27°

Dienstag, 18.06.2019

|

VdK Auerbach steht nach führungslosem Jahr vor Neuanfang

Der Ortsverband soll Ende Juni einen neuen Vorstand erhalten - Kandidaten stehen bereit - 12.06.2019 14:00 Uhr

Der VdK Auerbach sucht per Anzeige im Amtsblatt neue Ehrenamtliche. © Foto: Kerstin Goetzke


Interne Unstimmigkeiten hatten zu dem Abgang geführt. Zu den genauen Hintergründen wollten die Verantwortlichen damals auf Anfrage der Nordbayerischen Nachrichten nichts sagen. Auch VdK-Kreisgeschäftsführer Gerhard Spies hielt sich bedeckt. Die Probleme in der Auerbacher Gruppe seien ein Einzelfall und "sehr unerfreulich", teilte er mit.

Ein kommissarischer Leiter wurde damals nicht eingesetzt. "Das Ganze läuft seitdem über die Kreisgeschäftsstelle", sagte Spies nun den NN. Jetzt soll der VdK-Ortsverband Auerbach aber wieder mit einer eigenen Führungsmannschaft versehen werden.

In einer großen Anzeige hat der VdK vor Kurzem "Ehrenamtliche für den VdK–Ortsverband Auerbach gesucht". Von einem Vorsitzenden über einen Kassier bis hin zur Vertreterin der Frauen werden Leute benötigt, die ehrenamtlich mitarbeiten.

"Es schaut nicht schlecht aus"

Es gebe Kandidaten, es schaue nicht schlecht aus, sagt Spies, will aber noch keine Namen verraten. Denn "entscheiden tut die Versammlung". Und die findet am Sonntag, 30. Juni, um 14.30 Uhr im Kolpinghaus Auerbach statt.

Ob dann tatsächlich ein neuer Vorstand gebildet werden kann, sei schwer zu sagen. Das Problem, ehrenamtliche Posten zu besetzen, hätte nicht nur der VdK, meint Spies. Auch Sportvereine würden sich zunehmend schwertun, engagierte Mitarbeiter zu finden. "Ausübende Funktionen zu besetzen ist problematisch." Wer sich zur Verfügung stellt müsse bereit sein, sich zu engagieren, müsse auf Menschen zugehen und kommunizieren können.

Heidi Deinlein konnte dies offensichtlich. Sie wurde im April 2015 VdK-Ortsvorsitzende. In ihrer dreijährigen Amtszeit gelang es ihr, die Mitgliederzahl um ein Viertel von 446 auf 558 zu steigern. "Man muss auf die Leute zugehen und das habe ich auch gerne gemacht", hatte sie im Frühjahr 2019 der Redaktion der Nordbayerischen Nachrichten gesagt.

Im Ortsverband Auerbach müsse sich der Vorstand um Veranstaltungen kümmern sowie Fahrten und Kaffeekränzchen organisieren. Zahlenmäßige Vorgaben würden nicht gemacht. "Jeder Ortsverband ist relativ frei in seiner Entscheidung, wie viele Veranstaltungen er macht", betont der VdK-Kreisgeschäftsführer. Darüber müssten die ehrenamtlichen Mitarbeiter entscheiden.

Nicht allen Mitgliedern gefällt, was die Verantwortlichen im Vorstand beschließen und durchführen. "Wer hier mitarbeitet, ist Anfeindungen ausgesetzt und braucht ein dickes Fell", betont Spies. Und er fügt hinzu: "Unter Umständen kriegt er hier Feuer, wenn es nicht passt." Der monatelang führungslose VdK-Ortsverband Auerbach sei in Bayern kein Einzelfall, weiß Spies.

Service wurde aufrecht erhalten

Die mit hauptamtlichen Mitarbeitern besetzte Kreisgeschäftsstelle Amberg-Sulzbach-Rosenberg, die derzeit für insgesamt 28 Ortsvereine und rund 9800 Mitgliedern zuständig ist, hat sich in den vergangenen Monaten um Verwaltung, Rechtsberatung und Rechtsvertretung der Auerbacher Mitglieder gekümmert. "Die Mitglieder konnten uns auch telefonisch und per E-Mail erreichen", sagt Spies. Zudem seien die Sprechstunden des VdK einmal im Monat im Bürgerhaus Auerbach weiter angeboten worden. 

HANS-JOCHEN SCHAUER

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Auerbach