Dienstag, 12.11.2019

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Studenten mit Mumps infiziert: Virus grassiert an Uni Bayreuth

Betroffene steckten sich gegenseitig an - Gesundheitsamt rät zur Impfung - 08.11.2019 15:07 Uhr

Drei Studenten sind an der Uni Bayreuth innerhalb weniger Wochen an Mumps erkrankt. © Daniel Karmann, dpa


Es beginnt mit Symptomen wie bei einer Grippe oder Erkältung, Fieber, Unwohlsein, Muskelschmerzen. Charakteristisch an einer Mumpserkrankung ist allerdings eine geschwollene Ohrspeicheldrüse, die auf Höhe der Nase vor der Ohrmuschel liegt. Die Virusinfektion, die vor allem bei Schwangeren und Menschen mit geschwächtem Immunsystem zu gefährlichen Komplikationen führen kann, ist nun seit Oktober drei Mal an der Uni Bayreuth aufgetreten - laut dem dortigen Gesundheitsamt muss von einem direkten Zusammenhang ausgegangen werden. Heißt: Die Betroffenen haben sich gegenseitig angesteckt.

Gehirn- und Hodenentzündungen

Um eine weitere Ausbreitung zu verhindern, rät das Gesundheitsamt in einer Pressemitteilung nun dringend zur Impfung. Denn der Erreger kann sich bereits ausbreiten, bevor der Träger überhaupt Symptome spürt. Mumps ist sieben Tage vor den ersten Beschwerden ansteckend. In ungünstigen Fällen kann die Krankheit zu gefährlichen Entzündungen des Gehirns führen, bei Männern kommt es nicht selten zu einer Entzündung des Hodens, bei Frauen ist eine Entzündung der Brust oder der Eierstöcke möglich. Der letzte größere Mumps-Ausbruch fand in Bayreuth 2017 statt, damals erkrankten mehrere Kinder an einer Grundschule und einem Kindergarten sowie Erwachsene, die mit ihnen in Kontakt waren.


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Der Vorteil einer Impfung: Wer sich innerhalb von drei Tagen nach Kontakt mit dem Virus immunisieren lässt, kann einen Ausbruch der Krankheit laut Gesundheitsamt im Einzelfall noch verhindern. In jedem Fall hilft sie aber, die Ansteckungsgefahr und die Schwere der Symptome zu mildern. Immun ist jeder, der sich im Kindesalter zwei Mal oder im Erwachsenenalter einmal hat impfen lassen.

Wer entsprechende Symptome bemerkt, sollte zuhause bleiben und mindestens fünf Tage lang den Kontakt zu anderen meiden. Die Krankheit selbst dauert etwa drei bis acht Tage, das Virus wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Laut einem Bericht des Bayerischen Rundfunks liegt die Zahl der Erkrankten wohl auch deshalb bisher nicht höher, weil sich der erste Erkrankte vorbildlich verhalten habe: Er informierte nach der Diagnose sein Umfeld über eine Whatsapp-Gruppe.

Weitere, allgemein verständliche, detaillierte Informationen finden sich auf der Seite der BzgA https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/mumps/ oder unter https://www.impfen.de/impfungen/mumps/. Das Gesundheitsamt der Bayreuth ist zu den Öffnungszeiten unter der Telefonnummer 0921/728 - 228 / - 227 erreichbar.

jru

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