Ungewöhnlich hohe Polizeipräsenz

US-Generalkonsul in Pegnitz zu Besuch

22.11.2021, 13:00 Uhr
Auch an der Gedenkstätte machte US-Generalkonsul Timothy Liston Station.

Auch an der Gedenkstätte machte US-Generalkonsul Timothy Liston Station.

Die schweren, schwarzen Limousinen mit den getönten Scheiben und die für die Pegnitzer Innenstadt ungewöhnlich hohe Polizeipräsenz blieben von vielen Bürgern nicht unbemerkt, als der Generalkonsul dem Pegnitzer Bürgermeister Wolfgang Nierhoff (PEG) einen Besuch abstatte. In Absprache mit der Direktorin des Gymnasiums, Annett Becker, und dem US-Generalkonsulat München hatten Nierhoff und André Potzler, der Pressesprecher des 7th Army Training Command Grafenwöhr, kurzfristig einen ungewöhnlichen Englischunterricht für die Zehntklässler arrangiert.

Nach dem Termin im Rathaus und dem Besuch der Gedenkstätte des Hubschrauberabsturzes ging es zum Gymnasium. Die Schüler wussten nur, dass sie einen besonderen Gast empfangen würden. Dass es sich dabei um den ranghöchsten USDiplomaten in Bayern, zwei US-Soldaten der Pegnitzer Pateneinheit und die Programm-Managerin des Amerikahauses Nürnberg, Kathryn Trotter, handelte, war eine Überraschung.

"Seid neugierig!"

Schnell war das Eis gebrochen und die Zehntklässler stellten viele Fragen, unter anderem zum deutschen Lieblingsgericht des Konsuls oder dazu, wie die deutsch-amerikanischen Beziehungen das tägliche Leben beeinflussen. Als Liston gefragt wurde, welchen Ratschlag er der Schülergeneration mit auf den Weg gebe, antwortete er: "Seid neugierig und interessiert Euch für das Geschehen auf der Welt, lasst Euch von niemanden einreden, dass ihr etwas nicht erreichen könnt und hört nicht auf, weiter tolle Fragen zu stellen!"

Der Diplomat betonte auch, wie wichtig es sei, gute Beziehungen aufzubauen, und dass Kommunikation der Schlüssel für gegenseitiges Verständnis sei. Captain Eric Wright und Sergeant First Class Jason Clough, beide Soldaten der Pegnitzer US-Pateneinheit, gaben den Schülern einen Einblick in den soldatischen Alltag, und was es mit sich bringe, mit Familie in Bayern stationiert zu sein.

Soldaten des 1st Battalion und des 6th Field Artillery Regiment haben im Englischunterricht des Pegnitzer Gymnasiums von ihrem Alltag erzählt und was es mit sich bringe, mit der Familie in Bayern stationiert zu sein.

Soldaten des 1st Battalion und des 6th Field Artillery Regiment haben im Englischunterricht des Pegnitzer Gymnasiums von ihrem Alltag erzählt und was es mit sich bringe, mit der Familie in Bayern stationiert zu sein. © Foto: US-Armee

Englisch- und Sportlehrer Mahir Jonas Emonds zog ein positives Fazit: "Der Besuch war eine angenehme Überraschung, und die Schüler haben sich sehr über den Austausch mit den amerikanischen Gästen gefreut. Die Schüler haben viele Anregungen für künftige Projekte mit USA-Bezug bekommen und konnten sich auch bezüglich eines Auslandsstudiums informieren."

Liegestütze im Klassenzimmer

Nachdem die Artilleristen von der Sportausbildung bei der Army gesprochen hatten, wurden sie von den Schülern gebeten, doch ihre Fitness im Hinblick auf Liegestütze unter Beweis zu stellen. Schnell war man sich einig, dass die Klasse im kommenden Frühjahr das in Grafenwöhr beheimatete 7th Army Training Command besuchen wolle, um mit den Soldaten an der morgendlichen Sportausbildung teilzunehmen. Anschließend ist eine Besichtigung des Truppenübungsplatzes und der amerikanischen High School geplant.

Des Weiteren stellte das Amerikahaus Nürnberg sein Bildungs- und Kulturprogramm zur Förderung der deutsch-amerikanischen Beziehungen vor. "Die Kombination aus den in der Nähe stationierten US-Soldaten, die Zusammenarbeit mit dem US-Konsulat und die Partnerschaft der Stadt Pegnitz bieten uns einzigartige Möglichkeiten, junge Deutsche und Amerikaner zusammenzubringen", erklärte Trotter.

"Das Gespräch mit dem Generalkonsul war eine interessante und informative Erfahrung", lobte auch die Klassensprecherin der 10a, Jil Reim. "Er hat uns ermutigt, in den USA zu studieren." Die Atmosphäre bei dem Besuch sei sehr angenehm gewesen und der Konsul wirklich "bodenständig".

Bevor es für den Gast weiter in Richtung Autobahn ging, gab es noch einen Snack am Pegnitzer Bratwurststand. Der Besuch war Teil des "Community Relations Programms" des 7th Army Training Command. Ziel war es, deutsche Schüler über die transatlantischen Beziehungen zu informieren und den Dialog mit den amerikanischen Nachbarn in Grafenwöhr zu fördern.

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