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Vatertag: Bollerwagen-Sause auf Sparflamme

Pegnitzer Polizeichef warnt wegen Corona vor feuchtfröhlichen Ausflügen größerer Gruppen. - 21.05.2020 10:54 Uhr

So dürfte bei Vatertags-Ausflügen am Feiertag nur begrenzte Freude aufkommen. Einsam zieht dieser Mann zum Vatertag seinen Bollerwagen. Größere Event-Gruppen sind durch das Infektionsschutzgesetz verboten. © Foto: picture alliance/Ina Fassbender/dpa-Bildfunk


Unmissverständlich macht der Pegnitzer Polizeichef Roland Schmitt klar: "Wenn sich ein Bürger nicht an die Gesetze hält, kann er Ärger erwarten." Stattdessen hofft der Revierleiter aber "auf die Vernunft" der Menschen. Schmitt: "Wir möchten keinen grölenden Gruppen von Bürgern begegnen".

Je größer die Gruppe mit Bollerwagen oder Bierkasten-"Verpflegung" sei, um so eher ziehe diese die Aufmerksamkeit der kontrollierenden Polizeistreife auf sich. Gerade für diesen Vatertag will die Pegnitzer Polizei wieder verstärkt mit Kontrollen präsent sein.

Gemäß den Bestimmungen des bayerischen Infektionsschutzgesetzes sei es nicht gestattet, dass sich Angehörige aus "fünf verschiedenen Hausständen" zur Vatertags-Sause mit Bollerwagen einfinden.

Auch nach Verkündung der neuen Version des bayerischen Infektionsschutzgesetzes bleibt das Verbot von großen Ansammlungen von Menschen bestehen. Treffen dürfen sich somit nur — drinnen und draußen — Angehörige von zwei Haushalten. Aber keine "fünf Cousins", von denen jeder längst sein eigenes Appartment bewohnt.

Gerade übermäßiger Alkoholgenuss führe laut Schmitt "ab einem gewissen Grad der Seligkeit" eher dazu, dass geltende Abstandsregeln missachtet würden. Konsequent würden Verstöße von der Polizei zur Anzeige gebracht und vom Landratsamt mit Bußgeldern belegt. "Täglich treffen solche Bescheide des Landkreises bei uns ein". Bußgeld-Tarif für Privatleute: meist 175 Euro. Die Anzeigen stammen meist aus der Zeit der Ausgangsbeschränkung.

Polizeikontrollen in Supermärkten fänden nicht nur in Uniform, sondern auch in zivil statt. Im Allgemeinen seien die Bürger "sehr vernünftig", so Schmitts Erfahrung. Nur in einem einzigen Fall war von den Ordnungshütern Anzeige erstattet worden. Da hatte der Übeltäter mitten im Supermarkt "provokant" seine Schutzmaske abgenommen und nicht wieder aufgesetzt.

An Probleme mit entgleisten Vatertagen erinnert sich der Polizeichef vor allem aus den Anfangsjahren seiner Polizeikarriere. Damals seien Schlägereien und Alkoholdelikte weit verbreitet gewesen. In Pegnitz dagegen seien die Vatertage in den vergangenen Jahren "sehr geräuschlos" verlaufen. Aber auch da sind Drogenfahrten bei Polizeikontrollen aufgefallen oder "Besoffene im Straßengraben gelandet". Dazu kämen die die leider üblichen Motorradunfälle.

FRANK HEIDLER

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