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Donnerstag, 25.04.2019

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Trockauer Sternsinger ziehen von Haus zu Haus

"Das macht einfach Spaß": Am 6. Januar ist es wieder soweit - 05.01.2019 11:00 Uhr

Die Sternsinger von Trockau werden am Dreikönigstag wieder von Haus zu Haus ziehen. Sie schreiben über die Türen C*M*B. Das bedeutet „Christus Mansionem Benedicat“ (Christus segne dieses Haus). Das Bild zeigt (von links) Leon Hoderlein, David Kohler, Paula Kühnlein und Laura Sendelbeck. © Ralf Münch


"Manche Gemeinden senden ihre Sternsinger auch früher aus. Wir machen das aber immer erst am 6. Januar. Zu Heilige Drei Könige", sagt der katholische Trockauer Pfarrer Josef Hell. Eine Gruppe ist in Bodendorf unterwegs, drei in Troschenreuth, vier in Büchenbach und noch einmal vier in Trockau. In traditioneller Besetzung: Caspar, Melchior, Balthasar und dem Sternträger.

"Bisher hatten wir in Trockau immer nur drei. Aber in diesem Jahr ist die Anzahl der Ministranten, die eben den Part der Sternsinger übernehmen, besonders stark. Was mich schon ein wenig wundert. Denn Studien zufolge heißt es ja immer, dass der Glaube immer schwächer wird. Ich finde es faszinierend", so die Oberministrantin Julia Held. Sie geht ins Pegnitzer Gymnasium und ist eine der "Älteren". Sie ist mit anderen Oberministranten mit den Kindern unterwegs, betreut sie und geht mit ihnen von Haustür zu Haustür.

Noch ohne Schminke

Der elfjährige David Kohler schlüpft am Sonntag in die Rolle des Melchiors, zum dritten Mal ist er dabei. Beim Fototermin hat er noch keine Gesichtsschminke aufgelegt, am Sonntag wird er es machen. Genauso wie der zwölfjährige Leon Hoderlein, der bereits zum vierten Mal mitmacht und als Caspar auftritt; die 13-jährige Paula Kühnlein ist ebenfalls das vierte Jahr dabei. Die neunjährige Laura Sendelbeck trägt einen Stern.

Was reizt sie daran, als Sternsinger von Haus zu Haus zu ziehen? Bei der Antwort sind sie sich alle einig: "Das macht einfach riesigen Spaß." Durch das Dorf zu gehen und die Geschichte zu verbreiten, wie Paula Kühnlein erklärt. Gesungen wird bei den Trockauer Sternsingern nicht. Es werden Texte aufgesagt, die die Geschichte erklären.

Um die passende Bekleidung müssen sie sich keine Gedanken machen. Denn vor zehn Jahren haben sich einige Trockauer Frauen bereit erklärt, die alten, abgenutzten Kostüme neu zu schneidern — in verschiedenen Größen sowohl für Caspar als auch für Melchior oder Balthasar. Wenn man bedenkt, dass die Kostüme nur einmal im Jahr an nur einem Tag getragen werden, dann relativieren sich die Jahre und die Abnutzung. Und mottenfrei werden sie im Pfarrhaus sowieso gelagert.

Diskussion über die Farbe

"Es gibt ab und zu mal Diskussionen, welche Farbe des Kostüms zu welcher Person gehört. Meine Ministrantinkollegin, die ist einer ganz anderen Auffassung als ich. Da gibt es von Dorf zu Dorf verschiedene Ansichten", sagt Held und fügt hinzu, dass da jeder seine eigene Überzeugung habe, was richtig sei. Aber kaum ein Bürger wird wohl wissen, welche Farbe die richtige für wen ist.

Darum geht es auch gar nicht. Sondern darum, dass die Sternsinger Spenden sammeln, für das Kindermissionswerk "Die Sternsinger". Die Spenden werden schließlich für Projekte in der Dritten Welt verwendet, wo Kindern, etwa in Uganda oder Sierra Leone, geholfen wird.

"Das ist schon schade"

Spenden als Sternsinger zu sammeln, ist allerdings nicht immer ganz so einfach. Denn es passiert auch immer wieder, dass die Haustür nicht geöffnet wird. "Ja, es passiert immer wieder, dass wir vor der Tür stehen und sie nicht aufgemacht wird", sagen David, Leon und Paula. "Das ist dann schon schade", erzählen sie weiter.

Held kann dies sowohl aus ihrer früheren Zeit als Sternsingerin als auch als Begleitung der Kinder bejahen: "Es passiert schon, dass wir klingeln und merken, dass jemand zu Hause ist. Aber eben nicht geöffnet wird. Mir ist aufgefallen, dass das öfter in Neubaugebieten passiert, wo vielleicht auch Menschen hingezogen sind, die das vielleicht nicht kennen. Weniger in den älteren Ortsteilen. Das ist aber auch nicht weiter schlimm. Meistens werden wir freundlich empfangen." 

RALF MÜNCH

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