Donnerstag, 26.11.2020

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Urlaubsbilder auf sozialen Netzwerken laden Diebe ein

Fachberater der Kriminalpolizei raten vom Posten in den sozialen Medien dringend ab. - 29.10.2020 07:55 Uhr

Wolfgang Sennfelder von der Beratungsstelle der Amberger Kripo gibt nicht nur telefonisch Tipps, sondern bietet auch Vorträge an oder informiert interessierte Bürger bei Messen und Gewerbeschauen.

28.10.2020 © Foto: privat


Um sich davor zu schützen, gibt es viele Möglichkeiten. Eine davon ist eine gute Beratung in Sachen Einbruchschutz. Dafür stehen die versierten Fachberater der Kriminalpolizei zur Verfügung. Für die Landkreise Amberg-Sulzbach und Schwandorf und damit auch für die Bürger in Auerbach und Königstein ist Kriminalhauptkommissar Wolfgang Sennfelder zuständig. Um diese Tätigkeit ausüben zu dürfen, seien bestimmte fachliche Qualifikationen und auch Erfahrungen aus der Praxis erforderlich, erzählt der "Einzelkämpfer". Auch bei der KPI Weiden ist mit Dieter Melzner nur ein Kollege zuständig. Im Bereich der KPI Regensburg gibt es immerhin zwei Fachberater.

Die Aufgabe in der Beratungsstelle ist kein reiner Bürojob. Im Gegenteil. Bei Sennfelder rufen immer wieder Bürger an, die sich beraten lassen möchten. Da es oft um das Thema Einbruchschutz geht, ist ein Gesprächstermin auf Wunsch auch bei den Leuten zuhause möglich. Auch die Polizeibeamten weisen immer wieder auf die Beratungsmöglichkeit hin – etwa wenn sie einen Wohnungseinbruch vor Ort aufnehmen.

Die Fachberater der Kripo gehen auch aktiv auf die Menschen zu, etwa wenn sie mit einem Infostand auf Messen oder Gewerbeschauen vertreten sind. Selbst in Corona-Zeiten ist Wolfgang Sennfelder unterwegs. So war er erst vor gut zwei Wochen bei der Baumesse in Weiden.

Ob persönliche Ansprache oder am Telefon: Die Beratung durch die Kripo-Mitarbeiter ist immer neutral, kompetent, fachlich qualifiziert und vor allem kostenlos. "Für uns ist das eine Serviceleistung seitens der zuständigen Kriminalpolizeiinspektionen." Sennfelder und seine Kollegen geben auch auf Wunsch Fachvorträge bei Vereinen, Institutionen oder öffentlichen Veranstaltungen. Diese Referenten-Tätigkeit sei ebenfalls absolut kostenlos. Allerdings nicht umsonst, da wertvolle Tipps mit nach Hause genommen werden können. Dazu gehören auch die aufgelegten Informationsbroschüren. In der jetzigen Corona-Krise gibt es zwar weniger Außentermine, doch in "normalen" Zeiten ist Sennfelder sehr häufig unterwegs, beispielsweise bei VdK-Ortsverbänden, beim Siedlerbund oder bei Wohnungsunternehmen.

Den Fehler machen viele

Der Kripo-Beamte kennt die Ursachen, die einen mutmaßlichen Einbrecher zu einem bestimmten Haus lotsen, genau. Ein Fehler, den viele Menschen heutzutage machen, ist das Veröffentlichen von Urlaubsbildern in sozialen Medien. Diebe könnten dies als "Einladung" verstehen. Man sollte solche Hinweise in den sozialen Medien oder als Nachricht auf dem Anrufbeantworter außenstehenden Fremden möglichst nicht geben, betont Sennfelder. "Solche Mitteilungen können immer wieder potenzielle Einbrecher auf den Weg zum eigenen Wohnhaus bringen!" Ferner sei es ebenso wichtig, einem Nachbarn Bescheid zu sagen, wenn man für ein paar Tage oder Wochen wegfährt. Bekannte oder nette Nachbarn können den Briefkasten leeren und ein wachsames Auge auf ein Anwesen haben. Der so genannte "wachsame Nachbar" sei für die Polizei enorm wichtig. Die Ordnungshüter können nicht überall vor Ort sein, und seien deshalb in diesem Bereich auf Hinweise seitens der Bevölkerung absolut angewiesen, betont der Fachberater.

Wolfgang Sennfelder empfiehlt auch, die Tageszeitung abzubestellen, damit sich diese nicht in der Zeitungsbox stapelt. Richtig sei es auch, Lichtquellen mit Zeitschaltuhr in der Wohnung oder im Haus zu installieren; diese schalten sich idealerweise bei Dämmerung automatisch ein und zur normalen Zu-Bett-geh-Zeit wieder aus. Viele Menschen schließen ihre Rollläden, wenn sie ein paar Tage nicht zu Hause sind. Auch dies sei eher kontraproduktiv. "Komplett geschlossene Rollläden tagsüber laden nahezu zum Einbrechen ein. Denn dies ist immer ein äußerlich sichtbares Zeichen, dass ein Haus momentan nicht bewohnt ist." Eine preiswerte Abschreckung für Einbrecher seien auch TV-Simulatoren, die idealerweise mit einer Zeitschaltuhr gekoppelt sind.

Zuschüsse möglich

Was viele Menschen nicht wissen, ist die Möglichkeit, Zuschüsse für bauliche Maßnahmen, die dem Einbruchschutz dienen, zu bekommen. Die Fachberater der Kripo weisen auf die Möglichkeiten eines KfW-Zuschusses hin, erklären auch, unter welchen Voraussetzungen ein Zuschuss möglich ist und wann der Antrag gestellt werden sollte. Ferner gibt es Informationen, für welche Art von einbruchhemmenden Produkten und Installationen ein Zuschuss beantragt werden kann. Jeder Haus- oder Wohnungsbesitzer kann etwas dafür tun, um einen potenziellen Einbrecher abzuschrecken.

BRIGITTE GRÜNER

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