12°

Montag, 27.05.2019

|

Unwetter-Elementarschäden seit 1991 verzehnfacht

Redner bei der Grünen-Podiumsdiskussion plädiert für die Besteuerung von Kohlendioxid-Emissionen - 07.05.2019 12:04 Uhr

Sie diskutierten bei den Grünen (v.li.): Stadträtin Sandra Huber, Kreisvorsitzende Susanne Bauer, MdL Tim Pargent, Andreas von Heßberg, EU-Kandidat Malte Gallée, Landwirt Florian Wallner, Klimaaktivistin Magdalena Huber, Geschäftsführer Georg Kolb und Ahorntals Bürgermeister Florian Questl. © ⋌Foto: Frauke Engelbrecht


Die Kohlendioxid-Emissionen müssten dringend reduziert werden. Als Beispiele dafür nannte er die Besteuerung von Kohlendioxid und Kerosin sowie mehr Qualität als Quantität in der Landwirtschaft. Galée sprach sich dafür aus, Unternehmen Anreize zu schaffen, Ersatzteile und Reparaturpläne für ihre Produkte zu liefern. "Reparieren statt neu anschaffen" war sein Appell. Außerdem sprach er sich dafür aus, mit Agrarsubventionen nicht die Billigfleischindustrie zu unterstützen sowie soziale und ökologische Standards festzulegen.

Für Streik während des Unterrichts

"Wir wollen die ältere Generation aufmerksam darauf machen, was gegen den Klimawandel getan werden kann", sagte die Pegnitzer Gymnasiastin Magdalena Huber (14), die in der Fridays-for-Future-Bewegung engagiert ist. Dass die Jugendlichen während der Schulzeit streiken, bezeichnete sie als Druckmittel. "Die Erwachsenen streiken auch nicht in ihrer Freizeit", sagte sie. Als Schwänzer bezeichnet zu werden, nannte sie "ein unnötiges Ablenken" vom Thema.

Georg Kolb vom gleichnamigen Pegnitzer Versicherungsbüro sagte, die Starkregenereignisse im vergangenen Jahr hätten gezeigt, dass viele Leute nicht ausreichend gegen Elementarschäden versichert seien. Grundsätzlich hätten sich die Schadenszahlungen seit 1991 verzehnfacht.

Geoökologe Andreas von Heßberg gab der Lebensraumumwandlung – beispielsweise Strand zu Betonburgen – die Schuld am Klimawandel. "Sie ist zu 75 Prozent Schuld am Artensterben und dass die Rote Liste immer umfangreicher wird", sagte er.

In Deutschland selber gäbe es kein Artensterben, aber in den tropischen und subtropischen Gegenden. "Wir spielen nur, die Leidtragenden sind woanders", nannte er es. Aber man steuere auf eine Situation zu, wo man alles auf einmal verliere. "Es gibt so viele Probleme, die sich zuspitzen", sagte er. Man müsse deshalb alles auf einmal anpacken. "Wir haben Verantwortung für den gemeinsamen Globus", so Heßberg.

Der Mais habe bei den Starkregenereignissen im vergangenen Jahr die Landwirte bei den Ertragsausfällen über Wasser gehalten. "Es hat sich gezeigt, dass andere Ackerbaustrukturen notwendig sind", so Wallner. Das Wasser müsse im Acker bleiben. Zum Artenvielfalt-Gesetz stellte er fest, dass der Markt, was Ökolandbau angehe, gesättigt sei.

"Man kann die Landwirte nicht vom Staat abhängig machen", so Wallner. Sie wüssten, wie man nachhaltig mit Flächen umgeht. Auch die örtlichen Gegebenheiten spielten eine wichtige Rolle. 

VON FRAUKE ENGELBRECHT

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz