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Sonntag, 20.10.2019

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Täter suchte in Creußen gezielt nach Hilfsgeld für Flüchtlinge

Ein Jahr nach Einbruch im Rathaus konnte die Polizei armenischen Asylbewerber per DNA-Spur überführen - 15.03.2019 15:18 Uhr

Der Einbruch in das Rathaus von Creußen in der Nacht zum 31. Januar 2018 erregte in der Öffentlichkeit große Aufmerksamkeit. Entdeckt hatte den Einbruch ein Handwerker, der an dem Gebäude mit Bauarbeiten beschäftigt war. Er sah, dass ein Fenster an der Verbindung zwischen Rathaus und Mehrzweckhalle offen stand und stellte fest, dass es gewaltsam aufgehebelt worden war.

„Der Täter ist durch das Fenster ins Gebäude gelangt, von dort durch den Gang zum Treppenhaus und hat eine Glastür dazwischen aufgehebelt“, erzählte der Leiter des Ordnungsamtes. Dann hat der Täter versucht, durch eine Nebentür ins Bürgerbüro im Erdgeschoss zu gelangen und dabei das Schloss kaputt gemacht.

Schließlich hat er die gläserne Haupteingangstür zum Bürgerbüro aufgebrochen. In dem Raum hatte er mehrere Schreibtischschubladen und Schränke geöffnet und durchwühlt. Auch im benachbarten Ordnungsamt hat er die Schreibtischschubladen und Schränke durchsucht. Am großen Tresor, der sich dort befindet, ist der Täter aber gescheitert und musste schließlich ohne Beute das Weite suchen.

Beträchtlicher Schaden: Rathaus musste schließen

Der Sachschaden am Fenster und an den Türen war beträchtlich. Er wurde auf mindestens 3000 Euro geschätzt. Es wurde zur Tat vermutlich ein großes Brecheisen verwendet. Da sich die Glastür zum Bürgerbüro nicht mehr gefahrlos öffnen ließ und zu befürchten war, dass sie aus der Verankerung kippt, wurde das Rathaus für den Parteiverkehr kurzfristig geschlossen.

Ermittlungsbeamte der Polizeiinspektion Pegnitz wurden mit der Sachbehandlung beauftragt, Beamte der Bayreuther Kriminalpolizei übernahmen die umfangreiche und aufwändige Spurensicherung am Tatort. Sehr schnell schöpften sie Verdacht, dass der Täter Ortskenntnis haben musste, da er zielgerichtet ins Bürgerbüro gegangen ist. Zudem war die Stelle, an der er sich Zugang zum Gebäude verschafft hatte, auf den ersten Blick nicht einsehbar.

Täter musste Ortskenntnis haben

Der Täter hatte offenbar gezielt nach einem hohen Geldbetrag gesucht, der dort hinterlegt war. Dieser bestand aus Bargeld, welches am Morgen nach der Tat an Asylbewerber im Bereich Creußen ausgezahlt werden sollte. Da sich üblicherweise kein Bargeld im Rathaus befindet und daher ein Einbruch dort normalerweise völlig sinnlos ist, ergab sich schnell der Verdacht, dass der Täter gerade von diesem Umstand Kenntnis hatte und daher genau diesen Zeitpunkt für seinen Einbruch gewählt hatte. Dies brachte die Pegnitzer Ermittler auf die Spur des Einbrechers.

Zudem hatte eine Streifenbesatzung der Polizeiinspektion Pegnitz erst einige Wochen zuvor zwei Männer kontrolliert, die Einbruchswerkzeug in ihrem Fahrzeug mitführten. Obwohl den Männern damals keine konkreten Straftaten nachgewiesen werden konnten, erinnerten sich die Beamten an diese Kontrolle und konnten den entscheidenden Hinweis geben.

Letzte Gewissheit gab schließlich eine DNA-Untersuchung, die jedoch einige Zeit in Anspruch nahm. Die DNA eines dieser beiden Männer konnte am Tatort zweifelsfrei festgestellt werden. Dadurch konnte schließlich ein armenischer Asylbewerber als Täter überführt werden. Auf seine Anklage kann der Täter in aller Ruhe warten, da er bereits aufgrund weiterer Einbrüche im Gefängnis einsitzt.

Außerdem weist die Pegnitzer Polizei ergänzend darauf hin, dass im  Rathaus keine Geldbeträge mehr aufbewahrt werden. Weitere Einbruchsversuche seien deshalb sinnlos.

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