US-Soldaten retteten Verunglückten in Franken mit Chinook - und werden ausgezeichnet

18.2.2021, 18:04 Uhr
Die US-Soldaten waren gerade mit einem Chinook-Hubschrauber auf dem Weg nach Illesheim, als sie den Autounfall beobachteten.

Die US-Soldaten waren gerade mit einem Chinook-Hubschrauber auf dem Weg nach Illesheim, als sie den Autounfall beobachteten. © Stefan Blank

Es war der 15. Dezember 2020, als sie mit ihrem Chinook-Hubschrauber der 101. Luftlandedivision aus Illesheim über den unterfränkischen Ort Fabrikscheichach flogen. Bei geöffneter Heckklappe sah Army Spc. Bruce Cook plötzlich weißen Rauch unter sich aufsteigen. Er meldete dies einem der Piloten, Chief Warrant Officer 2 Robert Riedel. Kurz darauf sah er, wie sich ein Auto mehrmals überschlug. Die Besatzung reagierte sofort, meldete diesen Unfall an den Tower und kehrte sofort um. „Wir würden es genauso wieder machen“, so der Pilot auch im Namen seiner Kameraden.

Die Soldaten nehmen die Auszeichnung entgegen.

Die Soldaten nehmen die Auszeichnung entgegen. © Jürgen Masching

Joachim S. (Namen bekannt) war an diesem Tag mit seinem PKW zwischen den Ortsteilen Fabrikschleichach und Karbach in der Gemeinde Rauhenebrach (Kreis Haßberge) unterwegs. Plötzlich querte ein Hase die Fahrbahn und S. wich aus. „Ich kam in den Straßengraben und hab mich dann mehrmals überschlagen“. Nachdem er aus dem Fahrzeug krabbelte, so erzählt er weiter, sah er aus dem Augenwinkel einen Hubschrauber, der immer größer wurde. Als ein Autofahrer anhielt und nach dem Rechten fragte, landete auch der „Bananenhubschrauber“ in der Nähe. „Diese ganze Aktion war einfach cool“, so Joachim S.

Ein Bier für die Helfer

Major Benjamin Stork, der Fliegerarzt der Brigade, war ebenfalls mit an Bord. Er kümmerte sich bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes mit seinen Kameraden um den Verunfallten, der in ein Krankenhaus gebracht wurde. Danach setzten die Soldaten mit ihrem Hubschrauber wieder den Heimflug zu ihrem Standort fort.

Nun wurden auf dem Militärgelände des Truppenübungsplatzes in Grafenwöhr die fünf Soldaten geehrt. Brigadegeneral Thomas Hambach, Kommandeur des Landeskommando Bayern der Bundeswehr, betonte bei dieser Auszeichnung auch, dass dies keine selbstverständliche Ehrung ist und man so etwas selten bis gar nicht sieht. „In dieser Form ist es meine erste Auszeichnung“.

Eine kleine Dankbarkeit hatte das Unfallopfer den Soldaten auch mitgebracht. „Ein Bier aus der unterfränkischen Heimat für die selbstlosen Helfer“, so Joachim S. am Ende der Zeremonie.