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Sonntag, 19.01.2020

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Verein "Bündnis Zukunft Ahorntal" gegründet

Sie wollen neue Wege gehen: Grünen-Liste feiert Premiere im Ahorntal. - 05.12.2019 14:55 Uhr

Sonja Wohlfahrt (Mitte) ist Vorsitzende des neuen Vereins Bündnis Zukunft Ahorntal. Ihr Stellvertreter ist Marcel Adelhardt und Schriftführerin Inge Täuber. © Foto: privat


Fast hätte man die Drei-Tage-Frist vor der Nominierung nicht eingehalten und so wurde der Verein am Montagabend ad hoc gegründet, eine Infoveranstaltung dazu gab es einen Tag später. Die 49-jährige SAP-Beraterin Sonja Wohlfahrt wurde zur Vorsitzenden gewählt, ihr Stellvertreter ist Marcel Adelhardt (33) – Sekretär bei der IG Metall in Bamberg –, Schriftführerin wurde Inge Täuber (55) – Sekretärin an der Uni Bayreuth.

14 Interessierte waren am Dienstagabend ins Gasthaus Forster nach Pfaffenberg gekommen, um ihre Bereitschaft zur Kandidatur für den Verein zu signalisieren. "Ich will mich für die Zukunft im Ahorntal einsetzen", betonte Wohlfahrt, "wir müssen mehr miteinander reden. Das ist in der Vergangenheit untergegangen."

Seit den 80er Jahren sei er schon Grünen-Mitglied, sagte Albin Engelhardt-Friebe, lange Zeit das einzige im Ahorntal. "Ich wollte schon immer einen Ortsverband gründen", so der 61-jährige Schreiner, aber das habe nicht geklappt mangels Beteiligung. Deshalb sei er froh, dass mit Florian Questel jetzt ein grüner Bürgermeister gewählt wurde und ein Ortsverband gegründet wurde. Man müsse einen Schritt in Richtung mehr Ökologie machen, ist der Grund der Malerin Eva Thiele, sich für den neuen Verein zu engagieren. Elisabeth Zapf erklärte, dass sie sich bisher immer von ihren erwachsenen Kindern die Politik erklären ließ. Nun wolle sie aber selber aktiv werden. "Ich gehe mit vielen grünen Ansichten konform, aber manchmal gibt es doch eine andere Sichtweise", sagte sie. Deshalb wolle sie als Unabhängige kandidieren.

"Brauchen mehr Betten"

"Ich finde es gut, dass mal ein neuer Weg gegangen wird", sagte Marcel Adelhardt. In der Vergangenheit habe es viele Schlagzeilen über das Ahorntal gegeben, die es nicht verdient habe. "Wir müssen für die Sache kämpfen und eigene Belange hinten an stellen."

Adalbert Pfeufer erklärte, dass er sich schon seit vielen Jahren für den Tourismus im Ahorntal einsetze, Vorsitzender des Fränkische-Schweiz-Vereins und Wegewart war. "Wir sind prädestiniert dafür, aber brauchen mehr Betten", appellierte er. Das Potenzial sei da und die junge Generation brauche eine Perspektive.

Er habe nie geglaubt, dass das "tiefschwarze Ahorntal" mal einen grünen Bürgermeister bekomme, zeigte sich Questel immer noch erstaunt von seiner Wahl. Es sei vor seinem Amtsantritt viel spekuliert worden, aber es laufe gut, sei viel Zug aus dem Gemeinderat in der Arbeit. Aber es sei oft hart, den Einzelnen von den Punkten zu überzeugen. "Ich kann mir nie sicher sein, dass ich die Stimmen bei einem Beschluss safe habe", sagte er. Deshalb sei es ihm wichtig, jetzt eine starke grüne Liste aufzustellen und möglichst viele Kandidaten in den Gemeinderat zu bringen. Und: "Wir brauchen Unabhängige, die sich mit einem Stück grüner Ideologie identifizieren können." Deshalb sei er froh, dass sich jetzt der Verein gegründet habe.

FRAUKE ENGELBRECHT

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