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Strenger Winter: Streugut in den Bauhöfen wurde knapp

Weil das Streusalz vorzeitig verbraucht wurde musste nachbestellt werden - 18.02.2021 14:55 Uhr

Die Marktgemeinde Königstein hat erst im Vorjahr zwei neue Salzsilos angeschafft. In diesem Jahr reichten – wie auch in den Nachbarkommunen – die Vorräte allerdings nicht. Deshalb musste nachbestellt werden.

17.02.2021 © Foto: Bauhof Königstein


Beim Lieferanten des Königsteiner Bauhofes hieß es bei einer von mehreren Nachbestellungen, dass nun vorrangig Autobahnmeistereien beliefert würden, erinnert sich Michael Barth. Wegen des Dauerschneefalls war guter Rat teuer. "Wir konnten kurzfristig einen anderen Lieferanten ausfindig machen, der uns umgehend beliefern konnte, um den Winterdienst aufrecht zu erhalten", so der Bauhofleiter.

In Königstein werden im Herbst rund 60 Tonnen loses Streusalz und dazu noch etwa zehn Tonnen Sackware als Reserve eingelagert. Das Streusalz wird in den beiden Silos, die 2020 neu gekauft wurden, eingelagert. Die Silos gestalten den Betrieb wesentlich reibungsloser, sagt Barth. Im aktuellen Winter wurden bislang etwa 150 Tonnen Streusalz rund um Königstein ausgebracht.

Am Auerbacher Bauhof in der Marienstraße gibt es eine Salzhalle. Hier werden 200 Tonnen Streusalz eingelagert. Damit werde auch die Sole für das Feuchtsalz erzeugt, so Leiter Matthias Regn. Heuer im Winter wurde die gesamte Streusalzmenge bereits verbraucht, so dass 100 Tonnen nachgeordert werden mussten. "Das Streusalz wurde schnell geliefert, es gab keine Probleme mit der Nachlieferung", so der Bauhofleiter. Splitt wird in Auerbach für vereiste Gehwege verwendet. Diese werden dann per Kleintraktor gezielt angefahren. Im normalen Winterdienst werde kein Splitt gebraucht.


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In der Marktgemeinde Neuhaus werden 90 Tonnen Streusalz in Silos eingelagert, weitere 35 Tonnen stehen als Sackware für die kurzfristige Reserve zur Verfügung. Untergebracht sind diese Vorräte in einer Unterstellhalle. Außerdem verfügt die Gemeinde über ein 180 Tonnen vereinbartes und fest zugeteiltes Salzkontingent, das jederzeit abrufbar sei, so Bauhofleiter Thorsten Sperber. 105 Tonnen Streusalz wurden in Neuhaus bislang gebraucht. Vom Lagerkontinent wurden bereits vier Silozüge mit je 25 Tonnen abgerufen. "Das hat reibungslos geklappt", freut sich Sperber. Bei Bedarf wird in Neuhaus und den Ortsteilen auch Splitt gestreut. Etwa 25 Tonnen stehen dem Winterdienst zur Verfügung.

In Auerbach und Königstein arbeitet der Winterdienst in Schichten. Die Frühschicht beginnt mit einem "Späher", der die Wetterbedingungen prüft. Start ist in Auerbach um 3.30 Uhr. Der Dienst endet in der Regel um 20 Uhr. "Ein Späher überprüft die Wetterlage und löst den Einsatz bei Bedarf aus", erklärt der Bauhofleiter. Dann werden zuerst die Hauptverbindungsstraßen und Busstrecken angefahren.

Natürlich richte sich das Wetter nicht immer nach den Arbeitszeiten. "Sollte es später zu schneien beginnen, sind wir auch später dran." Dies werde von einigen Bürgern leider vergessen, so dass es Beschwerden über den Räumdienst gibt. Bei anhaltenden Schneefällen bleibt der Auerbacher Winterdienst auf den Hauptstrecken. Erst danach werden Nebenstrecken und Siedlungen angefahren. Dies könne durchaus auch erst am nächsten Tag sein.

Späher erkundet die Lage

Auch in Neuhaus/Pegnitz überprüft ein Mitarbeiter um 3.30 Uhr die Wetterlage und kontaktiert bei Bedarf die Kollegen. Die Königsteiner beginnen gegen 4 Uhr. Je nach Wetterprognose und eisigen Temperaturen rücke zwischen 3 Uhr und 3.30 Uhr ein Späher aus, um bei Bedarf den Einsatz zu koordinieren, sagt Leiter Michael Barth.

Um 4 Uhr starten die Räumfahrzeuge, um sichere Straßen zu gewährleisten. Der Handräumdienst beginne etwas später je nach Erfordernissen. In Neuhaus/Pegnitz stehen fünf Mitarbeiter des Bauhofs im Wechsel für den Winterdienst zur Verfügung. 

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Ein Schichtbetrieb sei laut Leiter Thorsten Sperber nicht möglich. Vielmehr werde wöchentlich gewechselt, da gleichzeitig auch die Wasser- und Abwasserversorgung aufrechterhalten werden müssten. In Königstein sind derzeit acht Mitarbeiter im Winterdienst tätig. Diese sind verteilt auf zwei Fahrzeuge und den mobilen Handräumdienst, wobei in zwei Schichten gearbeitet wird.

Auf 18 Mitarbeiter vom Bauhof und zwei Männer vom Forstdienst kann Matthias Regn aus Auerbach zurückgreifen. Die Winterdienst-Mitarbeiter werden laut Einsatzplan zu unterschiedlichen Zeiten eingeteilt, wobei es zwei Schichten mit je acht festen Leuten gebe. Diese haben Rufbereitschaft und rücken je nach Witterung aus. Genutzt werden drei große Räumfahrzeuge und ein Kleintraktor. Zwei Mitarbeiter kümmern sich um die Handstreuung. Bei anhaltendem Schneefall werden zwei weitere Handstreuer und zusätzlich ein Radlader eingesetzt, so der Leiter.

Die Stadt Pegnitz mit ihren Ortsteilen ist ebenfalls gut mit Streusalz versorgt. Der Bauhof habe bereits im Vorjahr langfristige Verträge mit einem Salzwerk abgeschlossen, erklärte Leiter Florian Halbleib. Auch in Creußen und Aufseß wurde angegeben, keine Probleme zu haben. Die Bauhöfe in der Region sind mit Geräten und auch mit Streusalz-Nachschub gerüstet – sollte der Winter mit Schnee und Eis nochmals zurückkehren.

BRIGITTE GRÜNER

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