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Toni Herzing neuer Image-Botschafter der Metropolregion

Büchenbacher Bio-Imker stahl bei der Consumenta 30 Hoheiten die Schau - Hauptdarsteller im "Platz für Schwärmer" - 01.11.2018 23:44 Uhr

Toni Herzing aus Büchenbach ist neuer Image-Botschafter der Metropolregion Nürnberg im Video "Platz für Schwärmer". © Metropolregion


Der Bayreuther Landrat Hermann Hübner enthüllte gemeinsam mit dem frischgebackenen Botschafter das neue Kampagnen-Motiv „Platz für Schwärmer“. Im Anschluss erzählte der Imker von seiner Geschichte und seiner Passion für Bienen. Dazu gehört auch ein Kampagnen-Video, das fortan metropolregionsweit eingesetzt wird und auch vom Landkreis Bayreuth für Werbezwecke genutzt wird.

Anton Herzing ist Bio-Imker aus Überzeugung und versteht sich als „Baumeister für die Zukunft der Region“. Als Vorsitzender des Imkervereins Creußen und Umgebung begeistert er Menschen aller Altersgruppen für die Bienenhaltung und setzt sich für die Artenvielfalt in der Metropolregion ein. Sein persönliches Ziel: Zum Erhalt der Kulturlandschaft beitragen und etwas von seinem Wissen an die nächste Generation weitergeben. „Wenn ich mithelfen kann, die Schönheit der Natur im Landkreis Bayreuth zu bewahren, dann bin ich zufrieden.“

Der Büchenbacher Bio-Imker Anton Herzing versteht es, die Jugend für die Bienenzucht zu interessieren. © Roland Fengler


Beim Start "total zerstochen"

Dabei war für ihn in der Imkerei aller Anfang schwer. Sein erstes Bienenvolk hat sich Anton Herzing 1991 zugelegt. „Meine Frau Maria und ich hatten auf einer Anhöhe in der Nähe von Büchenbach ein Grundstück mit Obstbäumen gekauft, aber die trugen fast keine Früchte. Es gab zu wenig Bienen“, erinnert er sich. Ein Bienenstock sollte Abhilfe schaffen. „Damals hatte ich aber gar keine Ahnung von der Imkerei und war gleich total zerstochen.“

Trotz des schmerzhaften Einstands war die Begeisterung für die Imkerei entfacht. Neben seiner Vollzeit-Arbeit am städtischen Bauhof in Pegnitz hat Herzing so emsig Wissen über die Bienen gesammelt wie diese Nektar und Pollen. An der Imkerschule Oberfranken im Wasserschloss Mitwitz hat er die Grundlagen des Imkerns erlernt. Später absolvierte er zahlreiche Lehrgänge an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau in Veitshöchheim.

Heute hat Anton Herzing rund 40 Bienenvölker, die in einem Bienenhaus und mehreren frei stehenden Bienenstöcken auf dem Areal bei Büchenbach leben. Die Obstbäume und eine 1.500 Quadratmeter große Blumenwiese bereiten den Insekten einen reichlich gedeckten Tisch in nächster Nähe. Auf dem Gelände haben Maria und Anton Herzing einen staatlich anerkannten Imkerlehrstand eingerichtet; er bietet Platz für Besucher und Lehrgänge sowie einen Schleuderraum, der höchsten hygienischen Ansprüchen genügt.

Seit 1998 erzeugen die Herzings naturbelassenen, einheimischen Honig. Schon damals waren die artgerechte Haltung der Honigbienen und der Respekt vor dem Bienenvolk die Grundlage ihrer Imkerei. Die Umstellung von der konventionellen auf die Bio-Imkerei war deshalb auch kein radikaler Umbruch, eher eine logische Weiterentwicklung.

Seit 2012 als Bio-Imker zertifiziert

Einen wichtigen Anstoß gab der Kontakt mit Barbara Bartsch, der staatlichen Fachberaterin für Bienenzucht in Oberfranken. Außerdem fragten immer wieder Bio-Läden aus dem Bayreuther Land an, die nur zu gerne Bio-Honig „aus der Region für die Region“ verkaufen wollten. So ließ Anton Herzing 2012 seine Bienenhaltung als Bio-Imkerei zertifizieren. Die Auflagen dafür sind streng: So darf beispielsweise für die Bienenkästen ausschließlich Holz verwendet werden, das mit schadstofffreien Mitteln behandelt wurde. Zur Bekämpfung der Varroa-Milbe sind nur organische Säuren gestattet, keine synthetisch hergestellten Medikamente. Zur Winterfütterung bekommen die Bienen Bio-Zucker oder Bio-Honig. Weil Bio-Honig nicht über 40°C erhitzt werden darf, bleiben wertvolle Inhaltsstoffe wie Enzyme erhalten. Ein umfangreiches Kontrollverfahren stellt sicher, dass diese Spielregeln eingehalten werden und mit dem Label „Bio-Honig“ kein Etikettenschwindel betrieben wird.

