Donnerstag, 23.01.2020

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Umzug steht fest: Faust-Festspiele beim Gymnasium

Der Verein darf für kommende Spielsaison den Hartplatz nutzen. Die Schulleiterin spricht von einem Testlauf. - 13.12.2019 05:55 Uhr

Der Hartplatz hinterm Gymnasium wird von der Schule nicht genutzt. Stattdessen wird es hier im kommenden Jahr Kultur geben: Der Verein Faust-Festspiele mietet das Gelände. © Foto: Marcel Staudt


Sie geht nicht davon aus, dass jetzt noch etwas dazwischen kommt. "Wir würden den Platz gerne zu Verfügung stellen", sagt sie und meint damit den Hartplatz hinter der Schule, der an die Comeniusstraße grenzt. Etwas oberhalb gelegen, durch Steinstufen von der Schule getrennt.

"Wir haben in viele Richtungen überlegt und geschaut", sagt Uwe Vogel, Geschäftsführer des Vereins Faust-Festspiele. Von einem Bekannten habe er den Tipp bekommen, mal beim Gymnasium anzufragen, der Hartplatz werde ja nicht mehr genutzt. Tatsächlich stieß die Idee bei Schulleiterin Annett Becker auf fruchtbaren Boden. So kam der Kontakt mit den Behörden zustande, denn das Gelände gehört dem Freistaat Bayern.

Wie berichtet, wollte der Verein den Schlossberg als Spielort verlassen — aber nur, falls sich eine Alternative auftut, die im Gesamtpaket besser ist. "Der Schlossberg ist eine Bombenadresse. Pegnitz kann dankbar sein, so ein Spitzengelände zu haben", sagte Intendant Daniel Leistner im November im Hinblick auf das Ambiente. Aufgrund anderer Veranstaltungen, beispielsweise Waldstock, war die Nutzung des Schlossbergs allerdings zeitlich nur sehr eingeschränkt möglich. Die Spielsaison begann in der letzten Schulwoche vor den großen Ferien, was den Veranstaltern eigentlich zu spät war. Hinzu kommt noch der Aufwand: Binnen jeweils einer Woche musste auf dem Schlossberg alles auf- und abgebaut werden.

Auf dem Hartplatz hinter dem Gymnasium ist es anders. Die Spielsaison 2020 wird von 17. Juni bis 8. August dauern. "Endlich können wir die Schulen besser miteinbeziehen", sagt Vogel, mehr noch: "Wir können eng mit dem Gymnasium zusammenarbeiten." Die Schüler bekommen Freikarten für die Aufführungen, das Schultheater darf sich auf Tipps von erfahrenen Theatermachern freuen, auch Unterrichtsbesuche der Schauspieler, wenn die Klasse gerade den Faust durchnimmt, sind möglich. "Wir freuen uns, Kultur an die Schule zu bringen", sagt Schulleiterin Becker.

Infoveranstaltung für Anwohner

Auch der Aufwand für Auf- und Abbau werde geringer, weil es nicht mehr so schnell gehen muss, so Vogel. Bleibt das Ambiente, das vielleicht nicht ganz mit dem Schlossberg mithalten kann. "Durch die Nähe zum Wald können wir hier aber eine richtig schöne Waldbühne entstehen lassen", sagt Vogel.

Dass abseits von Veranstalter und Schule nicht jeder Hurra schreien wird, weil die Faust-Festspiele an die Comeniusstraße ziehen, ahnt Vogel. Deshalb hat er in dieser Woche die Anwohner angeschrieben und zu einer Informationsveranstaltung am Mittwoch, 18. Dezember, um 20 Uhr in die Aula des Gymnasiums eingeladen. Er hat eine Ahnung, wie die Bedenken lauten könnten. "Zugeparkte Straßen und Lärm." Er glaubt aber, dass die Gäste ihre Autos bei der Justizakademie abstellen und den Rest des Weges – je nach Laufgeschwindigkeit etwa zehn Minuten – zu Fuß zurücklegen. Und so laut wie ein Festival sei so eine Theateraufführung ja nicht, "außerdem werden wir stets spätestens um 22 Uhr fertig sein". Vogel verweist auf den Schlossberg – da habe es keine Schwierigkeiten mit den Anwohnern zwecks Lautstärke gegeben.

Geplant sind 29 Festspieltage. Vogel hätte gerne wieder einen musikalischen Frühschoppen mit der Jugendbergmannskapelle und kann sich auch vorstellen, das Gelände für andere Kulturveranstaltungen, beispielsweise die des Brettls, herzugeben. Aber nur während der Festspielsaison. "Außerhalb Termine zu machen, hat keinen Sinn."

Die Faust-Festspiele hinterm Gymnasium sind erstmal ein Testlauf. Der Mietvertrag ist auf zwei Monate beschränkt, Schulleiterin Becker möchte abwarten, wie die Kooperation läuft, ob der Unterricht nicht beeinträchtigt, Anwohner nicht gestört werden. Bei Beschwerden setzt Vogel auf den Dialog: "Wir wollen ein gutes Verhältnis zu den Anwohnern haben. Wenn jemand ein Problem hat, dass wir dort spielen, möchte er bitte auf uns zukommen." Aber bitte auf direktem Wege, nicht über die sozialen Netzwerke. "Auf Diskussionen dort werde ich nicht eingehen."

MARCEL STAUDT

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