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Startklar für das große Wasserspektakel

Die Nankendorfer rüsten sich für das Brühtrogrennen am kommenden Sonntag. - 08.08.2019 21:20 Uhr

Wer räumt in diesem Jahr beim legendären Nankendorfer Brühtrogrennen auf der Wiesent ab? Das Spektakel, das die Feuerwehr ausrichtet, ist schon seit Jahren ein Besuchermagnet.


Das Spektakel, das wieder die Feuerwehr veranstaltet, ist seit 1989 ein Zuschauermagnet. Viele Gäste aus Nah und Fern werden die Brühtrogkapitäne am Ufer wieder anfeuern, wenn sie mit ihren wackeligen Gefährten, in denen früher die Schweine nach dem Schlachten gebrüht wurden, über die Wiesent schippern. Das ein oder andere unfreiwillige Bad im Wasser ist da auch garantiert vorprogrammiert.

Das Brühtrogrennen in Nankendorf ist inzwischen zu einer Großveranstaltung geworden die auch weithin bekannt ist. Die Vorbereitungen zu diesem einmaligen Event in der Fränkischen Schweiz laufen bereits seit zwei Wochen auf Hochtouren, sagt Nankendorfs Feuerwehrchef Christian Görl, der auch die Veranstaltung wieder moderieren wird. Ein Team von etwa 40 Leuten, darunter auch Nichtmitglieder des Feuerwehrvereins, planen und arbeiten dann am Festtag auch mit, damit alles reibungslos über die Bühne geht. "Jeder ist für etwas anderes zuständig", sagt Görl.

Jeder hat eine Aufgabe

Die beiden Kommandanten der Wehr, Markus Bäuerlein und Marcus Orlet, sind beispielsweise für den Getränkeausschank und die Bar verantwortlich. Stefan Linhardt kümmert sich darum, dass genügend Bedienungen vorhanden sind und für Kaffee und Kuchen zeichnet Rainer Schilling verantwortlich. Er kümmert sich darum, dass die Ortsfrauen die etwa 50 Kuchen und Torten backen, die bei diesem Fest locker weggehen. Elke Gick bäckt mit ihrem Team die frischen fränkischen Küchla, etwa 300 Stück an der Zahl. Görl selbst kümmert sich neben seinem Job als Moderator zusammen mit Michael Trautner um das Essensangebot und um den Grill. Dass genügend Bratwürste und Steaks da sind. "Wir wenden inzwischen auch sehr viel Zeit für die Werbung auf", so Görl. Etwa 300 Plakate wurden von Mitgliedern der Wehr in der gesamten Fränkischen Schweiz aufgehängt. Im Wiesenttal oder in Ebermannstadt macht das ein Plakatierservice, der dafür aber auch bezahlt werden muss.

Mehr Auflagen

Die Auflagen für so eine Veranstaltung sind in den vergangenen Jahren gestiegen. Inzwischen gibt es einen ganzen Auflagenkatalog von der Stadt und dem Landratsamt, der erfüllt werden muss. So muss zum Beispiel jeder Teilnehmer des Rennes eine Schwimmweste tragen. Außerdem braucht die Feuerwehr jedes Jahr von der Regierung von Oberfranken eine Ausnahmegenehmigung, damit sie die Brühtröge überhaupt ins Wasser lassen darf. Das liest sich dann in etwa so: "Ausnahmegenehmigung für ein nicht zugelassenes Wasserfahrzeug mit dem auch gegen die Fließrichtung gefahren werden darf."

Seit rund zehn Jahren

"Diese Ausnahmegenehmigung brauchen wir seit ungefähr zehn Jahren. Zuvor hat da keiner danach gefragt", so Görl. Heute muss jedoch alles jedes Jahr neu beantragt werden. Die Bürokratie für diese Traditionsveranstaltung, die heute vielleicht so nicht mehr genehmigt werden würde, hat deutlich zugenommen.

Mit dem Brühtrogrennen hat es vor 29 Jahren begonnen, als Christian Görls Vater Berthold zusammen mit dem schon verstorbenen Konrad Poser überlegte, wie man das Grillfest der Feuerwehr attraktiver machen könnte damit mehr Gäste kommen. Und so kamen sie auf die Idee, zwei Brühtröge zu bauen um mit diesen die Wiesent entlang zu schippern.

Da für Sonntag schönes Wetter gemeldet ist, rechnet Görl mit mindestens 1500 Besuchern. Auch diejenigen, die sich trauen, in den Brühtrog zu steigen um selbst am Rennen teilzunehmen, wurden im Laufe der Jahre immer mehr. Vergangenes Jahr waren es 28 Teams, also insgesamt 56 Teilnehmer. Mehr geht auch kaum, da die Zeit des Rennens ja auf etwa drei Stunden begrenzt ist. Längst machen nicht nur Einheimische mit. Die Teilnehmer kommen inzwischen aus ganz Deutschland und auch aus dem benachbarten Ausland. Rechtzeitig zum Brühtrogrennen hat die Feuerwehr nun auch die Toilettenanlagen im Feuerwehrhaus erneuert. Trotz bester Wetterprognose wird auch wieder ein Festzelt aufgestellt, in dem abends die Gruppe "Franken Top" aufspielt. 

THOMAS WEICHERT

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