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Vermisste Peggy soll Rundfunkbeitrag bezahlen

Mutter erhielt Schreiben vom Beitragsservice - Fernsehgebühren gefordert - 01.06.2014 16:04 Uhr

Die seit 13 Jahren vermisste Peggy Knobloch soll rückwirkend ihre Fernsehgebühren bezahlen (Archivbild). © Marcus Führer


In dem standardmäßig verfassten und verschickten Schreiben werden laut "Bild" die vierteljährlichen Fernsehgebühren von 53,94 Euro eingefordert und zwar rückwirkend bis zum Januar 2013. Der Brief sei direkt an "Frau Peggy Knobloch" adressiert, die allerdings vor 13 Jahren als Neunjährige verschwunden ist.

Erst im Mai wurde der Mordverdächtige Ulvi K. in einem spektakulärem Wiederaufnahmeverfahren freigesprochen, seit Jahren ist der Fall Peggy in den Medien präsent. Umso mehr verwundert das Vorgehen des Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Eine Sprecherin erklärt dies gegenüber der "Bild" mit der Masse an versendeten Schreiben: "Da geht keiner hin und googelt vorher den Namen, das ist ein Massengeschäft, um das kostengünstig zu halten". Allerdings wolle sich der Beitragsservice für den Brief entschuldigen.

Für Peggys Mutter ein schwacher Trost: "Ich hatte mich nach dem Prozess gerade wieder gefangen und nun so ein Schlag." sagte sie der "Bild". Ausschlaggebend für diese und ähnliche Schreiben sei aber die deutsche Bürokratie. Da sie ihre Tochter nie für tot erklären ließ, bekäme sie weiterhin an Peggy addressierte Post, zum Beispiel zur Europawahl oder von der Krankenkasse. 

mst

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