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US-Präsident Joe Biden soll nach Pegnitz kommen

CSU-Fraktion will mächtigsten Mann der Welt zu Gedenken einladen - 24.01.2021 10:19 Uhr

Als schön würde CSU-Sprecher Werner Lappat das Denkmal an der Fischelhöhe bei Pegnitz nicht bezeichnen, das an den Hubschrauberabsturz im August 1971 erinnert.

22.01.2021 © Ralf Münch


"Am 18. August 2021 ist es ein halbes Jahrhundert her, dass bei dem bis dato schlimmsten Hubschrauberabsturz seit Ende des Zweiten Weltkriegs 37 US-Soldaten in Pegnitz auf der Fischelhöhe ihr Leben verloren haben, es für uns alle geopfert haben", heißt es in dem Antrag. Der heutige CSU-Stadtrat Dr. Rainer Dippe hat das Unglück als Neunjähriger miterlebt und angeregt, die Gedenkveranstaltung mit dem Präsidenten zu begehen.

"Zusammen mit unserer Partnerbrigade aus Grafenwöhr sollten wir als Stadt Pegnitz eine gebührende Gedenkfeier veranstalten. So war dies auch schon beim Eingehen der Partnerschaft im Juni 2020 angedacht gewesen", so Lappat weiter. Zu dieser Feierlichkeit solle der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, "seine Exzellenz, Herr Joseph R. Biden" offiziell und formal eingeladen werden, um der Gefallenen zu gedenken und um zum Frieden und zum Miteinander und zur Freiheit in allen Zeiten und an allen Orten dieser Welt aufzurufen, erklärt die CSU-Fraktion in dem schriftlichen Antrag.

Über die ganze Fischelhöhe verstreut lagen Trümmer des abgestürzten US-Hubschraubers und die Leichen der 37 getöteten Soldaten.

01.06.2016 © NN-Archiv/Volz


"Diese Einladung wäre dann unter Mithilfe der Bundestagsabgeordneten auf offiziellem Weg über das Außenministerium, das Verteidigungsministerium, das Bundeskanzleramt und den Bundespräsidenten an den US-Präsidenten zu übermitteln", wird weiter vorgeschlagen. Abschließend heißt es: "Wir würden es begrüßen, wenn die Stadt die Einladung in Absprache mit unserer Partnerbrigade zeitnah ausspricht."

Gästeliste folgt Vorgaben

Als "löblich" bezeichnet der Pegnitzer Bürgermeister Wolfgang Nierhoff von der Pegnitzer Gemeinschaft (PEG) den Antrag der CSU-Fraktion. "Ich würde mich sehr freuen, wenn Joe Biden nach Pegnitz käme", betont er. Allerdings gibt er zu bedenken, dass es für offizielle Veranstaltungen gewisse Protokolle, also Vorgehensweisen, zu befolgen gibt.

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In Absprache mit der US-Army in Grafenwöhr sei die Stadtverwaltung bereits seit einem Vierteljahr mit den Vorbereitungen für die Gedenkveranstaltung im August beschäftigt. Die Einladungsliste müsse mit den US-Amerikanern abgestimmt werden. "Den Präsidenten einzuladen ist zu hoch gegriffen, auch wenn die Intention der CSU-Kollegen sicherlich eine gute ist. Das möchte ich gar nicht in Abrede stellen." Er käme nicht auf die Idee, die Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier einzuladen. "Aber schon die entsprechenden Politiker auf Landesebene." 

Werner Lappat will US-Präsident Joe Biden einladen.

22.01.2021 © privat


Auf Nierhoffs Bedenken angesprochen, entgegnet Lappat: "Wer etwas erreichen will, muss groß denken. Kleiner wird es von alleine." Selbst wenn der Stellvertreter des Stellvertreters komme, würde das der Veranstaltung einen ganz anderen Rahmen geben. Dann würde das Denkmal aufgehübscht, der Wanderweg, der dort hin führt, verbessert und vielleicht eine Bank aufgestellt werden. "Das hätte einen positiven Effekt für das Stadtmarketing und würde die Wirtschaft vor Ort stärken, weil die Leute ja auch in Pegnitz übernachten würden", meint Lappat im Gespräch mit der Redaktion.


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Den Vorschlag, eine Wanderbank aufzustellen und den Weg zu verschönern, belächelt der Bürgermeister etwas: "Das ist schon lange in Planung. Auch wenn der Präsident nicht kommen sollte, werden wir der Veranstaltung einen besonderen Rahmen geben." Im Sinne der Naherholung werden im Frühjahr an der Fischelhöhe ohnehin neue Sitzgruppen aufgestellt. Die Gedenkstätte selbst, deren Optik Lappat missfällt, soll wieder ein Rotorblatt eines baugleichen Hubschraubers erhalten, erklärt Nierhoff. Das Hubschrauber-Teil, das sich bis vor ein paar Jahren an der Stelle befand, war verwittert.

Auch der Pressesprecher der US-Armee in Grafenwöhr André Potzler betont auf Nachfrage der Redaktion, dass die Gedenkstätte bis zum Sommer aufgewertet werden soll. Dort solle dann ein "würdiger und angemessener Event auf deutsch und englisch stattfinden". Er arbeite bereits seit einem Jahr an einem Konzept dafür und steht kurz vor der Fertigstellung.

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Deshalb freue er sich über die positive Stimmung bezüglich der Gedenkveranstaltung, so Potzler. "Die Einladung muss aber ebenengerecht erfolgen." Wer zu der Gedenkveranstaltung eingeladen wird, möchte er noch nicht verraten, weil die offiziellen Stellen noch nicht informiert sind. Außerdem werde der Antrag bei der Armee geprüft und bearbeitet.

Lappat bleibt dabei: "Wenn es eine offizielle Einladung der Bundesrepublik Deutschland gibt, wird es sich der US-Präsident sicherlich überlegen."

KERSTIN GOETZKE

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