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Sonntag, 15.09.2019

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Straßenkontrollen zum Schulanfang: Polizei ermahnt Eltern

Beamte nahmen am Dienstag vermehrt Autofahrer vor Schulen ins Visier - 10.09.2019 16:15 Uhr

Die Beamten der Pegnitzer Polizei überwachten am Dienstag den Schulweg im oberfränkischen Creußen und Pottenstein. Weil viele Eltern ihre Kindern bis direkt vor die Schule fuhren, wurde es nicht nur gefährlich eng auf den Straßen und Parkplätzen - einige Autofahrer leisteten sich zusätzliche verschiedenste Verstöße.

So kontrollierte die Polizei einige Autos, bei denen weder die Fahrer noch die Kinder angeschnallt waren. Auch beim Parken nahmen es manche Eltern nicht so genau und stellten ihr Auto dort ab, wo es ihnen passend erschien - was "in der ohnehin angespannten Verkehrssituation zu weiteren Gefährdungen führte'", wie die Polizei in einer Pressemitteilung schreibt.

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Besonders überrascht waren die Beamten über die Uneinsichtigkeit der Erwachsenen. Sie hätten sich anhören müssen, ob die Polizei denn "nichts Besseres zu tun hätte" und warum nicht andere Autofahrer beanstandet würden. Dass sie sich falsch verhalten haben, sahen einige der Kontrollierten offenbar nicht ein.

Höhere Bußgelder bei fehlender Einsicht

Die Polizei will die Kontrollen nun sogar verstärken. "Im Interesse der Sicherheit der Kinder" würden die Überwachungsmaßnahmen fortgesetzt und "intensiviert". Für die Eltern kann es sogar teuer werden: Bei fehlender Einsicht werde geprüft, ob nicht "vorsätzliches Fehlverhalten" vorliege und "eine entsprechende Bußgelderhöhung" erforderlich sei.

Auch in Mittelfranken hat die Polizei am Dienstag verstärkte Kontrollen durchgeführt. Die Pressestelle hat bisher allerdings keinen Überblick über Vorfälle an den Schulen. "Zahlen veröffentlichen wir erst morgen", sagte Pressesprecher Bert Rauenbusch am Dienstagnachmittag. Bisher seien ihm aber keine Verstöße bekannt.

Für zwei Jugendliche in Roth endete der erste Schultag nach den Ferien dagegen im Krankenhaus: Die beiden Mädchen waren mit ihrem Leichtmotorrad auf dem Weg in den Unterricht mit einem Auto zusammengestoßen. Sie kamen mit leichten Verletzungen in eine Klinik.

Zahl der Schulweghelfer nimmt ab

Zum Schulstart hat auch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für mehr Sicherheit auf den Schulwegen geworben. Die Zahl der Schulweghelfer nehme ab, sagte Söder am Dienstag in München. Er appellierte deshalb an die Eltern der rund 1,6 Millionen Schüler in Bayern, sich zu engagieren. "Der Schulweg unserer Kinder muss sicher sein." Das gelte insbesondere für die knapp 115.000 Erstklässler.

Warum das Engagement abnimmt, kann sich Kultusminister Michael Piazolo (Freie Wähler) nicht erklären. "Da müssten wir mal genau nachfragen". Umso wichtiger seien regelmäßige Werbeaktionen und Auszeichnungen für die Ehrenamtlichen. Konkrete neue Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit auf den Schulwegen nannten weder Söder noch Piazolo.


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jru

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