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Trotz leerer Schulhäuser: Hausmeister auch derzeit gut beschäftigt

Den Hausmeistern scheint die Arbeit auch in Zeiten von Homeschooling nicht auszugehen - 21.01.2021 18:46 Uhr

Immer wieder musste Hausmeister Ralf Raschke in den vergangenen Tagen rund ums Gymnasium Pegnitz den Schnee wegräumen. Die momentan steigenden Temperaturen verschaffen ihm zumindest bei dieser Tätigkeit eine kurze Atempause.

21.01.2021 © Foto: Klaus Trenz


Während sich Politiker allerorten mit immer neuen Vorschlägen zum Homeoffice überbieten, ist das bei einer ganz besonderen Spezies von "guten Geistern" unmöglich: Gemeint sind die Schulhausmeister. Trotz gähnender Leere in Klassenzimmern und Schulkorridoren aus Infektionsschutzgründen scheint ihnen die Arbeit mitnichten auszugehen.

So richtig ruhig wird es trotz ministeriell verordnetem Schul-Lockdown im Gymnasium Pegnitz nicht. Dafür sorgt auch der Hausmeister Ralf Raschke. "Der kann jetzt im ganzen Haus richtig Lärm machen", verrät Vize-Schulleiter Wolfgang Schreiber auf NN-Anfrage.

Job für Frühaufsteher

Beim Schneeräumen konnte sich Raschke angesichts des Mini-Schulbetriebs mehr Zeit lassen als im übrigen Winterhalbjahr. "Das machte ich heute so um 6 Uhr oder 6.30 Uhr." Zu normalen Schulzeiten ist er dafür schon ab "halb Fünf" gefordert.

Sportlehrer Andreas Lindner, der gerade in der Turnhalle per Live-Übertragung für seine Schüler vorturnt, dürfte von möglichen Hausmeister-Geräuschen nur wenig mitbekommen. Und die vier oder fünf Schüler der Notbetreuung aus 5. und 6. Jahrgangsstufe müssen sich eben damit arrangieren.

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Ob Heizungswartung oder Handwerkerbesuche: Der Hausmeister ist für alle technischen Belange im Schulhaus meist der allererste Ansprechpartner. Wolfgang Schreiber weiß: "Der Hausmeister hat kaum was davon, dass die Schüler nicht kommen."

Check der Klimaanlage

Kleinere Reparaturen werden von Ralf Raschke meist sofort erledigt. Und defekte Leuchtmittel in den Klassenzimmern getauscht. "Ich checke auch die Klimaanlagen." Und natürlich die Heizung, "wenn diese spinnt".

Besonderes Augenmerk legen auch die anderen befragten Hausmeister aus Pegnitzer Schulen auf die "Verkeimungsgefahr" bei allen Wasserhähnen und Waschbecken. Das gilt auch für die WC-Spülungen. "Ich mache da jede Woche meine Runde", erklärt Hausmeister Raschke. Die Fülle der Aufgaben erledigen Raschke und ein Hausmeisterkollege normalerweise zu zweit. "Aber der Kollege feiert gerade Resturlaub aus dem Vorjahr ab."

Direkten Schülerkontakt hat Raschke im Normalfall nur beim Pausenverkauf. "Das ist eine Art kleiner Nebenverdienst." Der Pausenverkauf wurde aber bereits beim "Schulbetrieb light" eingestellt. Hausmeister Raschke: "Für halbe Klassen lohnt sich das nicht." Und jetzt schon gar nicht für die wenigen verbliebenen Lehrer im Schulhaus.

"Ab Mittwoch haben wir einen Schüler in der Notbetreuung", beschreibt der Leiter der Sammetschule, Thorsten Herzing, die Lage in der Lockdown-Zeit. Das Schulgelände umfasse rund 66 000 Quadratmeter. "Da ist immer etwas zu tun."

Aktuell sei Hausmeister Erwin Kürzdörfer noch mit Restarbeiten beim Umbau der Toilettenanlagen beschäftigt. Dieser müsse auch die "Verkehrsflächen" von Schnee freihalten. So werde der Durchgang unter der Turnhalle auch von Eltern aus dem Franziskus-Kindergarten genutzt.

Deshalb muss auch Kürzdörfer ein Frühaufsteher sein. Bei Schneefällen erfolgt die erste Räumtour bereits "zwischen 5 und 6 Uhr in der früh".

Nur das allerbeste Einvernehmen mit den Schülern hat der Realschul-Hausmeister Artur Wright — weshalb sogar die Schülerzeitung "That’s wright" nach ihm benannt wurde.


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Wie Realschulleiter Christoph Kasseckert berichtet, habe der Hausmeister "erst in der vorigen Woche Bäume ausgeschnitten". Kasseckert im Brustton der Überzeugung: "Der ist gut beschäftigt." Jetzt im Lockdown könne dieser Handwerksarbeiten erledigen wie sonst nur in den Schulferien.

Sanierung der Sitzbänke

Kasseckert wörtlich: "Das ist ein Riesengebäude." Da müsse mal bei der Heizung ein Kessel getauscht werden. Oder eben zwei je vier Meter lange Bänke für Schüler im Gebäude-inneren erneuert werden. "Auf denen sitzen manchmal zehn oder 15 Schüler drauf." Abschleifen und ein frischer Anstrich — alles Hausmeisterarbeit.

Schneeräumen und viele Instandhaltungsarbeiten gehören zu den Hauptaufgaben des Pegnitzer Grundschulhausmeisters Norbert Frank. Dieser ist außer für die Grundschule auch noch für das Bürgerzentrum und die Kulturhalle am Wiesweiher zuständig.

Aktuell hängt Frank gerade für eine bessere Wlan-Abdeckung im Bürgerzentrum die Wlan-Repeater auf. "Für die Mittagsbetreuung im Bürgerzentrum befestige ich auch gerade die Regale." Immer wieder bekäme er auch "Anrufe, wenn mal wieder ein Licht nicht funktioniert".


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Kaum Veränderungen gab es für den Pottensteiner Schul-Hausmeister Uwe Brunner. "15 Schüler sind in der Notbetreuung." Dazu noch einige Kinder aus dem ebenfalls im Gebäude unterbrachten Kindergarten. Brunners Erfahrung: "Meine Arbeit läuft einfach weiter."

Ständige Wartungsarbeiten und Schneeräumen. "Zur Schule gehört noch ein öffentlicher Gehsteig dazu." An allen sieben Tagen in der Woche muss sich der Hausmeister um die Hackschnitzelheizung kümmern. "Ich schaufel täglich die Asche weg." Außerdem kümmert sich der gelernte Schreiner um die Wartung der 250 Fenster und der 120 Türen.

FRANK HEIDLER

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