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Sparkasse zieht Bilanz: Boom beim Wohnungsbau hält an

Bei der Sparkasse erzielte das Kredit- und Einlagengeschäft neue Höchstwerte - 28.03.2021 12:55 Uhr

Zogen für die Sparkasse Bayeruth Bilanz: Die Vorstände Wolfgang Hetz und Wolfram Münch (von links).

26.03.2021 © Foto: Thomas Koehler/Sparkasse


"Klassisches Bankgeschäft zu betreiben, ist schon lange nicht mehr einfach. Doch 2020 stellte uns alle vor vollkommen neue Herausforderungen – den Umgang mit einer Pandemie. Ein Jahr, das alles in den Schatten stellte. Das Coronavirus veränderte in kurzer Zeit alle bisherigen Prioritäten und forderte ein völlig anderes Denken und Handeln", so Wolfram Münch, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bayreuth. "Wir sind mit dem abgelaufenen Jahr so zufrieden, wie man es unter diesen Rahmenbedingungen sein kann."

Das Kundengeschäftsvolumen mit Einlagenbeständen, Krediten und Wertpapieren summierte sich im Geschäftsjahr 2020 auf rund 4640 Millionen Euro. Dies entspricht einem Plus von etwa 295 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr, erklärt der Vorstandsvorsitzende Wolfram Münch. Die Bilanzsumme entwickelte sich durch das enorme Wachstum im Einlagen- und Kreditbereich überdurchschnittlich positiv. Sie beträgt 2817 Millionen Euro und ist gegenüber dem Vorjahr um 217 Millionen Euro oder 8,4 Prozent gewachsen.

Sparen statt Konsum

Der Zuwachs bei den Kundeneinlagen setzte sich auch 2020 fort. Ein Treiber dafür war sicher der Konsumrückgang während der Pandemie. Am Jahresende zeigten die Kundeneinlagen eine Steigerung um 10,4 Prozent auf 2376 Millionen Euro. "Wir freuen uns sehr über das Vertrauen der Menschen in unsere Sparkasse."

Wolfram Münch: "Dabei dürfen wir aber nicht vergessen, dass jeder Euro an neuen Einlagen in der aktuellen Niedrig-, Null- und Minuszinsphase Kosten mit sich bringt, da wir, wenn wir das Geld bei der EZB wieder anlegen, keinen Ertrag dafür erzielen, sondern derzeit 0,5 Prozent Zinsen, das sogenannte Verwahrentgelt, bezahlen müssen."

Auch 2020 war wieder ein gutes Jahr an den Aktienmärkten. Die Anlage in Beteiligungswerten, ob direkt oder über Fonds, wählen immer mehr Kunden als Ertrag bringende Alternative zu "Fast-Nullzins-Anlagen", vor allem für die mittel- und langfristige Geldanlage. Das Depotvermögen der Kunden erhöhte sich so um 4,0 Prozent auf 668 Millionen Euro.

Der Bestand an Kundenkrediten summierte sich für 2020 auf 1596 Millionen Euro. Die Kreditzusagen an die heimische mittelständische Wirtschaft und private Investoren beliefen sich 2020 auf 317 Millionen Euro mit einem Zuwachs von rund 59 Millionen Euro (22,7 Prozent) im Vergleich zu 2019. Durchschnittlich reichte die Sparkasse pro Arbeitstag 1,3 Millionen Euro an neuen Krediten aus. Gemeinsam mit den Kunden gelang es der Sparkasse Bayreuth auch in dieser außergewöhnlichen Zeit immer, eine individuelle Lösung vom klassischen Kreditangebot über Fördermittel bis hin zur möglichen Tilgungsaussetzung zu finden. Vor allem auch für den unter Corona leidenden Mittelstand in unserer Region waren die Berater wichtige Ansprechpartner.

Die Pandemie bedingte Situation und die weiterhin niedrigen Zinsen beflügelten 2020 den Wunsch nach den eigenen vier Wänden. Ob Modernisierungsmittel, Sanierung oder Neubau: Die Sparkasse Bayreuth sagte Wohnungsbaukredite in Höhe von 176 Millionen Euro zu – ein Zuwachs von 40 Millionen Euro oder 28,9 Prozent gegenüber 2019.

Günstigste Konditionen schlugen dabei wieder die gestiegenen Immobilienpreise, so dass der Bestand an Wohnungsbaukrediten um 74 Millionen Euro (plus 9,9 Prozent) auf 821 Millionen Euro anwuchs.

Nach Abzug von Steuern und Bewertungsergebnis beträgt der Bilanzgewinn rund 500 000 Euro und entspricht in etwa dem Wert des Vorjahres. Der Betrag wird dem Eigenkapital zugeführt.

Ende 2020 nutzen 61,7 Prozent (plus 5,8 Prozent) der Privatkunden und 82 Prozent der Geschäftskun-den Onlinebanking. Die Pandemie schob die Digitalisierung zusätzlich an. So sind PCs, Tablets und vor allem Smartphones für viele Menschen nicht nur unentbehrliche Begleiter. Die Geräte verringern auch die Kontakte von Mensch zu Mensch.

Immer mehr Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte einfach und bequem von zu Hause oder unterwegs: Rund 14 900 Kunden nutzen täglich die Sparkassen-Apps, gut 24 400 User besuchen jeden Tag die Internetfiliale www.sparkasse-bayreuth.de. Im Durchschnitt loggt sich alle 3,5 Sekunden ein Besucher auf der Homepage der Sparkasse ein.

Auch vor der Thematik "Hygiene und Vorsicht" haben sich im abgelaufenen Geschäftsjahr die bargeldlosen Zahlungen per Sparkassen-Card, Smartphone oder Smartwatch drastisch gesteigert. Ebenso sind Zahlungen mit Apple Pay seit Anfang 2020 möglich. Fast 70 Prozent der Kunden bevorzugten die mobilen kontaktlosen Transaktionen, womit sich dieser Wert um 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr gesteigert hat. Die Bargeldabhebungen an den Geldautomaten im Geschäftsgebiet der Sparkasse Bayreuth nahmen aufgrund dieser Entwicklung in 2020 um rund ein Viertel (24,5 Prozent) ab.

Mit 38 Geschäftsstellen, davon 20 Mitarbeiter-besetzt, ist die Sparkasse Bayreuth in der Stadt und im Landkreis Bayreuth flächendeckend präsent. Sie stellt ihren Kunden 48 Geldautomaten bereit.

Zum Schutz ihrer Kunden und Mitarbeiter hat die Sparkasse frühzeitig umfangreiche Maßnahmen vor Ansteckung mit Corona getroffen. Wer zur persönlichen Beratung nicht in die Geschäftsstelle kommen will, der kann die telefonischen und digitalen Service- und Beratungsangebote nutzen.

461 Beschäftigte, darunter 16 Auszubildende, waren 2020 für Sparkassenkunden da. Damit reduzierte sich die Mitarbeiterzahl durch Altersteilzeitprogramme sowie natürliche Fluktuation um 15 Personen.

nn

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