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Strom wird für Hollfelder ab 2019 deutlich teurer

Familien müssen mit 150 Euro an Mehrkosten rechnen — Stadtwerke sprechen von unumgänglicher Anpassung - 10.12.2018 16:08 Uhr

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07.11.2012 © Christian Charisius dpa/lno


Es handelt sich wohl um das größte Plus in ganz Bayern. Stimmt, sagt Werkleiter Jürgen Fiedler. Aber: Dies bedeute nicht, dass die Verbraucher damit weitaus mehr zahlen müssten als jene in anderen Versorgungsgebieten. Es handle sich vielmehr um eine unumgängliche Anpassung – "bisher waren wir recht günstig".

Der Freistaat zähle deutschlandweit zu den Spitzenreitern bei der Preissteigerung, hatte jüngst der Radiosender Bayern 5 berichtet. Zumindest mit Blick auf die Grundversorgung. Rund 80 Grundversorger in Bayern hätten steigende Preise angekündigt, kein einziger eine Senkung. Dass gerade die Hollfelder besonders stark betroffen sind, habe seinen Grund, so Jürgen Fiedler: "Die Netzentgelte sind spürbar nach oben gegangen, das ist der größte Posten." Wobei der Strompreis durch eine Vielzahl von Preiskomponenten beeinflusst werde, "75 bis 80 Prozent davon sind staatlich festgelegt". Die restlichen Kosten der Energiebeschaffung würden in erster Linie über die Strombörse bestimmt.

Das heißt, so Fiedler: "Die aktuelle Lage hat dazu geführt, dass sich sowohl der Energieeinkauf an der Strombörse als auch in Summe die staatlich und regulatorisch begründeten Preisbestandteile erhöhen." Angesichts dieser Entwicklung sei eine Angleichung des Strompreises erforderlich. Damit erfolge lediglich eine Weitergabe der Kostenveränderung. In den vergangenen Monaten seien die Preise an der Strombörse kräftig gestiegen. "Aufgrund eines optimierten Stromeinkaufs konnten die Stadtwerke Hollfeld diesen Preisbestandteil dennoch gleich halten", betont Fiedler.

Und was zahlen die Kunden jetzt konkret mehr? Nun, sagt Fiedler, der Grundpreis steigt brutto um 28,56 Euro im Jahr, der Arbeitspreis um 3,40 Cent je Kilowattstunde. Das mache unter dem Strich für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden ein Plus von knapp 150 Euro aus.

"Es geht halt nicht anders", sagt Bürgermeisterin Karin Barwisch. Auch sie verweist auf die gute alte Zeit, in der die Hollfelder billiger unterwegs waren, "da lagen wir zum Beispiel auch unter den Preisen von Eon". Aber Einrichtungen wie die Stadtwerke seien nun einmal gezwungen, kostendeckend zu arbeiten, daher komme man um die Anpassung nicht herum. Und: Die Laufzeit für die neuen Konditionen betrage ja nur zwei Jahre, "danach kann das auch wieder umgekehrt laufen und billiger werden". Weil die Stadtwerke Hollfeld als kleines Haus im Gegensatz zu großen Anbietern spürbar weniger investieren müssten, das komme den Kunden entgegen.

Laut dem Vergleichsportal Check 24 steigen die Strompreise im Freistaat um durchschnittlich 5,5 Prozent. Betroffen von den Erhöhungen seien auch Großstädte wie Würzburg, Regensburg und Augsburg — und auch Bayreuth.

sbr

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