Unwetter in Bindlach: Möbelhaus von Hochwasser umzingelt

5.6.2021, 23:06 Uhr
In Windeseile standen in Bindlach ganze Straßen unter Wasser. Ein Möbelhaus war vom Hochwasser regelrecht umzingelt.

In Windeseile standen in Bindlach ganze Straßen unter Wasser. Ein Möbelhaus war vom Hochwasser regelrecht umzingelt. © News5/Holzheimer

Sven Kaniewski, Pressesprecher der Feuerwehr, berichtete am Samstagabend von rund 120 Einsätzen für die Feuerwehr. Das ist im Durchschnitt deutlich mehr, als sonst bei einer solchen Wetterlage normal ist. Und die Gefahr war noch nicht vorbei, wird doch in der Nacht und am Sonntag mit weiteren starken Regenfällen gerechnet.

Ein besonderer Einsatz spielte sich vor einem Möbelhaus in Bindlach ab. Knapp einen Meter hoch stand das Wasser vor dem Gebäude. Michael Lekien, ein Mitarbeiter, hat sich daher spontan dazu entschieden, von der Arbeit nach Hause zu Laufen - barfuß. "Ich bin ausnahmsweise einmal froh, dass ich nicht mit dem Auto auf der Arbeit gefahren bin, die kommen da hinten heute nicht mehr raus", sagt er. Damit soll er recht behalten. 

Für viele Kunden des Möbelgeschäftes hieß es, Geduld haben, als plötzlich die Durchsage kam, dass die Autos umgeparkt werden müssen. "Das Wasser schien zu steigen und wir konnten unser Auto gerade noch hierher fahren. Jetzt warten wir seit eineinhalb Stunden", so ein überraschter Kunde. Dass das Wasser so schnell ansteigen kann, damit hat wohl niemand gerechnet. 

Die Feuerwehr arbeitete am Samstagabend noch immer Einsatz für Einsatz ab. Währenddessen bereiteten sich die Einsatzkräfte aber auch schon auf eine schlaflose Nacht vor. Sie rechnen mit weiteren Niederschlägen. Als Vorsorge wurden Sandsäcke als Barriere an besonderes betroffenen Stellen abgelegt, um diese vor den Wassermassen zu schützen.

Wegen der Vielzahl der Einsätze wurden zahlreiche Feuerwehren aus der näheren und weiteren Umgebung alarmiert, unter anderem bis aus dem Ahorntal und aus Pegnitz. 5000 Sandsäcke mussten etwa am Abend im Ahorntal gefüllt und nach Bindlach transportiert werden.  Allein hierfür waren rund 100 Helfer im Einsatz. 


Hier geht es zu allen aktuellen Polizeimeldungen.