Astronomiefans

"Sternegucken" aus Leidenschaft: Über den Pegnitzer Astronomieverein

28.10.2021, 13:00 Uhr
Markus Jakob, Schriftführer des Astronomievereins Pegnitz, an der Giordano-Scheibe im Gymnasium, auf der die meisten Sternensysteme zu sehen sind.

Markus Jakob, Schriftführer des Astronomievereins Pegnitz, an der Giordano-Scheibe im Gymnasium, auf der die meisten Sternensysteme zu sehen sind. © Foto: Udo Fürst

Knapp 40 "Sternengucker" sind im Verein organisiert. Sie unternehmen Himmels- beziehungsweise Sternbeobachtungen im Gelände oder in der Sternwarte im Gymnasium, beobachten die Sonne mit speziellen Geräten, halten Vorträge oder veranstalten für Kinder von zehn bis 14 Jahren unter dem Titel "Astrokids" Treffen, bei denen diese spielerisch an die Astronomie herangeführt werden.

Da werden dann zum Beispiel ein Kepler-Teleskop nachgebaut oder drehbare Sternkarten im Karton gebastelt. "Diese Treffen haben sich bewährt und sind sehr beliebt", berichtet Markus Jakob, Lehrer am Pegnitzer Gymnasium und Schriftführer des Vereins. Neben Jakob bilden sein Lehrerkollege und Vorsitzender Uwe Nikol, dessen Stellvertreter Wolfgang Loos und Gerätewart Christoph Kramer das Gerüst des Vereins.

Seit Alters her fragten sich die Menschen, was ihnen die Sterne zu sagen haben und ob sie womöglich direkte Hinweise auf die Zukunft geben können. So entstand die Astrologie. Die modernen Naturwissenschaften dagegen suchen nicht nach Zusammenhängen zwischen Sternenkonstellationen, Geburtsdaten und persönlichen Schicksalen. Sie wollen etwas über die Geschichte des Universums und seine Bewegungsgesetze erfahren. Das ist bei den Pegnitzer Astronomen nicht anders.

Neben dem persönlichen Interesse an Sternen, Planeten und Meteoriten ist es Ziel des Vereins, "das Thema Astronomie einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen".


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Bis vor zehn Jahren waren die Astronomiefans ein loser Zusammenschluss – bis das alte Teleskop in der Sternwarte des Gymnasiums seinen Geist aufgab. Ein neuer "Sternengucker" musste her, doch der war teuer. Zwar sagte der Elternförderverband seine finanzielle Unterstützung zu, doch das allein reichte nicht.

Das neue Teleskop "Celestron SC-14" mit Schmidt-Cassegrain-Optik und XLT-Vergütung, einer freien Öffnung von 14 Zoll (circa 36 Zentimeter Durchmesser der Öffnung) mit einer Brennweite von 3910 Millimetern kostete immerhin deutlich mehr als 20 000 Euro. So bat man die Oberfrankenstiftung um einen Zuschuss. Doch die darf nur Vereine unterstützen.

So gründete man kurzerhand den Astronomieverein Pegnitz und kam dadurch in den Genuss der Zuwendung. Der Kauf des neuen Teleskops war gesichert. Seit Beginn an der Spitze des Vereins ist Uwe Nikol, der am Gymnasium Biologie und Chemie unterrichtet und sein großes Hobby Astronomie als Wahlfach anbietet.

"Er hat die Hauptarbeit", betont Kollege Jakob, ebenfalls Gymnasiallehrer, aber in den Fächern Mathematik, Physik und Informatik und im Verein zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit. In der Sternwarte des Gymnasiums kann man mit dem großen Teleskop und seinen knapp vier Metern Brennweite nicht nur Sterne – neue, aktive und verglühende – erkennen, sondern auch die Krater auf dem 384 400 Kilometer entfernten Mond.

Mit diesem Teleskop, Brennweite 3910 Millimeter, beobachten die Astronomiefans den Sternenhimmel – wenn das Wetter mitmacht und nicht zu viel Lichtquellen eingeschaltet sind in Pegnitz.

Mit diesem Teleskop, Brennweite 3910 Millimeter, beobachten die Astronomiefans den Sternenhimmel – wenn das Wetter mitmacht und nicht zu viel Lichtquellen eingeschaltet sind in Pegnitz. © Foto: Astronomieverein

Vorausgesetzt, das Wetter passt und die Lichtverschmutzung ist nicht allzu groß. Zum Beispiel der beleuchtete Parkplatz an der gegenüberliegenden Justizfachschule ist da ein großes Problem. "Je heller die Umgebung ist, umso schwieriger wird der Blick in den Himmel", weiß Jakob. Sternbeobachtung sei auch nichts für Zartbesaitete, sagt der Studiendirektor. "Du musst viel Geduld mitbringen und auch schon mal Kälte aushalten."

In freiem Gelände

Die älteste und einfachste Möglichkeit Sterne zu beobachten ist die, den Himmel in freiem Gelände zu betrachten. Bei geringer Lichtverschmutzung werden Sternbilder und bekannte Himmelskörper beobachtet. Der Astronomieverein Pegnitz erläutert und begleitet die Himmelsspaziergänge auch mit Teleskopen seit Jahren. Ein beliebter Ort dafür ist die Kapelle am Kalvarienberg zwischen Thurndorf und Sassenreuth.

Früher hatte man feste Termine für Sternbeobachtungen, doch wegen des großteils unbeständigen Wetters in unserer Region sei man davon abgekommen und biete nun flexible Führungen an. "Wer so was erleben will, muss uns nur eine Mail schicken", sagt Jakob.

Jakob und Nikol freuen sich, dass auch das Interesse der Schüler an der Astronomie immer größer werde. Vor allem seit das G 8 nicht mehr so viel Zeit fresse, verzeichne man im Wahlfach Astronomie einen großen Zulauf. Vielleicht auch deshalb, weil laut Physiklehrer Jakob die Astronomie der Teil der Physik sei, bei dem man am wenigsten rechnen müsse.

INFO: Wer Interesse am Astromomieverein oder an einer Himmelsbeobachtung hat, kann eine E-Mail an info@astronomieverein-pegnitz.de schicken.

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