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Streit um Leupser Trinkwasser soll enden

Juragruppe: Thema ist abgehandelt — 30 000 Euro Anschlussgebühr pro Haushalt? - 26.06.2018 21:00 Uhr

Im kleinen Leups wird ein Wasserstreit zur großen Nummer. Die Bürger wollen ihr Quellwasser um jeden Preis erhalten und stemmen sich nun mit einer Bürgerinitaitive gegen einen Anschluss an die Juragruppe. © Ralf Münch


Die Mitglieder beschlossen: "Das Thema Eigenversorgung Leups ist für die Juragruppe abgehandelt. Weitere Stellungnahmen und Sachverhaltsdarstellungen sind nicht mehr erforderlich. Diese sind bereits in sehr umfassender Weise erstellt und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt worden." Weiter heißt es in dem Beschluss: "Ein Erhalt der bisherigen Versorgungslage unter Trägerschaft der Juragruppe erfolgt definitiv nicht mehr. Sollte die Stadt Pegnitz die Versorgungszuständigkeit wieder für Leups übernehmen wollen, so bitten wir bis 31. Juli 2018 um verbindliche Beantragung."

Ursprünglich war der vom Werkleiter der Juragruppe, Hans Hümmer, vorgelegte Beschluss noch umfangreicher gewesen, doch nach Widerspruch der Vertreter der Stadt Pegnitz, vor allem von Günter Bauer, wurden drei Absätze gestrichen. Hümmer skizzierte vor der Abstimmung die Sachlage. Mittlerweile würden die Anfragen zu dem Thema Leups bei der Juragruppe Kräfte binden, die man an anderer Stelle benötige. "Wir können nicht alle vier Wochen das Thema wieder aufbereiten", betonte Hümmer. Er sprach von einem "Spiel", bei dem man nichts mehr recht machen könne. Alle Untersuchungsberichte seien veröffentlicht worden.

Nun fordere der Verein "Pro Leupser Quellwasser" sogar eine "verplombte Probe" von einem staatlichen Büro. "Wir werden keine Stellungnahmen mehr abgeben", erklärte Hümmer, der aufzählte, was den Bürgern blühe, wenn die Stadt Pegnitz die Leupser Anlage aus der Juragruppe herausnimmt: "Jeder muss mit 30 000 Euro Anschlussgebühr rechnen, und der Wasserpreis steigt auf fünf Euro."

"Ultimatum ist Quatsch"

Bauer wandte sich nun offensiv gegen die Beschlussvorlage: "Der Stadt Pegnitz ein Ultimatum zu stellen ist Quatsch." Die Anfrage der Bürgerinitiative mit einem Fragenkatalog sei an die Juragruppe weitergeleitet worden. Die Stadt habe sich dazu geäußert. "Ich weiß nicht, warum wir hier einen Beschluss fassen." Hümmer sagte daraufhin, die Juragruppe räume der Stadt ein, die Leupser Anlage aus der Juragruppe herauszulösen. Fest steht: Der Zweckverband will die Ortschaft Leups an seine Wasserversorgung anschließen. "Wir brauchen für die Ausschreibung Sicherheit", sagte Hümmer.

Zumindest Bauer konnte er damit nicht überzeugen: "Das ist kein Thema der Stadt Pegnitz. Die Stadt will keine Änderung." Es gehe der Juragruppe nur um eine Klarstellung, erläuterte Hümmer. "Der Beschluss ist kein Ultimatum." Der Zweite Bürgermeister von Pegnitz, Wolfgang Nierhoff, sagte: "Wir stehen zu dem, was die Juragruppe beschließt."

Edmund Pirkelmann (BBS), der Bürgermeister von Waischenfeld, betonte: "Das Thema muss endlich zu einem Ende gebracht werden." Und meinte damit den Fall Leups. "Wir müssen an die Solidargemeinschaft denken." Eine Million Euro aus dem Topf der Juragruppe für die eigene Wasserversorgung von Leups auszugeben, sei "nicht wirtschaftlich, nicht notwendig und nicht möglich".

Bauer vermutete, dass mit dem Beschluss der Stadt Pegnitz die Pistole auf die Brust gesetzt wird. "Die Stadt Pegnitz ist nicht aktiv, sondern die Juragruppe." Pirkelmann warf dem nicht anwesenden Bürgermeister Uwe Raab (SPD), der sich gerade im Urlaub befindet, vor, bei den Leupsern Hoffnungen geweckt zu haben, weil er dem Verein "Pro Leupser Quellwasser" positiv gegenüberstehe. Werner Mildner aus Pegnitz entgegnete: "Wir waren alle dafür, dass es bei der Juragruppe bleibt." Und Raab stehe grundsätzliche allen Bürgerinitiativen positiv gegenüber.

Der Vorsitzende des Wasserzweckverbandes, der frühere Pegnitzer Bürgermeister Manfred Thümmler, plädierte daraufhin für eine "klare Position der Juragruppe". Gerd Hofmann, der Bürgermeister der Gemeinde Ahorntal, schlug vor, die letzten vier Absätze der Beschlussvorlage wegzulassen, um die Intension eines Ultimatums vom Tisch zu bekommen. Thümmler sagte, es gehe darum, dass die Stadt Pegnitz informiere, welche Aufgabe auf die Juragruppe zukämen. "Die Juragruppe möchte endgültig Klarheit haben. Die müssen Farbe bekennen."

Für die Bürger seien die Zusammenhänge nicht so klar, gab derweil Stefan Frühbeißer (CWU-UWV), Bürgermeister von Pottenstein, zu bedenken. "Der Ball liegt auf dem Spielfeld der Stadt Pegnitz. Die Stadt soll sich dazu äußern, dann ist alles klar." Pirkelmann sah dies genauso: "Die Bürger draußen sollen wissen, dass die Stadt Pegnitz geschlossen die Auffassung wie die Mitglieder der Juragruppe hat."Der Waischenfelder Bürgermeister forderte die Stadt Pegnitz auf, eine abschließende Äußerung zu machen. Karin Barwisch, Bürgermeisterin von Hollfeld (Bürgerforum), stimmte dem zu: "Es ist Sache der Stadt Pegnitz, das zu klären." Vor allem müsse zum Ausdruck gebracht werden, was das konkret für die Bürger von Leups bedeute.

BR kam zur Recherche

Hans Hümmer informierte, dass das BR-Magazin "Quer" über den Wasserstreit berichten werde. Ein Redaktionsteam sei am Dienstag deshalb in Pegnitz gewesen. Zudem teilte er mit, dass der Wasserzweckverband eine Infopost an alle Haushalte im Verbreitungsgebiet des Zweckverbandes verteilen werde. Darin werde die Juragruppe umfassend dargestellt. 

HANS-JOCHEN SCHAUER

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