Die aktuellen Prüfdokumente von Anton Herzings Bienenvölkern füllen einen dicken Aktenordner. Wenn er darin blättert, freut er sich über die Ergebnisse: In seinem Honig finden sich keinerlei unerwünschten Substanzen: „In jedem Glas Honig steckt nur das Beste aus der Region.“ Ein Teelöffel Bio-Honig pur oder auf einem Butterbrot versetzt die Geschmacksknospen in Ekstase. Schon oft wurde der Honig der Herzings prämiert. Auf der „Honigmesse“ der bayerischen Imker erhielt der Honig aus Büchenbach die Auszeichnung „Gold 1a“, sozusagen die Platinmedaille in der Imker-Olympiade.

Der Imker ist auch aktiv in der Bildungsarbeit: Führungen für Kinder und Jugendliche wecken das Interesse für die Bienenhaltung Gleich neben dem Imkerlehrstand befindet sich der 2001 in Kooperation mit der Stadt Pegnitz angelegte Wald- und Imkerlehrpfad „Pfaffensteig“ mit 16 Schautafeln. Herzing freut sich, wenn Spaziergänger entlang dieser gut einen Kilometer langen Strecke Neues über Bienen sowie den Wald und dessen Bewohner erfahren.

Mitgliederzahl versechsfacht

Der Büchenbacher möchte seine Begeisterung für die Bienenhaltung teilen. Deshalb engagiert er sich im Landkreis und anderen Regionen Oberfrankens ehrenamtlich in der Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Allein 2018 hat Anton Herzing am Imkerlehrstand rund 20 Führungen für Kinder und Jugendliche ausgerichtet. Diese Art der Überzeugungsarbeit liegt dem 64-Jährigen offensichtlich. Seit er 2006 zum 1. Vorsitzender des Imkervereins Creußen und Umgebung gewählt wurde, hat sich die Mitgliederzahl versechsfacht. Heute gehören dem Verein, der sich den Grundsätzen der ökologischen Imkerei verpflichtet fühlt, 156 Mitglieder an, darunter viele junge Familien.

Für diese Zielgruppe der Neueinsteiger ist das 2016 initiierte Programm „Mitimkern“ gedacht: Interessierte können von März bis September jeweils sonntags mit einem erfahrenen „Imkerpaten“ erste Erfahrungen mit der Bienenhaltung machen. Damit nicht genug: Aus einer zufälligen Begegnung auf der Landesgartenschau in Bayreuth 2016 ist das Projekt „GYM BEE“ am Gymnasium Pegnitz entstanden. Als die Achtklässler im Bio-Unterricht die Idee hatten, mit eigenen „Schulbienen“ einen Beitrag zur Biodiversität zu leisten, stellte Herzing zwei Bienenstöcke auf die Dachterrasse. 30 Jugendliche aller Jahrgangsstufen kümmern sich darum. Längst sind der GYM-BEE-Honig sowie Lippenpflegestifte aus Bienenwachs Verkaufsschlager auf Schulveranstaltungen. Der Erlös fließt in Bienenweiden, die rund um die Schule angelegt werden.

Nach 28 Jahren am Bauhof in Pegnitz, davon neun Jahre als Leiter, hat sich Anton Herzing im Januar 2018 aus dem Berufsleben verabschiedet. Er ist froh, dass er jetzt mehr Zeit hat für seine Bienenvölker und ehrenamtliche Aktivitäten. Im Gegensatz zu seinen Kindern war es für Anton Herzing nie eine Option, aus seinem Geburtsort Büchenbach wegzuziehen. Er hängt am Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst und ist froh, seinen Alltag dort zu leben, wo andere Urlaub machen: „Die kleinstrukturierte Landschaft mit ihren Hecken, Hügeln, Feldern und Streuobstwiesen ist mein Zuhause. Das freundliche Miteinander ist typisch für diese Region. Warum hätte ich jemals weggehen sollen?“


  

nn

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