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Vertrockneter Brunnbach befeuert Brandschutz-Diskurs

Hainbronner Vize-Kommandant befürchtet Nachteile beim Löschen - 27.11.2018 09:00 Uhr

Nur noch einzelne Wassertümpel im Hainbronner Brunnbach: Dort kämpfen ein paar Bachforellen ums Überleben. © Frank Heidler


Ortstermin an der Brunnbachquelle, nahe beim evangelischen Gemeindehaus in Hainbronn. Trockenes Herbstlaub unter der Mini-Brücke. Der weitere Bachbettverlauf ist komplett zugewuchert mit noch grünem Schilfgras. Erstmalig seit fast 100 Jahren.

"Da sind noch ein paar Bachforellen drin, die kämpfen jetzt ums Überleben", so die Teichwirtin und Brunnbach-Anliegerin Margit Meister. Ihren kleinen Teich direkt am eigenen Wohnhaus hat sie — wie andere Hainbronner Teichwirte auch — längst vorzeitig abgelassen und die Forellen herausgeholt. "Die sollten eigentlich bis Weihnachten drin bleiben."

Geschlachtet und eingefroren

Jetzt wurden diese geschlachtet und eingefroren. Das war nach dem Hitzesommer 2003 schon einmal so. "Wenn es bis zum Frühjahr nicht besser wird, setze ich keine Fische mehr aus."

Schon seit Ende September gab es in Hainbronn — wie auch anderswo - keine nennenswerten Niederschläge. Meister: "Das waren ja nur zwei." Der Zulauf vom Brunnbach in die Weiher sei mit jedem Tag schwächer geworden und schließlich völlig versiegt. Zuletzt habe sie mit einem Wassersprudler für den nötigen Sauerstoffgehalt im Weiher gesorgt.

Schwerwiegende Nachteile für den Brandschutz befürchtet der Vize-Feuerwehrkommandant Schauer. "Ich wohne an der Pegnitztalstraße, da reicht das Wasser noch." Ganz im Gegensatz zu Reisach. Dort würde das Wasser im Brandfall knapp. Der "Erstangriff" erfolge aus dem Hydranten. "Da können wir maximal ein C-Rohr dran hängen." Das reiche aber nicht aus.

Nachteil für Reisacher

Für den zweiten Angriff sei das Ansaugen aus dem 300 Meter entfernten Brunnbach oder notfalls von der 600 Meter entfernten Pegnitz nötig. Auch die Topographie würde die Reisacher benachteiligen.

"Wir haben von Hainbronn nach Reisach einen Höhenunterschied von 30 Metern." Besonders gefährdet wäre das Anwesen von Pferdebesitzer Dr. Werner Hauer oder der Pferdehof Neukam in Reisach. Diese hätten im Gegensatz zu Hainbronn eine "erhöhte Brandlast".

Langjährig aktiv

Bei seiner Einschätzung der Lage verweist Schauer auf seine 30-jährige Praxis als Feuerwehrmann in Hainbronn.

Vehement widerspricht der Juragruppen-Geschäftsführer Hans Hümmer dieser Lagebeurteilung. "Wir haben über die Trinkwasserversorgung die fünfeinhalbfache Menge der gesetzlichen Vorgaben." Für Panik bestehe also keinerlei Anlass. Das bestätigte er auch der Feuerwehrführung, die am Montag bei ihm angefragt hatte. Gerade Hainbronn verfüge über ein "gigantisches Löschwasserreservoir."

Zum Beleg verwies er auf den Hainbronner Großbrand eines Anwesens vor zehn Jahren. Da seien beim Löschen in nur zwei Stunden 660 Kubikmeter Wasser verbraucht worden.

Mit ein oder zwei Feuerlöschkreiselpumpen könne das kostbare Nass von Hainbronn nach Reisach gepumpt werden. Gemäß Feuerwehrbedarfsplan erhält die Hainbronner Wehr im Jahr 2020 außerdem ein Löschfahrzeug mit einem 1000-Liter-Tank. Das Fahrzeug hatte der frühere Kommandant und jetzige Vize Schauer bereits im Jahr 2000 beantragt . . . 

FRANK HEIDLER

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