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Sonderprogramm für Kneippanlagen in Pottenstein und Waischenfeld

Zum 200. Geburtstag von Sebastian Kneipp gibt es Geld für die touristische Infrastruktur - 28.04.2021 14:55 Uhr

Die Kneippanlage im Oberen Püttlachtal besteht schon seit 1993. Die Stadt Pottenstein erhält für Umbau und Modernisierung die Höchstförderung.

27.04.2021 © Archivfoto: Ralf Münch


Die ersten 19 Projekte können bereits jetzt realisiert werden. Zwei davon sind in Waischenfeld und Pottenstein. Insgesamt werden 106 Kneipp-Projekte mit insgesamt 1,5 Millionen Euro gefördert. 174 Anträge waren bis November vergangenen Jahres eingegangen.

Errichtung oder Umbau

"Die Kneippanlage im Oberen Püttlachtal erhält den Höchstförderbetrag in Höhe von 18  000 Euro", sagt Pottensteins Bürgermeister Stefan Frühbeißer. Damit werde die bestehende Anlage mit einem Gesamtaufwand von rund 30  000 Euro komplett saniert. Unterstützt werden mit dem Förderprogramm Gemeinden bei der Errichtung, Erweiterung, Instandsetzung, dem Umbau und der Modernisierung von öffentlich zugänglichen Kneipp-Anlagen, die von den Gästen kostenfrei genutzt werden können, so Frühbeißer weiter.

Die Höhe der Förderung hänge davon ab, wie viel die Gemeinde in die Kneipp-Anlage investiere. "Der Förderbetrag ist gestaffelt. Die Eigenbeteiligung beträgt mindestens zehn Prozent. Das Sonderprogramm basiert auf den Richtlinien zur Förderung von öffentlichen touristischen Infrastruktureinrichtungen (RÖFE)", erklärt der Bürgermeister.

Da der Zugang zu der Kneipp-Anlage im Oberen Püttlachtal frei ist, gebe es allerdings keine genauen Zahlen zu den Besuchern. Die Kneippanlage besteht in dieser Form seit 1993. Schon viele Jahre vorher bestand die Möglichkeit, in der Püttlach entlang eines Geländers dem Kneipp-Treten nachzugehen.

"Grundsätzlich halte ich die Maßnahme für eine gute Idee, um die gesundheitlich sehr förderliche Nutzung von Kneippbecken zu attraktivieren und zu forcieren", sagt Waischenfelds Bürgermeister Thomas Thiem. Allerdings seien die behördlichen und gesetzlichen Regeln zum Bau von neuen Anlagen im Programm zu wenig beleuchtet, findet er. "Für neue Anlagen an Fließgewässern sind diese sehr hoch", so Thiem. Nach seiner heutigen Einschätzung eignet sich das Programm eher zur Ertüchtigung von bestehenden Anlagen, als zum Neubau von neuen Kneippbecken, vor allem, wenn diese an kleineren Fließgewässern liegen.

In Waischenfeld ist man noch in der Planungsphase für eine Kneippanlage. Der erste geplante Standort sei aufgrund von behördlichen Auflagen und der Besorgnis, dass in trockenen Sommern der Bachdurchfluss irgendwann nicht immer ausreicht, zurückgestellt worden, sagt der Bürgermeister. "Bei einem Bau der Anlage an dieser Stelle hätten wir voraussichtlich eine kleine, niedrige Staustufe benötigt, die behördlich kaum genehmigungsfähig ist, da dann die Gewässerdurchgängigkeit für Fische nicht mehr gewährleistet ist." Eine Fischtreppe oder ein Bypass für Fische sei von den Kosten her für ein derartiges Projekt zu aufwändig. "Außerdem wurde uns vom Landratsamt und Wasserwirtschaftsamt signalisiert, dass wir ein sehr umfangreiches Genehmigungsverfahren anstreben müssten, um an der geplanten Stelle das Vorhaben zu verwirklichen", so Thiem weiter.

Ursprünglich hatte Waischenfeld mit einer einfachen Variante geplant und wollte dafür rund 12  000 Euro – bei 9000 Euro Förderung durch das Programm – ausgeben. "Da wir aber jetzt ein Fachbüro einschalten mussten wegen der behördlichen Anforderungen, um an einer anderen als der ursprünglich geplanten Stelle das Vorhaben wahrscheinlich verwirklichen zu können, sind die neuen Gesamtkosten aufgrund der völlig neuen Konstellation noch nicht abschätzbar", sagt Thiem. Sobald belastbare Daten vorliegen, werde man im Stadtrat eine Entscheidung über den Fortgang des Projektes Am Zeubach treffen. Fakt sei aber, dass aufgrund der nicht einfachen finanziellen Lage der Stadt keine sehr hohen Summen an Eigenmitteln investiert werden können.

Der Entschluss für eine Kneippanlage sei gefallen, weil man damit die Chance gesehen habe, als Luftkurort ein öffentlich zugängliches Kneippbecken zu schaffen und dies mit eigentlich überschaubaren Eigenmitteln. "Auf das Thema ,Schaffung einer Kneippanlage im öffentlich zugänglichen Bereich‘ wurden wir von Bürgern auch schon angesprochen", so Bürgermeister Thomas Thiem, "wir versuchen immer Chancen zu nutzen, die unsere Stadtgemeinde für Einheimische und für Gäste attraktiver zu machen und um damit die Lebensqualität erhöhen."

FRAUKE ENGELBRECHT

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