THW Pegnitz als Leuchtturm in Bayern

17.10.2016, 09:30 Uhr
Pegnitz war blau: Unübersehbar waren die Einsatzfahrzeuge des Technischen Hilfswerks im Stadtgebiet, denn zur Landesversammlung in der Wiesweiherhalle kamen mehr als hundert ehrenamtliche Einsatzkräfte und Delegierte aus ganz Bayern.

Pegnitz war blau: Unübersehbar waren die Einsatzfahrzeuge des Technischen Hilfswerks im Stadtgebiet, denn zur Landesversammlung in der Wiesweiherhalle kamen mehr als hundert ehrenamtliche Einsatzkräfte und Delegierte aus ganz Bayern. © Foto: Eva Böhm

Mehr als hundert ehrenamtliche Einsatzkräfte und Delegierte aus ganz Bayern nahmen an dem Treffen der THW Landesvereinigung teil. Die Mitglieder des THW-Ortsverbandes Pegnitz übernahmen den die komplette Ausrichtung mit Bewirtung und Verpflegung sowie die Vor- und Nachbereitung dieser ganztägigen Sitzung und erhielten dafür von den Teilnehmern ein großes Lob.

Bürgermeister Uwe Raab begrüßte die Teilnehmer und hob die guten Beziehung der Stadt Pegnitz sowie der Pegnitzer THW‘ler zum THW in Land und Bund hervor. Insbesondere Rudi Unger und Christian Bickel seien hier die herausragenden Akteure, die weit in die Landesgliederung hinein bekannt sind. „Das ehrenamtliche Engagement des THW in Pegnitz ist beispielhaft.“

Dass das THW vor einigen Jahren dann am Dianafelsen eine neue Heimat gefunden habe, sei auch Ausdruck der Würdigung dieses ehrenamtlichen Engagements, der guten Jugendarbeit und der Zusammenarbeit des THW mit anderen ortsansässigen Hilfsorganisationen. „Schließlich ist die Ansiedlung am Dianafelsen als grundlegender Baustein einer Rettungsmeile zu sehen, die dort weiterentwickelt wird.

Mit der Neuansiedlung des BRK und der Feuerwehr sind alle großen Akteure der Rettungsorganisation und Blaulichtfamilie am selben Standort angesiedelt und können so zusammenwirken. „Denn nur mit einem gemeinsamen Geist kann die anspruchsvolle Hilfeleistung aller Rettungsorganisationen durchgeführt werden, vor Ort, national wie international, da Erdbeben oder Hochwasser, Krieg oder Flüchtlingslager nicht vor nationalen Grenzen Halt machen“, betonte Raab.

Sympathieträger für unser Land

Oft seien die ärmsten Regionen dieses Globus davon betroffen, wie jetzt in Haiti, wo kein Wellblechdach auf den Lattenwänden blieb. Hilfe made in Germany werde gebraucht und genieße höchste Anerkennung. Das THW sei eine leistungsfähige und anerkannte Hilfsorganisation. THW Helfer seien bei Auslandseinsätzen Sympathieträger für unser Land, so der Bürgermeister.

Landrat Hermann Hübner erläuterte die Investitionen der letzten Jahre, wie beispielsweise Flutlicht, Hochwasserschmutzpumpen oder die Lichtmastanlage. Er nannte das THW einen „festen Bestandteil der örtlichen Gefahrenabwehr“. Die Organisation sei aus dem Katastrophenschutz nicht wegzudenken. Bundestagsabgeordnete Annette Kramme befasste sich mit dem Klimawandel und nannte das THW einen zuverlässigen Partner bei den Einsätzen. Sie schätze die ehrenamtliche Tätigkeit sehr, da sie selbst auch ehrenamtlich tätig sei.

Landtagsabgeordneter Peter Meyer lobte die hervorragende Jugendarbeit, die geleistet werde. Er sei häufig und gerne zu Gast und kenne die Zuverlässigkeit des THW in Pegnitz. Rudi Unger der frühere langjährige Ortsverbandsvorsitzende und jetziger zweiter Vorsitzender des Fördervereins buchstabiert das THW (Technische Hilfswerk) vollkommen neu: tatkräftig – hilfsbereit – weitsichtig. Landesverbandsschatzmeister Siegfried Schymalla erläuterte Einnahmen und Ausgaben, die Kassenprüfer bestätigten einwandfreie Kassenführung.

Steffen Eyrich, Landesjugendleiter, will demnächst einen Imagefilm erstellen. „Projekt Vielfalt“ soll er heißen. Ein besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass die heimische Jugend frühzeitig mit jungen Flüchtlingen in Kontakt kommt und dies deren Integration fördert. Es soll das Bewusstsein dafür geöffnet werden, dass auch andere Kulturen hier leben. Im Ortsverband Pegnitz sind drei junge Erwachsene bereits aktiv, sie kommen aus Somalia, Äthiopien und Mali.

Das diesjährige Bundesjugendlager in Neumünster war sehr erfolgreich. Es kamen mehr als 4800 Teilnehmer, Pegnitz war mit elf Kameraden dabei. Das nächste Landesjugendlager wird voraussichtlich in Weilheim/Schongau in der ersten Woche im August 2018 stattfinden.

Nachwuchs sehr aktiv

Die THW-Jugendgruppe Pegnitz hat dieses Jahr die neue Landesjugendsatzung für sich beschlossen und ist damit auch Mitglied im Jugendlandesverband. In Pegnitz sind derzeit 14 Jungs und zwei Mädels in der Ausbildung aktiv. Jugendbetreuer ist Oliver Deinlein, er wird dabei unterstützt von wechselnden fachspezifischen Betreuern. Der Ortsverband unterstützt die Jugendarbeit dahingehend, dass Material, Ausrüstung und Fachhelfer zur Verfügung gestellt werden.

Christian Bickel stellte fest, dass im Bund die Haushaltsmittel für alle Ortsverbände bei den Haushaltsverhandlungen um acht Millionen Euro erhöht wurden. Auch für 2017 wurde mitgeteilt, dass dieses positive Verhandlungsergebnis mit dem erhöhten Budget beibehalten werden soll. Bundesweit sollen 208 hauptamtliche Mitarbeiter eingestellt werden. Mit diesen sollen die Verwaltungsarbeiten geschultert werden, um die Ehrenamtlichen davon zu entlasten; diese haben dann mehr Zeit für Ausbildung und das Einsatzgeschehen frei.

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