Montag, 30.03.2020

|

Sternsingen für Kinder in Not

In Pegnitz und Auerbach sammeln in diesem Jahr fast 100 Kinder Geld für Projekte im Libanon. - 05.01.2020 15:55 Uhr

Sophia, Cosima, Florian und Lea (von links) – hier im Caritasheim St. Hedwig – gehören zu den 45 Sternsingern in Auerbach.


Vier Kinder in prachtvollen Kostümen – was in jeder anderen Woche die Augenbrauen nach oben schnellen ließe, sind an diesem Abend nichts Ungewöhnliches. Die Sternsinger Sophia, Cosima, Florian und Lea unterhalten die Senioren im Caritasheim St. Hedwig, bringen den Segensspruch an und sammeln die Spenden ein.

Projekte werden finanziert

In diesem Jahr steht die Aktion unter dem Motto "Segen bringen, Segen sein – Frieden! Im Libanon und weltweit". Allein in Auerbach sind laut Organisator Markus Weber 45 Kinder zwischen sechs und 16 Jahren unterwegs. Weber ist stolz auf seine Gruppe: "Überall dort, wo Kinder durch Krieg benachteiligt sind, werden durch die Sternsinger Projekte finanziert."

Im Gegensatz zu den Auerbachern können die Pegnitzer mit ihren ebenfalls fast 50 Sternsingern das ganze Stadtgebiet abdecken wie Mitorganisatorin Elisabeth Wenninger sagt. Ihre Gruppe wäre fast auf eine andere Art überfordert worden: Beinahe seien ihnen die Gewänder ausgegangen. Außerdem hätten die erwachsenen Begleiter gerade so ausgereicht.

 

Aussendungsgottesdienst am Neujahrstag für die Sternsinger der Pfarrei St. Johannes der Täufer, Auerbach. Mehr als 30 Kinder meldeten sich für die Sternsinger-Sammelaktion und wurden als Sternsingergruppen zu den Familien gesandt. Das Sternsingen mit den Heiligen drei Königen Caspar, Melchior und Balthasar hat mit einigen Unterbrechungen eine jahrhundertelange Tradition. Die diesjährige Spendensammlung trägt das Motto „Segen bringen, Segen sein – Frieden! Im Libanon und weltweit“.


Süßigkeiten locken

"Es locken die Süßigkeiten und ein kleines Taschengeld", sagt Wenninger. Sie muss es wissen: Zusammen mit ihrem Bruder, dem Pegnitzer Arzt Dr. Johannes Havla, war sie schon als Kind bei den Sternsingern dabei. Auch Havla ist heute noch beteiligt: Beim Aussendungsgottesdienst spielt er die Orgel. Außerdem leitet er den Kinderchor.

Die beiden begannen ihre Sternsinger-Laufbahn unter Marie Römming. Die heute 80-Jährige hatte über Jahrzehnte die Organisation des Sternsingens übernommen. "Ich hatte immer viel Spaß mit den Kindern. Es war stressig, aber schön", erinnert sie sich. Sie sei immer froh gewesen, "das für arme Kinder auf mich zu nehmen".

Weg der Verständigung

In dem Sternsingen sieht die Katholikin eine Möglichkeit zur Verständigung verschiedener Gruppierungen: "Wir sind in jedes Haus gegangen, auch zu den evangelischen Christen."

Fast immer seien die Kinder freundlich aufgenommen worden. "Einige haben aber nicht aufgemacht, obwohl die Lichter an waren. Das ist gerade für die Kinder enttäuschend, die in der Kälte rumrennen", sagt Römming.

Trotz ihrer Bezeichnung als Sternsinger sei Gesang nicht zwingend Bestandteil der Routine, erklärt Markus Weber scherzhaft: "Wir versuchen es zuerst im Guten, bevor wir das Singen anfangen." Es scheint zu funktionieren: Die Auerbacher rechnen wie in den vergangenen Jahren mit 10 000 Euro an Spenden, die Pegnitzer sogar mit 12 000.

JULIAN SEIFERTH

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz, Auerbach