Freitag, 21.02.2020

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Trotz Handwerksmesse: Aula der Mittelschule füllt sich nicht

Bei der Handwerksmesse in der Christian-Sammet-Mittelschule präsentieren sich Betrieb aus der Region. - 16.11.2019 06:55 Uhr

Jugendliche am Stand der Sanitär- und Heizungsbaufirma Lang aus Pegnitz. Bei der Handwerksmesse in der Christian-Sammet-Mittelschule konnten sie sich über verschiedene Betriebe der Region informieren. © Foto: Ralf Münch


13 Stände sind in der Eingangshalle der Mittelschule verteilt. Das Handwerk in der Region will sich zeigen. Das muss es auch: "Es wird langsam schwierig", sagt Lisa Engelhardt. Die Personalreferentin arbeitet für den Autohändler Motor Nützel und steht an diesem Nachmittag zusammen mit Andreas Bougas in Pegnitz.

Bougas ist einer der wenigen jungen Menschen, die sich noch in einem Handwerksberuf ausbilden lassen. Der 19-Jährige arbeitet in der Bayreuther Niederlassung von Motor Nützel als Azubi zum Kfz-Mechatroniker. "Ich wollte schon immer etwas Handwerkliches machen. Interesse an Autos habe ich sowieso", erklärt Bougas seine Berufswahl.

"Arbeit ist vielseitig"

Das Handwerk werde unterschätzt, sagt der 19-Jährige. "Wer glaubt, dass wir den ganzen Tag nur Reifen wechseln, liegt falsch. Unsere Arbeit ist vielseitig und abwechslungsreich. Und wenn man an schönen Autos rumschrauben darf, ist die Moral natürlich gleich höher."

Zu den Interessierten in der bei weitem nicht vollen Aula der Mittelschule gehören Jannik Hufnagel und Jonas Kaluza. Die beiden 14-Jährigen besuchen die Realschule Pegnitz. Hufnagel ist sich sicher, dass er eines Tages einen handwerklichen Beruf ergreifen will. Die beiden kommen gerade vom Stand des Steuerungstechnikherstellers Richter. Besonders angetan habe es ihnen keiner der Stände, sagt Kaluza, bevor die beiden weiter zum Stand einer Schreinerei ziehen.

Auch Nina Meier und Sophia Beier (beide 14) sind sich nicht sicher, in welche Richtung es mal gehen soll. Einen Lieblingsstand haben sie aber: den des Landgasthofs Freiberger in Schnabelwaid. Dort steht Alexander Freiberger und versucht, junge Menschen für die Gastronomie zu interessieren. "Wir haben sehr viel Personal verloren in den vergangenen Monaten", sagt Freiberger.

Das an sich interessante Gewerbe sei Fluch und Segen zugleich: "Bei uns kann man halt die ganze Welt sehen – dann wollen die Leute aber auch mal raus."

Die Ausbildung in Deutschland sei so gut, dass die Jung-Gastronomen überall begehrt seien. "Wir versuchen natürlich, sie so lange wie möglich zu halten. Viele sind gut genug, um schon in der Ausbildung eine Hilfe für das Team zu sein."

JULIAN SEIFERTH

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