Samstag, 28.11.2020

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Tempo 30 als Alternative in Pottensteiner Ortsteilen

Unter Einhaltung der Corona-Regeln fand der öffentliche Teil der Bauausschuss-sitzung größtenteils im Freien statt. - 11.11.2020 12:32 Uhr

Anträge auf Geschwindigkeitsbegrenzungen in mehreren Pottensteiner Ortsteilen waren nur einige der Punkte auf der langen Tagesordnung der Bauausschuss-Sitzung am Montag. Viele Anträge waren erfolgreich, allerdings nicht alle.

10.11.2020 © Symbolbild: Berny Meyer


Bürgermeister Stefan Frühbeißer (CWU-UWV) bat die Anwesenden gleich zu Beginn, die Abstandsregeln einzuhalten. Auf Masken wurde an der frischen Luft meist verzichtet, es sei denn, man musste sich doch dicht gedrängt am Straßenrand versammeln und auch so mancher Teilnehmer behielt die Maske aufgrund der Kälte auf.

Auf dem Programm standen Anträge auf Verkehrsspiegel, mehr Straßenbeleuchtung, aber vor allem Geschwindigkeitsbegrenzungen in bestimmten Ortsteilen. So dürfen sich die Einwohner von Weidmannsgesees über eine Tempo-30-Zone bis hin zur Bärenschlucht freuen. Die Notwendigkeit wurde den Teilnehmenden der Ausschusssitzung wie bestellt vor Augen geführt: Wurden doch während des Termins die Ausführungen von Bürgermeister Frühbeißer vom Brummen durchrauschender Autos begleitet.

Straßenbreite entscheidet

Abgelehnt wurde hingegen der Antrag aus Rackersberg, an der engen Ortszufahrt in Richtung Arnleithen ein Tempo-30-Schild aufzustellen. Anwohner beklagen sich dort über zu schnell fahrende Autos. Bei Begutachtung des Ortseingangs stellten die Mitglieder des Bauausschusses jedoch fest, dass die schmale Straße und die schlechte Sicht wegen des dichten Gartenbewuchses auf dem angrenzenden Grundstück eigentlich keine hohe Geschwindigkeit zuließen.

Der Bürgermeister warf "um der Ruhe Willen" den Vorschlag in den Raum, den gesamten Ortsbereich zu einer 30er Zone zu erklären. Immerhin ist die Durchfahrtsstraße bereits auf 30 Stundenkilometer begrenzt. Im gleichen Atemzug lies er den Vorschlag aber wieder fallen und die Mitglieder entschieden sich einstimmig, den Antrag auf ein Tempo-30-Schild abzulehnen.

Diskussionen dürfte der Antrag auf eine Tempo-30-Zone in der Waidacher Dorfstraße nach sich ziehen. Diese verleite zum schnelleren Fahren, so Frühbeißer, weshalb man dort über eine komplette Zone 30 nachdenken könne. Martin Krellner von der Stadtverwaltung schlug daher vor, den Anwohnern Zeit für eine Stellungnahme einzuräumen.

Anwohner hatten beantragt, den Einmündungsbereich zwischen Waidacher Dorfstraße und der Straße Am Anger zum Halteverbot zu erklären. Dass stieß jedoch auf wenig Zustimmung. Die Straßenbreite lasse parkende Fahrzeuge zu und die unzulässigen Bereiche seien bei Beachtung der Straßenverkehrsordnung selbstverständlich, lautete der Tenor der Bauausschuss-Mitglieder.

Hintergrund des Antrags seien jedoch falsch parkende Fahrzeuge, die ein freies Sichtfeld beim Einfahren in die Dorfstraße verhindern. Da die Falschparker bekannt seien, setzt der Bürgermeister in diesem Fall auf den persönlichen Dialog mit den Betroffenen und verlegte den Punkt kurzerhand in den nicht-öffentlichen Teil der Sitzung.

Bürgermeister Frühbeißer versuchte die Diskussion mit den Worten zu beenden, dass man ja in der Fahrschule lerne, sich langsam an Kreuzungen heranzutasten, um sicher in eine Straße einzufahren. Eine Anwohnerin merkte daraufhin verärgert an, dass ein sicheres Einfahren wegen der parkenden Fahrzeuge eben nicht möglich sei. Die Mitglieder des Bauausschusses setzten jedoch lediglich auf die Tempo-30-Zone, um den Bereich zu beruhigen und somit eine sichere Einfahrt in die Dorfstraße zu ermöglichen.

Der Antrag auf eine weitere Straßenlaterne im Bereich der Bushaltestelle an der Waidacher Dorfstraße wird ebenso wie der gleich lautende Antrag in Weidmannsgesees aufgeschoben. Laut Bürgermeister sollen in absehbarer Zeit die Laternen auf LED-Beleuchtung umgerüstet werden. Dann wolle man die Situation erneut begutachten, ob weitere Laternen erforderlich seien.

Zügig abgearbeitet

Nachdem alle Ortstermine "in Sibirien", wie Bürgermeister Frühbeißer aufgrund der abendlichen November-Kälte scherzte, nach knapp zwei Stunden Rundfahrt abgehakt waren, versammelten sich die fröstelnden Bauausschuss-Mitglieder und drei Zuhörer im Sitzungssaal des Rathauses.

Unter Einhaltung der Abstandsregeln wurde zügig über mehrere Bauanträge beraten, ob diese das gemeindliche Einvernehmen erhalten (siehe Infobox). Ein weiteres Thema war die Errichtung eines Wander-Parkplatzes am Ortsrand von Neugeusmanns. Die Mitglieder im Bauausschuss zeigten sich diesbezüglich positiv. Die Stadt werde sich daher mit den Anwohnern und Grundstückseigentümern besprechen.

Der Tagesordnungspunkt mit dem Ziel "Festlegung eines Brunnenstandorts", der im Zuge des Café-Neubaus an der Pegnitzer Straße entfernt werden musste (wir berichteten), wurde kurzerhand vertagt. Der Bürgermeister hielt es für "verwegen", am Abend über mögliche Standorte zu beraten, wie es der Tagesordnungspunkt vorsah. Erstmal wolle er Vorschläge von den anderen Stadtrats-Kollegen einholen. Fest stehe bereits, dass der Brunnen aus Platzgründen weder am Straßeneck, noch hinter dem Neubau am Burgberg aufgestellt werden könne, weil dadurch der öffentliche Charakter verloren gehe, erläuterte Martin Krellner.

Nach insgesamt drei Stunden endete der öffentliche Teil der jüngsten Sitzung und die Mitglieder des Bauausschusses gingen in den nicht-öffentlichen Teil über, auf dem nach Informationen der Redaktion noch mindestens sechs weitere, teilweise diskussionsbedürftige Punkte standen.

OLIVER HAAS

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