Eigenleistung

Toiletten im Böheim-Gebäude saniert

Frank Heidler

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14.1.2022, 11:52 Uhr
Nach dem Umbau und der Sanierung erstrahlen die WC-Anlagen im Böheim-Gebäude in neuem Glanz. Der größte Teil der Baumaßnahme wurde in einem Dreivierteljahr erledigt.

Nach dem Umbau und der Sanierung erstrahlen die WC-Anlagen im Böheim-Gebäude in neuem Glanz. Der größte Teil der Baumaßnahme wurde in einem Dreivierteljahr erledigt. © Foto: Frank Heidler

Wer genau hinsieht, entdeckt noch ein paar kleinere "Baustellen". Von der Decke hängen weiße Stromkabel, an denen alsbald Lampen befestigt werden. "Lampen und Lüftung sind mit Bewegungsmeldern ausgestattet, das ist heute Standard", sagt Badstieber.

Die Türblätter müssen noch abgeschliffen und neu gestrichen werden. Auch an den Türrahmen nagte der Zahn der Zeit. Die Farbe ist teilweise abgeblättert. "Wir haben noch Wandfarbe übrig und sind nur noch nicht dazu gekommen, das zu erledigen." Selbstverständlich werden noch die alten und unansehnlichen Aufkleber von den Türblättern abgespachtelt.

Ganz sicher aber werden dort die historischen Email-Schilder mit der Aufschrift "Damen" und "Herren" wieder ihren Platz finden und für historischen Charme sorgen.

Ein Dreivierteljahr hätten diese Abbruch-, Umbau- und Sanierungsarbeiten gedauert. "Mit Pausen", wie Badstieber korrekterweise anmerkt. "Die Trennwände für die Toiletten wurden erst im Dezember 2021 geliefert." Aber jetzt ist es endlich geschafft.

Gerade bei den groben Arbeiten wie Mauerdurchbrüchen konnte sich Badstieber auf die Unterstützung von "fünf bis zehn Helfern" aus dem Waldstockverein verlassen. "Unser harter Kern."

Bei der Frage nach den geleisteten Arbeitsstunden musste der Vorsitzende jedoch passen. "Das waren viele, viele Stunden, wahrscheinlich mehrere tausend." Alles in der Freizeit ehrenamtlich geleistet.

Dazu noch diverse Handwerkereinsätze, gerade bei den Elektroarbeiten und dem Austausch maroder Fenster.

Drei Toiletten für Frauen

Aufgestellt wurden Trockenbauwände, die WC-Fußböden waren völlig neu aufgebaut worden. Die gute Nachricht gerade für Besucherinnen der Veranstaltungen: "Wir haben jetzt drei Damen-Toiletten." Vorher war es eine einzige. Also keine langen Schlangen in den Tanz- und Konzertpausen bei Waldstock-Veranstaltungen im Gebäude der Böheim-Brauerei.

Die Gesamtkosten der kompletten Maßnahme schätzt der Vorsitzende auf "50 000 bis 60 000 Euro". Der Löwenanteil wird dabei aus einem Zuschuss in Höhe 43 000 Euro bestritten. Die hochwillkommene Finanzspritze stammt aus dem bundesweiten Förderprogramm "Neustart Kultur", das in der Corona-Krise durch die Bundesregierung aufgelegt worden war. Natürlich war vor Auszahlung des Zuschusses auch ein kleiner Eigenanteil der Pegnitzer fällig.

Nachdem die erste Förder-Milliarde aus dem "Neustart Kultur" schon nach wenigen Monaten aufgebraucht war, machten die Bundespolitiker gleich eine zweite Milliarde locker.

Von dieser Riesensumme machen die Pegnitzer Waldstock-Bedürfnisräume natürlich nur einen Mini-Bruchteil aus.

Nicht unerheblich zum Gelingen des Vorhabens hat auch der Gebäudebesitzer, Getränkehändler Martin Weiss aus Auerbach, beigetragen. "Ich habe in mein eigenes Gebäude investiert", bestätigte dieser am NN-Telefon.

Handwerker und Helfer waren über Monate vor Ort im Einsatz.

Handwerker und Helfer waren über Monate vor Ort im Einsatz. © Foto: Waldstockverein

Den Fenstereinbau und die Trennwände hat Weiss aus eigenen Mitteln bestritten. Den Aufwand dafür schätzt der Waldstock-Vorsitzende Johann Badstieber momentan auf etwa 15 000 Euro. Beide Seiten, Waldstockverein und Gebäudebesitzer, betonen die bisherige "gute Zusammenarbeit".

Trotz aller guten Nachrichten zum Umbau kann der Waldstockverein aber noch nicht mit neuen Veranstaltungen durchstarten. "Die Räume werden im Augenblick mehr oder weniger privat genutzt". Mehr sei unter Corona leider nicht möglich, bedauert der Waldstock-Vorsitzende.

Und dabei machen auch die übrigen Räume im Böheim-Gebäude einen einladenden Eindruck. So wurde im "Schalander" der Brauerei durch den Waldstock-Verein eine ganze Küchenzeile eingebaut. "Das ist unser Vereinsheim." Nicht zu übersehen auf der weißen Schrankfläche zwei großformatige rote Firmen-Embleme "Böheim-Brauerei". Dazu der Vorsitzende: "Wir haben schon immer Böheim-Bier bei unseren Veranstaltungen getrunken". Und ausgeschenkt, versteht sich.

Genau ein Stockwerk höher, im eigentlichen Tanz- und Konzertraum, zieht ein ausgestopfter Dachs die Blicke von Besuchern auf sich. "Der stand bei Waldstock in der Kaffee-Bar", erklärt Johann Badstieber.

Relikte von Party-Events

Unmittelbar daneben auf einer jetzt ausgeschalteten Leuchttafel, wird in blassroten Lettern für eine längst vergangene Neon-Party der Q-Stufe des Gymnasiums geworben.

Sogar einen kleinen Büroraum können die Waldstock-Verantwortlichen künftig nutzen. Dieser misst jedoch nur etwa fünf bis sechs Quadratmeter Grundfläche.

"Da können wir die Verwaltung für unsere Veranstaltungen erledigen." Noch stehen die meisten Akten jedoch bei Vereinskassier Michael Weber zuhause, bis das Regal aufgebaut ist. Eines ist Johann Badstieber und seinen Mitstreitern beim Umbau schon jetzt klar: "Ohne Corona und den ruhenden Veranstaltungsbetrieb hätten wir gar nicht die Zeit gehabt, eine solche Umbaumaßnahme durchzuziehen."

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