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Steffen Rein: „EVP spielt nicht mit 20 Tschechen“

Nach Satzungsänderung des BEV könnten Eishockey-Bayernligisten nur mit Ausländern spielen - 31.08.2016 13:20 Uhr

Feuer ist unter dem Dach der Eishockey-Bayernligisten, seit der BEV über eine Satzungsänderung den einsatz beliebig vieler Ausländer zulassen musste.

31.08.2016 © Reinl


Die Verantwortlichen der Bayernliga-Vereine und auch Steffen Rein schäumen für Wut über diese Neuregelung, nicht nur, weil allenthalben die Kaderbildung weitgehend abgeschlossen ist, sondern auch, weil sie darin eine Bevorzugung grenznaher Clubs sehen. Für Rein ist ein anderer Aspekt noch wichtiger: „Letztendlich wird damit die Nachwuchsarbeit torpediert. Die vor Jahrzehnten eingeführte Selbstbeschränkung, als die Nationalmannschaft wegen der Überfrachtung der Spitzenvereine mit Ausländern in die B-Konkurrenz abgerutscht war, ist so wieder aus den Angeln gehoben.“

Eile ist geboten, wenn ein Hochrüsten der Mannschaften verhindert werden soll. Deshalb hat der Memminger Sportdirektor Sven Müller allen Bayernligaclubs umgehend eine Selbstverpflichtungserklärung zugeschickt. Fünf Clubs haben sich mit ihrer Unterschrift schon verpflichtet, mit nur zwei Ausländern, also einem mehr als bisher erlaubt, in die Saison zu starten. Auch die Ice Dogs werden das Schriftstück unterzeichnen, auch wenn sich Rein schon über die Freigabe eines zweiten Ausländers wundert.

Schuld an der Lawine ist Rupert Kellerbauer, der Vize-Chef des EV Berchtesgaden. Der Rechtsexperte hat die BEV-Satzung regelrecht auseinandergenommen, als er das Angebot eines slowakischen Spielers ablehnen musste, weil der EVB schon einen Österreicher unter Vertrag hatte, der aber nur wenige Kilometer hinter der nahen Grenze wohnte. Kellerbauer: „Wir reden immer von der EU und Integration. Warum gilt das im Sport nicht? Rein rechtlich stellt die Ausländerbegrenzung in der Satzung des BEV eine Diskriminierung von EU-Ausländern dar, die mit Unionsrecht nicht vereinbar ist.“ Die Berchtesgadener riefen das Ständige Schiedsgericht des Deutschen Eishockey Bundes (DEB) an und bekamen Recht. Das bedeutet, dass ab sofort EU-Ausländer oder Spieler gleichgestellter Nationalitäten in unbegrenzter Anzahl eingesetzt werden dürfen.

Für Rein bleibt nur die Hoffnung, dass alle Bayernligisten die Selbstbegrenzung unterschreiben, so wie sie etwa auch in der DEL2 oder in der Oberliga gilt: „Wenn das nicht gelingt, ist die Lawine nicht mehr aufzuhalten, spätestens ab dem 1. Dezember, wenn die Vereine nachrüsten können.“ Aktuell zumindest schließt der EVP weitere Neuverpflichtungen aus.

 

 

ISI REINL

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