefährdet sei, es nur in einzelnen Fällen zu Lieferverzögerungen komme. Hamsterkäufe seien unsolidarisch.

Bilderstrecke zum Thema

Ausgangsbeschränkung in Bayern: Das ist noch erlaubt

Seit Samstag (20. März) gelten in Bayern weitere Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die die Corona-Pandemie eindämmen sollen. Was trotz der sogenannten Ausgangsbeschränkung weiterhin erlaubt ist, haben wir in dieser Bildergalerie für Sie zusammengefasst.


Und sie haben noch einen anderen Effekt: Wer dringend ein bestimmtes Lebensmittel oder einen Hygieneartikel braucht, das andere horten, muss unter Umständen mehrere Supermärkte abfahren. Was der Ausgangsbeschränkung, die erreichen soll, dass sich Menschen möglichst wenig bewegen und begegnen, natürlich zuwider läuft.

Der Einzelhandelsverband empfiehlt Kunden zudem, auf Einkaufswägen zu verzichten und eigene Taschen oder Behälter mitzubringen, wenn nur kleinere Käufe anstehen. Denn auf den Plastikgriffen der Einkaufswägen können Viren laut Virologen unter Umständen einige Tage überleben. Das Tragen von Plastikhandschuhen biete da einen wirksamer Schutz für sich selbst. Und generell sollten nach dem Einkaufen natürlich die Hände gründlich mit Seife gewaschen werden.

KLAUS TRENZ

Seite drucken

Seite versenden


weitere Meldungen aus: Auerbach