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Stören Billigmöbel vor Pegnitzer Fotomotiv?

Seit langem geplanter Möblierungsplan für die Innenstadt lässt weiter auf sich warten - 30.05.2019 00:12 Uhr

So sind die Innenstädte in Polen möbliert. © Reinl


„Die Erhöhung der Aufenthaltsqualität in der Innenstadt“ ist ein erklärtes Ziel im Integrierten Stadtentwicklungskonzept ISEK. „Derzeit wird für die Innenstadtmöblierung ein Leitlinienkonzept ausgearbeitet. Der Entwurf eines Gestaltungshandbuchs liegt zu Ende November 2016 vor“, steht dort geschrieben. Mehr noch: „In einem Handout werden positive Gestaltungsbeispiele visualisiert und eine Auswahl an Möblierungselementen vorgestellt. Eine neue Möblierung kann ab 2017 erfolgen.“

Es sollte eine Sammelbestellung organisiert und mit der Regierung über Fördermöglichkeiten gesprochen werden. Weit scheint man da drei Jahre später noch nicht gekommen zu sein, wie die aktuelle Diskussion über einen von Foteini Batzaka beantragten Mini-Biergarten am Alten Rathaus zeigte. Das Konzept sei noch nicht fertig und die Verhandlungen mit der Regierung seien kaum in Jahresfrist abzuschließen, musste Bürgermeister Raab gestehen.

Als die Wirtin für eine Übergangszeit eine einfache Möblierung und erst später Holztische beantragte (Helmut Dettenhöfer: „Auch nicht hochwertig“), regte sich Widerstand. „Das ist ein Witz“, urteilte Hans Hümmer, der das Fotomotiv Nr. 1. der Stadt gefährdet sah. Werner Mildner glaubt, dass man das mit Tischdecken und Blumenvasen kaschieren kann, Heike Lindner-Fiedler forderte eine Beschränkung der Notlösung auf ein Jahr. Peter Kotzbauer und Manfred Vetterl plädierten für einen Versuch, um der neuen Wirtin nicht gleich Steine in den Weg zu legen. Vier Holz-Garnituren seien in Jahresfrist nicht zu finanzieren.

Vor Jahren hatte Vetterl "Bauchschmerzen"

Bei einem ähnlichen Antrag des früheren Olive-Pächters vor einigen Jahren war Vetterl noch ganz anderer Meinung: Damals hatte er „Bauchschmerzen“, weil die Fläche bewusst frei gehalten worden sei, um die Aussicht auf das Alte Rathaus nicht zu verdecken. Günter Bauer pflichtete ihm bei und Mildner schlug vor, „zur Mittagszeit einen Sonnenschirm aufzuspannen, um ihn danach umgehend wieder zu schließen“. Schließlich wurde damals einem einjährigen Versuch zugestimmt, gegen die Stimmen von Vetterl und Bauer. Sonderlich erfolgreich verlief der nicht.

Wir glauben, dass Pegnitz noch lange auf einheitliche Möbel warten muss, haben doch inzwischen alle Wirte eigene Garnituren angeschafft. Wie es anders geht, zeigen die Nachbarstadt Auerbach sowie die Zentren polnischer Städte wie Posen oder Danzig, die sogar mit Polster- und Designer-Sitzgelegenheiten aufwarten. Vielleicht sollte der Stadtrat einmel einen Betriebsausflug dorthin unternehmen. 

ISI REINL

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