Dienstag, 20.10.2020

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Stadt Pegnitz will Energieverbrauch senken

Das Cabriosol ist größter städtischer Energienutzer. Auch in Schulen und einer Wohnanlage ist Energiesparen Trumpf. - 15.10.2020 18:21 Uhr

Die höchsten Energieverbrauchswerte der städtischen Liegenschaften weist das Freizeitbad Cabriosol auf. Dieses war nach Brandsanierung und der Revision gerade erst wieder geöffnet worden.

© Foto: Archiv/Klaus Trenz


Dabei ging es um das Alte und Neue Rathaus, das Bürgerzentrum, die Grundschule, die Sammet-Schule, den Kindergarten Buchau, das Alte Schloss, die Feuerwehr Pegnitz, das Cabriosol und die Wohnanlage Blumenstraße. "Mit diesem kommunalen Energiemanagement lassen sich Abweichungen im zeitlichen Verlauf des Energieverbrauchs sowie Effizienzmaßnahmen dokumentieren", sagte Professor Markus Brautsch, der zusammen mit Johannes Pickl vom Amberger Institut die Ergebnisse präsentierte.

So lasse sich feststellen, wo Energiekosten und CO2-Emissionen eingespart werden können. Die Liegenschaften seien dazu mit entsprechender Software ausgestattet worden. Bisher sei die Verbrauchserfassung durch Rechnungen der Versorger oder Zählerstandablesungen in der Verwaltung archiviert worden.

Bei den städtischen Liegenschaften Wohnanlage Blumenstraße (Bild) und dem Alten Schloss fallen die thermischen und elektrischen Verbrauchsdaten nur sehr gering aus.

© Foto: Ralf Münch


Bei dem Monitoring jetzt seien die gemessenen Daten mit denen des Deutschen Wetterdienstes verglichen und ein Durchschnittswert ermittelt worden — der sogenannte witterungsbereinigte Heizenergiebedarf, so Brautsch weiter.

Der gesamte thermische Verbrauchswert der Pegnitzer Liegenschaften beträgt rund 4,5 Millionen Kilowattstunden. Der größte Teil — 55 Prozent — entfällt dabei auf das Cabriosol. An zweiter Stelle liegt die Sammet-Schule mit 17 Prozent. Die übrigen Anwesen liegen zwischen einem und sieben Prozent. Bei den meisten Objekten liegt der witterungsbereinigte Wärmeverbrauch deutlich über dem Richtwert, lediglich in der Wohnanlage Blumenstraße sind die Werte gleich.

Die elektrischen Verbrauchswerte betragen rund zwei Millionen Kilowattstunden im Jahr. Auch hier ist das Cabriosol Spitzenreiter mit 63 Prozent, gefolgt vom Eisstadion (23 Prozent) und der Sammet-Schule (sieben Prozent). Der Rest beläuft sich zwischen 0,2 und zwei Prozent. Auch hier liegt der Mittelwert deutlich über dem Richtwert. Besonders das Neue Rathaus sticht hervor, gefolgt vom Alten Rathaus und der Feuerwehr.

Das Amberger Institut hat besonders die Verbrauchskennwerte des Cabriosols untersucht. Hier ging es um die Strom- und Wärmeverbräuche bezogen auf die Beckenfläche. Hier liegt der Wärmeverbrauch mit 1782 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr unterhalb des Mittelwertes, aber über dem Richtwert. Und auch der Stromverbrauch liegt mit 813 Kilowattstunden zwischen Richt- und Mittelwert.

"Um weiteres Einsparpotenzial zu ermitteln, muss die aktuelle Datenbasis ausgebaut werden", erläuterte Brautsch.

Als mögliche Einsparungen nannte er bei der Grund- und der Sammet-Schule unter anderem die Umstellung der Beleuchtung auf LED. Bei der Sammet-Schule wäre außerdem ein Blockheizkraftwerk zur Eigenstromerzeugung eine sinnvolle Ergänzung. Im Kindergarten Buchau wird der Austausch der Beleuchtung und die Stilllegung der Warmwasserbereitung bereits umgesetzt.

Auch in der Wohnanlage Blumenstraße könne Energie eingespart werden. Brautsch nennt hier die Eigenstromerzeugung durch eine Photovoltaikanlage und Nutzung durch Wärmepumpen.

Detaillierter ging Brautsch auf das Cabriosol und Eisstadion ein. Hier erfolgt momentan die Wärmeversorgung über je zwei Hackschnitzelkessel und Erdgaskessel. Ein Nachteil sei, dass von der Kompressionskältemaschine im Eisstadion nicht die Abwärme genutzt werde.

Der Wärmeverbrauch in Höhe von gesamt 2,23 Millionen Kilowattstunden pro Jahr wurde zu 98 Prozent durch Hackschnitzel gedeckt. Der Stromverbrauch liegt bei 1,53 Millionen Kilowattstunden.

"Hier wäre ein Blockheizkraftwerk zur Eigenproduktion denkbar", so Brautsch. Man habe nun der Stadt mehrere Varianten vorgestellt. Dabei sei die Variante, die zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) mit 50 kW und einem neuen Biomassekessel, die wirtschaftlichste Lösung.

Einsparpotenziale vorhanden

Mit gut 784 000 Euro und einer möglichen Förderung in Höhe von 90 000 Euro, sagte er. Bei der Möglichkeit von Blockheizkraftwerken mit Absorptionskältemaschinen für die Eishalle wären die Investitionskosten unverhältnismäßig hoch. Außerdem gebe es hier kaum staatliche Förderung. "Was die CO2-Bilanz angeht, sind alle Varianten recht gut, weil Biomasse verwendet wird", erklärte Brautsch den Stadträten.

Zusammenfassend könne festgestellt werden, dass bei allen Liegenschaften Einsparpotenziale vorhanden seien, wenn auch manchmal nur geringe. Nun gelte es zu entscheiden, welche Maßnahmen umgesetzt werden.

"Es können jederzeit weitere Objekte zur Energiedatenerfassung angelegt werden", reagierte Brautsch auf die Frage von Susanne Bauer (GU). Man habe sich bisher auf die größten Gebäude spezialisiert, ergänzte Bauamtsleiter Manfred Kohl. Die Verhältnismäßigkeit müsse stimmen.

FRAUKE ENGELBRECHT

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