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Mittwoch, 11.12.2019

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Station im Brigittenheim könnte geschlossen werden

Der Mangel an Pflegekräften macht dem Zentralen Diakonieverein im Brigittenheim immer mehr zu schaffen. - 19.11.2019 08:55 Uhr

Der Mangel an Pflegekräften könnte den Diakonieverein dazu zwingen, einzelne Zimmer oder gar eine Station im Brigittenheim zu schließen. © Ralf Münch


Freude und Sorgen lagen nah beieinander in der Hauptversammlung des Diakonievereins im Sonnensaal des Brigittenheims. Sehr positiv ist die Entwicklung der Mitgliedszahlen. Trotz etlicher Sterbefälle hat der Verein sieben Prozent mehr Mitglieder als im Vorjahr. Von den 521 Mitgliedern – 2018 waren es 487 Personen – waren 60 anwesend.

Sie lernten den neuen Geschäftsführer Thomas Klebe kennen. Der 53-jährige Pegnitzer arbeitet seit 1. Oktober für den Diakonieverein und hat sich laut Dekan Dr. Gerhard Schoenauer bereits sehr gut eingearbeitet. Klebe selbst ließ wissen, dass er stets eine offene Bürotür für die Anliegen von Mitarbeitern und Bewohnern habe.

Die Dienste der Diakonie – ob im Pflegeheim oder bei der Tagespflege – werden sehr nachgefragt. Rund 100 Menschen stehen auf der Warteliste für einen Platz im Brigittenheim. Die Auswahl sei nicht leicht, so Schoenauer. Einige Kriterien erhöhen die Chancen. Angehörige von Mitarbeitern werden bevorzugt, ebenso wie Vereinsmitglieder. Aber auch soziale Aspekte spielen eine Rolle.

Im Brigittenheim leben aktuell 141 Bewohner mit einem Altersdurchschnitt von 85 Jahren. Die große Nachfrage nach Plätzen würde eine Erweiterung des Pflegeheimes rechtfertigen – wenn nur der Mangel an qualifizierten Pflegekräften nicht wäre. Die Personalsituation bereitet dem Vorsitzenden häufig Kopfzerbrechen. Ein Lichtblick seien die derzeit zwölf Auszubildenden. Diese würden ihre Arbeit sehr engagiert machen, betonte eine Bewohnerin. Er habe schon von Kopfprämien privater Anbieter gehört, so Schoenauer. Auch die kombinierte Ausbildung für Kinder- und Altenpflege könnte dazu führen, dass sich einige der Absolventen für eine Zukunft in der Kinderklinik entscheiden.

Ein weiteres Problem seien die immer umfassender werdende Dokumentation und neue Vorschriften. Während früher drei Personen in der Nachtschicht waren, werden heute 3,5 Mitarbeiter gefordert. Dies gehe zu Lasten der Tagschicht, so Schoenauer. Auch Krankheiten durch berufliche Überlastung nehmen zu. Eine große Bedeutung kommt daher den ehrenamtlich Tätigen wie Anneliese Kleißl-Keil zu. Sie helfe seit vielen Jahren fast täglich im Haus.

Aufgaben für Ehrenamtliche gibt es viele, erklärte Geschäftsführer Klebe. Dazu gehören die Essensverteilung, das Füttern von Pflegebedürftigen, Ausfahrten mit dem Rollstuhl sowie Gespräche mit den Bewohnern. Einige Bewohner haben keine Verwandten mehr und freuen sich umso mehr über den Besuch Ehrenamtlicher. In einem Projekt arbeitet die Realschule mit dem Brigittenheim und bringt auf diese Weise junge und alte Menschen zusammen. "Da höre ich viel Positives: Die Jungen lernen von den Älteren und umgekehrt", sagte Schoenauer.

In den Diakoniestationen Pegnitz und Creußen sei die finanzielle Situation nicht rosig, berichtete der Vorsitzende. Im kommenden Jahr müssen einige Autos ersetzt werden. Der Pflegenotstand betrifft auch die Pflegestation, so dass manchmal nicht alle Anfragen bedient werden können. Stets ausgebucht ist die Tagespflege in Pegnitz. Nun läuft am 18. November die Tagespflege in Creußen an. Hier gebe es aktuell noch Kapazitäten, sagte Pflegedienstleiterin Elke Mellinghoff. Die offizielle Einweihung der Station wird im Frühjahr stattfinden.

Sehr gute Arbeit leiste die beim Diakonieverein angestellte Integrationsbeauftragte Veronika Kobert. Allerdings enden die laufenden Zuschüsse zum Ende des Jahres 2019, so Schoenauer. Der Verein sei gerade dabei, neue Finanzierungsquellen zu erschließen.

 

BRIGITTE GRÜNER

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