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Straßennamen in Krottensee haben sich bewährt

ASB-Chef Roland Löb: "Rettungsdienste kommen super damit zurecht" — Anfahrten sind einfacher geworden - 22.09.2018 07:58 Uhr

Ein gutes Jahr nach Einführung der Straßennamen in Krottensee sind Bürgermeister Josef Springer (2.v.l.), Kommandant Florian Webert (3.v.r.) und ASB-Vorsitzender Roland Löb (r.) froh über die Entscheidung. © Archiv Brigitte Grüner


"Aus meiner Sicht hat sich das System bewährt", erklärt Webert. Die Strukturierung des Ortes durch Straßennamen sei sehr schnell "Normalität" geworden. "Im Alltag ist die Umstellung fast nicht mehr sichtbar." An manchen Häusern und Briefkästen seien zusätzlich noch die alten Hausnummern angebracht. Dies mache wohl gerade für Paketdienste und Speditionen Sinn, da in deren Navis die neuen Straßen noch nicht zur Verfügung stehen, findet Webert.

Klare Strukturierung

Von Seiten der Feuerwehr habe es in Krottensee seit der Neustrukturierung — "Gott sei Dank" — nur einen Einsatz gegeben, sodass der Kommandant keine Aussage treffen kann, ob sich das neue System bewährt hat. "Als ortskundige Wehr sind die Orientierung und das Finden der Einsatzstelle ohnehin problemlos." Bei größeren Einsatzlagen, wenn die umliegenden Wehren zur Unterstützung alarmiert werden, sieht Webert die klare und eindeutige Strukturierung des Ortes als absoluten Vorteil.

"Die Rettungsdienste kommen super damit zurecht", bringt es Roland Löb auf den Punkt. Der ASB-Vorsitzende und "Helfer vor Ort" meint, dass sich die Krottenseer an die neuen Namen gewöhnt haben. Dies liege mit Sicherheit auch daran, dass die Struktur und Namensgebung mit Bürgerbeteiligung gelaufen sei und die Ideen der Bewohner des Ortsteils aufgegriffen wurden.

Löb ist überzeugt davon, dass sich das neue System inzwischen bewährt hat. "Persönlich war ich am Anfang etwas skeptisch, weil es Namensähnlichkeiten mit dem ‚Krottenseer Weg‘ gibt, der in Neuhaus und nicht in Krottensee ist, aber hieraus sind bislang keine Probleme entstanden." Bis auf Mosenberg und Hammerschrott haben alle Ortschaften in der Gemeinde nun eine strukturierte Nummerierung, sagt der ASB-Vorsitzende. "Wenn für Mosenberg noch ein System mit oder ohne Namen gefunden werden könnte, wäre das sicherlich nicht schlecht", fügt er hinzu.

"Ich halte die Entscheidung trotz der Anlaufschwierigkeiten auch im Nachhinein betrachtet für richtig", sagt Bürgermeister Springer. Auch er hat den Eindruck, dass sich die Krottenseer an die Straßennamen gewöhnt haben. Nach der Umstellungsphase seien der Verwaltung keine Probleme mehr bekannt geworden.

Im Rathaus waren schon im Vorfeld viele Vorbereitungen getroffen worden, dennoch war die Umstellung schwieriger als erwartet. "Es geht nicht nur darum, neue Straßenschilder aufzuhängen und die geänderten Hausnummern zuzuteilen." Frühere Umstellungen beruhten laut Springer auf vereinfachten Voraussetzungen des Daten- und Informationsflusses. Heute sei die Welt sehr digital und extrem vernetzt. "Für eine Hausneunummerierung gibt es weder Leitfaden noch Erfahrungswerte."

Die Digitalisierung ist zwar oft praktisch, hat die Umstellung aber schwierig und zeitaufwändig gemacht. In Programmen und EDV-Systemen sind die bestehenden Straßennamen und Hausnummern hinterlegt. Ändern sich diese, können zum Beispiel Sachbearbeiter bei Versicherungen oder Versandfirmen für eine geraume Zeit nicht auf diese Kunden zugreifen.

Bei solchen Systemen ist ähnlich wie bei Navigationsgeräten ein Update erforderlich, bis die neuen Adressen erkannt und zugelassen werden. Erschwerend kommt hinzu, dass es in der digitalen Welt keine vorgegebenen Wege für die Bekanntgabe von Adressänderungen gibt. Aufgrund der Besprechungen im Arbeitskreis in Krottensee hat die Verwaltung die neuen Adressen ohnehin schon an viele Stellen weitergeleitet, hat aber natürlich keinen Einfluss auf den Zeitpunkt des nächsten Updates.

Die Entscheidung der Krottenseer, deren Mehrheit sich bei einer Befragung für Straßennamen und neue Hausnummern ausgesprochen hatte, sei trotz der Anlaufschwierigkeiten richtig gewesen, weil es eine in die Zukunft gerichtete Entscheidung war. Auch seien die Anfahrten vor allem für Rettungsdienste und für den Lieferverkehr wesentlich einfacher geworden, sagt Springer.

Mit Ausnahme von Mosenberg wurden alle anderen Ortsteile in den vergangenen Jahrzehnten nach und nach auf neue Hausnummern umgestellt, berichtet der Bürgermeister. Aktuell habe nur noch der Ortsteil Mosenberg alte Hausnummern, die nach dem Entstehungsdatum der Häuser und damit unsystematisch verstreut vergeben wurden.

Bei der Bürgerversammlung in Mosenberg im November 2017 sei das Thema angesprochen worden. Die Verwaltung wird den Bürgern allerdings nichts aufstülpen: "Eine Umstellung wird seitens der Marktgemeinde nur erfolgen, wenn dies von den Mosenberger Bürgern gewünscht wird, und sich eine Mehrheit im Rahmen einer Abstimmung dafür ausspricht."

BRIGITTE GRÜNER

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