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Solarpark bei Ortlesbrunn sorgt für Anpflanzungen

Bei Ortlesbrunn entstand auf Privatgrund ein 3,34 Hektar großes Solarfeld. - 04.06.2020 14:55 Uhr

Die Arbeiten an der Freiflächen-Photovoltaik-Anlage bei Ortlesbrunn sind im Endspurt. Die Geschäftsführer Vitus Hinterseher (r.) und Markus Oßner (3.v.l.) informierten Bürgermeister Neuß (3.v.r.). Im Bild Daniel Proksch (2.v.r.) von der MaxSolar GmbH sowie die Grundeigentümer Markus und Alfred Gmelch (v.l.).


Auf dem 7,5 Hektar großen landwirtschaftlichen Grundstück von Markus Gmelch entstand seit Anfang März eine Solaranlage mit über 16 700 Modulen. In diesen wird das Sonnenlicht eingefangen und in elektrische Energie umgewandelt.

Die Modulreihen sind etwa 3,34 Hektar groß und damit vergleichbar mit mehr als viereinhalb Fußballfeldern. Am westlichen Ortsrand von Ortlesbrunn werden sie in das 20 kV-Netz der Bayernwerk Netz GmbH eingespeist. Die Anlage mit einer Leistung von rund 5,7 Megawatt könnte rund 1600 Drei-Personen-Haushalte versorgen.

Bei einer Vorstellung des Projekts durch die beiden Geschäftsführer Vitus Hinterseher und Markus Oßner nannte Bürgermeister Joachim Neuß weitere beeindruckende Zahlen. In der Stadt können — wenn man alle regenerativen Energieträger addiert — 260 Prozent der Haushalte versorgt oder 76 Prozent des gesamten Energieverbrauchs im Gemeindegebiet abgedeckt werden. In "Silicon Brunn" sei man längst auf dem richtigen Weg, dankte Neuß auch Familie Gmelch, die das Grundstück zur Verfügung gestellt hat, für die Initiative.

Vor etwa 25 Jahren habe er in Norddeutschland Windparks gesehen. Die Idee, verstärkt auf erneuerbare Energie zu setzen, habe ihn nicht mehr losgelassen, sagte Alfred Gmelch. Seit zehn Jahren gab es zahlreiche Gespräche zum Thema Photovoltaik.

Dass die Betreibergesellschaft, die Neue Energie Werke 2 GmbH & CoKG aus Landshut, sich auch für den Naturschutz engagiert, freut den Landwirt. Als Ausgleichsmaßnahmen für die PV-Anlage werden 8200 Quadratmeter Hecken und 1300 Quadratmeter Blühwiese gepflanzt.

Zusätzlich wird laut Vitus Hinterseher ein 5000 Quadratmeter großer Wald mit Fichtenmonokultur zu einem Quellwald mit verschiedenen Baumarten umgestaltet. Zur Pflege der 7,5 Hektar großen Projektfläche ist eine extensive Beweidung durch Schafe vorgesehen.

Gespräche mit Schäfern aus der Region wurden bereits geführt, sagte Vitus Hinterseher. Ein elektrischer Weidezaun werde wegen des Wolfs noch zusätzlich installiert.

Die geplante Laufzeit des Solarparks liegt bei 25 bis 30 Jahren. Über unbefristete Bankbürgschaften wurde von den Investoren bereits ein Betrag für den Rückbau der PV-Anlage hinterlegt. Da der Südhang oberhalb von Ortlesbrunn eine günstige Lage für Solarstrom hat, wären auch die Installation neuer Module und eine Verlängerung der Laufzeit denkbar. Die Arbeiten befinden sich aktuell im Endspurt.

Durch die Corona-Krise hatte sich die Montage verzögert, da die in China produzierten Module zeitweise nicht geliefert wurden. Grundeigentümer Markus Gmelch freut sich, dass recycelbare Module Verwendung fanden. "Das war uns wichtig."

Bis Ende Juni soll die Anlage an das Netz genommen werden, hoffen die Geschäftsführer. Die beiden Männer sind bayernweit tätig, um die Energiewende voranzubringen. "Die Zusammenarbeit ist nicht überall so gut wie hier mit Familie Gmelch und der Stadt Auerbach."

BRIGITTE GRÜNER

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