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Donnerstag, 04.06.2020

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Traum vom Saal ist Wirklichkeit geworden

Große Einweihungsfeier im Brigittenheim rund um den Anbau - Geld dafür stammt aus einer Erbschaft - 04.08.2008

Der «Sonnensaal» im Brigittenheim wurde jetzt offiziell eingeweiht (oben). Bei den Feierlichkeiten sind auch langjährige Mitarbeiter ausgezeichnet worden (Bild unten). © Eva Böhm


Dank einer Erbschaft konnte der Anbau bewältigt werden. Es wurden keinerlei Gelder von Heimbewohner verwendet. «Es war ein lang gehegter Wunsch von Mitarbeitern nach einem großen Saal, um gemeinsam große Feiern veranstalten zu können.»

An Weihnachten fand - ohne Strom nur mit Kerzenbeleuchtung - bereits eine erste Schnupperfeier statt. Künftig sollen viele Veranstaltungen durchgeführt werden. Ein Heimkino ist ebenso angedacht wie ein Kaffeenachmittag oder Podiumsdiskussionen.

«Viele Menschen sollen kommen, um Leben ins Haus zu bringen. Es gibt zwar Schmerz und Leid, Krankheit und Gebrechlichkeit, aber auch reichlich Freude und Lebenserfahrung, gepaart mit Weisheit, und viele Geschichten, freundliche Mitarbeiter: welch ein Schatz!», sagte Schoenauer. «Verachtet das Alter nicht. Viele Menschen, die hier wohnen, haben nach dem Krieg das Land wieder aufgebaut.» Das sollte nicht vergessen werden.

Da die Sonne ein Symbol für Licht und Kraft ist, und Jesus sagte: «Ich bin das Licht», fand man einen schönen Namen, der gut zum Haus passt, nämlich «Sonnensaal». Bei diesen Worten brandete Applaus auf.

Dr. Schoenauer wünschte, dass der Saal das Miteinander in der Stadt und der Bevölkerung fördern möge. Er überreichte auch einen schriftlichen «Haussegen» an Heimleiterin Anke Schellermann. Weiter fand er Dankesworte für alle Helfer, die zum Gelingen des Festes beigetragen hatten.

Bürgermeister Manfred Thümmler gratulierte dem Brigittenheim herzlich. «Es ist eine tolle Leistung der Diakonie, einen derartig schönen Sonnensaal geschaffen zu haben.»

MdL Walter Nadler betonte, wie gern er nach Pegnitz zu Freunden kommt, und dazu gehört auch das Brigittenheim. «Den Kameraden, die sagen ‚Kreuze raus aus den Schulen‘, sollten wir nicht folgen. Es muss doch auch bedacht werden, was durch die Kirchen an sozialer Arbeit vollbracht wird.» MdL Dr. Christoph Rabenstein berichtete, dass er durch die Aktion «Seitenwechsel», in der Politiker für einen Tag in sozialen Einrichtungen arbeiten, auch die Diakonie kennenlernte. «Was hier geleistet wird, mit Anstrengung aber auch mit Erfüllung, das ist beispielhaft. Alle Mitwirkenden, ob Planer oder Ausführende, haben sich große Mühe gegeben. Das strahlt auf die Bewohner aus.» Die offene, helle Atmosphäre im Haus und im «Sonnensaal» solle Sonne in die Herzen bringen.

Er überreichte ein Bild des Maximilianeums als Zeichen der Verbindung zur bayerischen Politik. Thümmler übergab einen Scheck, Nadler eine Barspende und die ausführende Baufirma Diersch eine Spende in Höhe von 4000 Euro.

Kaplan Christian Kaiser sprach ein Grußwort namens der katholischen Pfarrgemeinde. Er betonte, dass der diakonische Dienst ein Liebesdienst der Nächstenliebe und Zuwendung an ältere Menschen ist.

Heimleiterin Anke Schellermann hielt ihre Rede kurz, aber poetisch: «Wenn einer träumt, ist es ein Traum; wenn viele träumen, ist es der Beginn der Wirklichkeit.» Der Traum vom Saal sei Wirklichkeit geworden. Sie dankte allen Beteiligten, beispielsweise dem Diakonieausschuss, und besonders dem Dekan selbst für seinen immensen Arbeitseinsatz.

Verdiente Mitarbeiter

Mit ihm zusammen zeichnete sie langjährige Mitarbeiter aus: Für zehn Jahre Gerald Merz, Mirko Kingler und Astrid Schmid. Für 30 Jahre («Sie gehören schon zum Inventar») Georg Bernt und Magdalena Hacker.

Die Einweihungszeremonie wurde vom Posaunenchor unter Jörg Fuhr und dem Chor «Lingua musica» unter Michael Starke mitgestaltet.

Bevor im Eingangsbereich des Brigittenheims mit opulentem Kuchenbüfett, Grill- und Getränkestand, einem Auftritt des Wiesweiherkindergartens, einer Tanzaufführung des BBB-Tanzkreises und der KSB-Werkskapelle das Sommerfest begann, wurde noch feierlich ein Kunstwerk enthüllt: Am Eingang zum «Sonnensaal» gibt es jetzt nämlich eine «Sonnenecke». Sie wurde von Andreas Glenk überaus ansprechend gestaltet. «Das Kunstwerk lebt vom Licht» meinte Dr. Schoenauer. Die moderne Wanddekoration hat bewegte helle, gelb-orange-rote Farbtöne. Ein Mensch streckt sich darin der aufgehenden Sonne entgegen.

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