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Und wieder schließt eine Dorfwirtschaft

Christiane und Georg Wirth geben aus Altersgründen die „Linde“ in Hetzendorf zum 1. Mai auf - 11.04.2012 18:15 Uhr

Ein Bild aus vergangener Zeit: Lustiger Abend in den 1980er Jahren im Hetzendorfer Dorfwirtshaus mit der damaligen Chefin Wirth.

11.04.2012 © Volz


Bei Christiane und Georg Wirth sowie den Töchtern Marion und Erika fühlten sich die Gäste immer gut aufgehoben. Leicht ist der Wirtsfamilie die Entscheidung zur Schließung nicht gefallen, denn viel Erinnerung hängt an dem Gasthaus und seinen Besuchern. Egal, ob das die Gäste am Stammtisch waren, jeweils am Mittwoch und Sonntag, oder solche aus ganz Nordbayern, die vor allem wegen der guten Küche an den Sonntagen gekommen waren.

Georg Wirth hatte sich zusammen mit seiner Frau vorgenommen, dass man gemeinsam „mit 65 aufhört“, doch daraus ist nichts geworden, stellte er im Gespräch mit den Nordbayerischen Nachrichten fest. „Aber es war eine schöne Zeit und die wollten wir nicht missen und unsere Töchter haben weiter im Betrieb mitgemacht.“ Die Gäste hätten die Küche zu schätzen gewusst.

Mit langer Tradition

Die „Linde“ hat Tradition, denn sie war früher auch Poststation und Großvater Peter Wirth war nicht nur in Hetzendorf als Postbote unterwegs, sondern auch in den umliegenden Dörfern und das zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

Früher hat im Saal der „Linde“ die Feuerwehr ihre Bälle durchgeführt oder man habe dort die Kerwa gefeiert. Den Saal, später nur noch selten genutzt, habe man dann jedoch zu Fremdenzimmern umgebaut mit „fließend warmem und kaltem Wasser und Klo auf dem Gang“.

Das habe vielen Gästen, vor allem aus dem Berliner Raum, genügt und „allen hat’s gefallen“, doch spätestens nach der Wende seien die Ansprüche gestiegen „und die Tochter brauchte eine Wohnung“. Also war wieder ein Umbau fällig

Gern erinnert sich die Familie noch an die Veranstaltungen im Haus, etwa an die Jagdversammlungen oder an die Jagdessen, wo man den Mitgliedern der Genossenschaft ein vom Jagdpächter geschossenes Reh in bester Qualität als Festessen, finanziert von Jagdpächter Helmut Schleicher, anbieten konnte.

Früher hat die Familie auch noch eine kleine Landwirtschaft versorgt, doch zur Entlastung wurden die Flächen aufgegeben. Jetzt folgt der nächste Schritt: „Wir schließen aus Altersgründen“, bitten Georg Wirth und seine Frau um Verständnis. „Das tut weh, es war eine schöne Zeit.“

Mehr Informationen in unserer Rubrik Essen und Trinken!

vz

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