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Samstag, 15.08.2020

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Video mit Plecher Konfirmanden gedreht

Junge Gläubige aus Plech und Umgebung stellen sich mit ihren Sprüchen auf Postkarten im Internet vor. - 19.04.2020 17:06 Uhr

Pfarrer Christoph Weißmann (2. von rechts) hängt Postkarten in der Kirche auf. Währenddessen bereiten die Konfirmanden Maximilian Escher und Amelie Bock zusammen mit Kamerafrau Lisa Edelhäußer die Aufnahme vor.

© Foto: Klaus Trenz


"Ich habe mich gefragt: Was kann ich mit den Konfirmanden einbringen?", erklärt Weißmann eine Reihe von auf den ersten Blick ungewöhnlichen Maßnahmen. Wer in der vergangenen Woche die Markgrafenkirche St. Susannae in Plech besuchte, dem fielen als erstes die vielen Postkarten auf, die Weißmann in der ganzen Kirche aufgehängt hatte – 450, um genau zu sein. "Ich finde, dass es fantastisch aussieht. So schön war die Kirche noch nie", freut sich der Pfarrer. "Das erinnert mich an ein Haus voller Urlaubsgrüße." Tatsächlich stehen auf den Karten Bibelsprüche und christliche Motive.

Neben den Postkarten steht auch Weißmanns Idee für den eigentlich am Wochenende geplanten Konfirmations-Gottesdienst unter dem Motto "Starke Sprüche – Worte für’s Leben". Gerade in diesen Zeiten seien Ermutigungen wichtig. Deshalb nahm Weißmann am vergangenen Mittwoch einen Gottesdienst auf, in dem die Konfirmanden sich selbst und ihre Konfirmationssprüche vorstellten. Der Gottesdienst ist noch bis Mittwoch unter www.plech-evangelisch.de abrufbar.

Die Aufnahmen entstanden unter Einhaltung der geltenden Vorschriften: Jeder der 16 Konfirmanden bekam fünf Minuten zugeteilt, in denen er sich in der Kirche präsentieren konnte. Weißmann schnitt diese dann zusammen und strukturierte seinen Gottesdienst für Sonntag um das zehnminütige Video herum.

Bei den Konfirmanden scheint Weißmanns Idee gut anzukommen. "Ich finde es schön, dass man den Gottesdienst im Internet anschauen kann", sagt die 13-jährige Nele Sperber. Lieber wäre ihr dennoch die Vorstellung mit der Gemeinde gewesen: "Ich finde es in der Kirche immer schöner, weil man dann unter Menschen ist." Der zwölfjährige Moritz Bammler sieht das anders: "Es war ein bisschen komisch, aber auch gut. Wenn ich mich versprochen habe, konnten wir das einfach wiederholen. Vor einer voll besetzten Kirche hätte das nicht funktioniert."

Unsicherheit besteht nach wie vor bei der Frage nach dem schlussendlichen Konfirmationstermin. "Ich hatte mich sehr gefreut, aber irgendwann wird es ja nachgeholt", sagt Nele Sperber. Ärgerlicher ist das Ganze dagegen für Milan Wickles. "Wir hatten meinen Konfirmationsanzug schon gekauft", erklärt der 13-Jährige aus Reipertsgesee. "Jetzt wissen wir nicht, wann die Feier stattfindet und ob der mir dann noch passt. Wir haben viel Geld dafür ausgegeben."

Am gestrigen Sonntag ging das Video schließlich online. "Das ist das fünfte Mal", erklärt Pfarrer Weißmann. "Wir haben damit relativ früh in der Corona-Krise begonnen." Normalerweise gebe es bis Mitte der Woche rund 400 Zugriffe – bis Sonntagmittag seien es bereits über 350 gewesen. "Phänomenal" sei das, findet Pfarrer Weißmann. "Das scheinen deutlich mehr zu werden als sonst."

Auch die Postkarten seien bereits in der vergangenen Woche gut angenommen worden. "Jetzt, wo die Leute sie im Video gesehen haben, werden auch da noch einige wegkommen", sagt Weißmann. Die Idee sei nach wie vor die gleiche wie immer: "Wir wollen den Leuten Hoffnung geben."

JULIAN SEIFERTH

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