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Donnerstag, 29.10.2020

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Stadt Pegnitz will Öffnung der Bahnhofs-Wartehalle prüfen

Stadtrat soll sich mit Themenkomplex beschäftigen, "bevor es minus 40 Grad wird" - 15.10.2020 07:55 Uhr

Noch lassen es die Temperaturen zu am Bahnsteig zu warten. Sobald es kälter wird, können die Fahrgäste am Bahnhof Neuhaus/Pegnitz in den beheizten Wartebereich.

© Foto: Klaus Möller


Eine Verspätung um zehn Minuten zählt bei der Deutschen Bahn zwar noch nicht als Verspätung. Dennoch müssen die Fahrgäste warten. Vor allem, wenn die Tage wieder kürzer werden und die Temperaturen sinken, kann der Aufenthalt am Bahnsteig sehr unangenehm werden.

Der Wartebereich im Pegnitzer Bahnhof ist derzeit noch verschlossen für die Fahrgäste von Bus und Bahn. Damit die Stadt den Bahnhof für Reisende in der kalten Jahreszeit öffnen kann, muss der Stadtrat noch darüber entscheiden.


In Neuhaus/Pegnitz ist es daher möglich, im Innenbereich des Bahnhofs auf den Zug oder den Bus zu warten. Die Pegnitzer müssen hingegen an ihrem Bahnhof frieren, denn der Wartebereich ist dort nicht zugänglich.

Von Seiten der Stadt wurde in den vergangenen Jahren bisher argumentiert, dass für die Beheizung der Räume und die Reinigung Kosten anfallen würden, die sich letztendlich nicht rechnen.

Laut Bürgermeister Wolfgang Nierhoff sei das in Anbetracht der aktuellen Lage nicht einfacher geworden. "Jetzt zur Corona-Zeit müsste der Wartebereich dann sogar noch häufiger gereinigt werden", erklärte Nierhoff.

Genaue Kosten unklar

Um die anfallenden Reinigungs- und Heizkosten macht man sich in Neuhaus weniger Gedanken. Auf Nachfrage bei der Gemeinde konnten der Redaktion zwar keine genauen Zahlen genannt werden. Cornelia Jasper aus der Bau- und Grundstücksverwaltung schätzt die monatlichen Gesamtkosten jedoch auf einen niedrigen vierstelligen Bereich, etwa 1500 Euro "grob über den Daumen gepeilt". Der Wartebereich in Neuhaus ist von 6 Uhr am Morgen bis 18 Uhr am Abend für die Reisenden zugänglich. Auf- und abgeschlossen wird dieser von der Fahrdienstleitung der Bahn — umsonst.


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Im Innenbereich steht ein kleiner Kasten, ein sogenanntes Video-Reisezentrum von der Bahn. Dieses befinde sich jedoch nur vorübergehend im Bahnhofsgebäude. Es ist ein Versuchsmodell, für das die Gemeinde Neuhaus sogar etwas Geld erhält. Davon lasse sich der Wartebereich quasi auch finanzieren, so Jasper.

Bald auch in Pegnitz?

Bürgermeister Nierhoff würde eine Öffnung des Wartebereichs für Reisende im Pegnitzer Bahnhof begrüßen. Die Angelegenheit werde dem Stadtrat vorgelegt, der dann darüber entscheiden muss. Hierzu sollen allerdings noch einige Möglichkeiten geprüft werden. Etwa, ob es entsprechende Fördergelder gibt, ob ein Video-Reisezentrum, wie es auch in Neuhaus steht, auch für den Bahnhof Pegnitz eine Option sei. Oder ob gegebenenfalls auch die Ticketautomaten nach innen verlegt werden. Letzteres sei natürlich auch von der Bahn abhängig.

"Wir wollen das schon hinkriegen, aber möchten es einfach in einem Aufwasch prüfen", erklärt Nierhoff. Das sei der Grund, weshalb sich der Stadtrat noch nicht in der nächsten, sondern eher in der übernächsten Sitzung der Angelegenheit annehmen werde.

"Bevor es minus 40 Grad werden", scherzt der Bürgermeister.

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