Viele Frauen legen in Auerbach Blumenteppiche für Fronleichnam

31.5.2018, 07:00 Uhr
Am Mittwoch haben sich viele Aktive getroffen, um die Blütenteppiche zu legen. Sie haben ihre Tricks, damit die Blüten frisch bleiben. Im Bild die Auerbacher Schulschwestern bei der Arbeit.

Am Mittwoch haben sich viele Aktive getroffen, um die Blütenteppiche zu legen. Sie haben ihre Tricks, damit die Blüten frisch bleiben. Im Bild die Auerbacher Schulschwestern bei der Arbeit. © Foto: Schulschwestern

In Welluck vor dem Dorfzentrum haben sich sieben junge Frauen im Alter von etwa 22 Jahren zusammengefunden, einige haben bereits fleißig Eimer voller Blüten mitgebracht. Welch ein Glück, dass am Wegesrand eine kleine Gruppe Margeriten wächst. So ist die Farbe "Weiß" noch schnell gepflückt. Dieses Jahr hat Lena Steger die Mädels organisiert, die ihr bei der Durchführung der Vorbereitungen für den Feiertag helfen. "Eigentlich macht das immer Julia Hoffmann, aber sie hat dieses Jahr keine Zeit", erklärt Steger. Es sei aber kein Problem für jemanden einzuspringen, da die Mädchen bereits seit ihrer Kindheit mit diesem Brauch vertraut sind.

"Früher wurden einfach die Kinder aus der Grundschule zusammengetrommelt, die dann beim Pflücken der vielen Blüten halfen", erzählt eine der jungen Frauen. Kinder sind heute nicht dabei, aber die KLJB-Mitglieder haben Spaß beim Pflücken und sie freuen sich auf das "Auflegen der Blüten". Da sie den Blütenteppich vor dem Altar der Marienapotheke erstellen, findet die Arbeit einen Tag vorher in der nahe gelegenen Garage der Apotheke statt. "Für die Blüten muss der Raum kühl sein, damit sie frisch bleiben", erklärt Steger.

Die Blüten werden auf ein Holzbrett gelegt, auf dem mit Kreide ein Muster vorgezeichnet wurde. Für dieses Jahr hat sich Steger ein Herz ausgedacht. Bei der Farbauswahl müssen die Mädchen flexibel sein, denn es gibt manchmal nicht genug Blüten in einer Farbe. Auf dem Teppich wird auch das Kürzel "KLJB Welluck/Nitzlbuch" für Katholische Landjugendbewegung, zu sehen sein.

Geheimes Muster

Auch die Schulschwestern von Unserer Lieben Frau kümmern sich um einen Blumenteppich: Seit mehreren Wochen bereiten sie die Blüten für ihr Kunstwerk vor dem Caritasheim an der Marienstatue vor. Die Novizinnen Schwester Hannah, Schwester Esther, Schwester Allojsia, Schwester Karla und Schwester Josefina sowie Schwester Bernadette wurden dieses Jahr mit der Auswahl für das Muster des Blütenteppichs beauftragt. Das Muster sei aber immer streng geheim, erklärt Schwester Lucilla.

Eigens für diese Vorgabe, werden die Blüten gesammelt. In den vergangenen Wochen konnte man Schwestern auf der Wiese vor dem Klostergebäude beim "Hahnenfußpflücken" beobachten. Das gelbe Sumpfpflanzengewächs eigne sich hervorragend wegen seiner auffälligen gelben Farbe. Jedoch wächst die Blütenpflanze zwei Wochen vor Fronleichnam. Deshalb wird sie vor dem Mähen der Wiese gepflückt und anschließend getrocknet. So behalten die Blüten ihre Farbenpracht.

Die jungen Frauen der Landjugend pflücken bereits seit ihrer Kindheit Blumen für den Blütenteppich.

Die jungen Frauen der Landjugend pflücken bereits seit ihrer Kindheit Blumen für den Blütenteppich. © Foto: Barbara Schuster

Mit viel Aufwand werden die Blütenblätter von den Blütenköpfen der verschiedenen Blumen, wie zum Beispiel der Margeriten, gezupft. Diese Aufgabe übernehmen meistens die älteren Schwestern, aber es helfe jeder wie er kann, um den prachtvollen Blütenteppich herzustellen.

Beim Frauenbund werden Blüten verwendet, welche die Gärten der Helfer hergeben. Diese verwenden gerne die Blüten des Rhododendrons, weil der meistens um die Zeit in den verschiedensten Farben leuchtet. Für dunkle Hintergründe werden die dunkelrot- bis braunfarbenen Blätter der Kirschpflaumenbäume gepflückt. Diese werden mit der Schere in Streifen geschnitten und dann flächendeckend aufgelegt. Es sind etwa 17 Helferinnen dabei. Sie legen den Teppich vor den Hauptaltar beim Rathaus. Dabei gibt es keine Vorgaben. Das Muster können sie selbst aussuchen, Inspiration finden sie auf Karten oder zum Beispiel auf den Messgewändern.

Bedeutung der Farben

Traditionell werden Blüten der Pfingstrosen, der Lupinen und die schlichten Blüten der blauen Kornblumen und der weißen Margeriten verwendet. Das "Weiß" symbolisiert die "Reinheit" und die "Vollkommenheit". Die klassische Rose hat eine besondere Bedeutung, denn sie steht für die Liebe, die "Nähe zum Himmel", und sie ist das Symbol für die "Überwindung allen Leidens".

Gerne nehmen die Aktiven Blumenspenden entgegen. Die lokalen Gärtnereien helfen aus, soweit vorhanden, wenn noch eine bestimmte Farbe im Muster fehlt.

Am heutigen Feiertag werden die Blumenteppiche ganz früh am Morgen vor den Altären platziert. Dann sollten sie bis mittags durchhalten. Regen sei eigentlich kein Problem und es gibt sogar den ein oder anderen Trick, die Blüten frisch aussehen zu lassen. Da hilft zum Beispiel Haarspray, um für die Stabilität zu sorgen. So können die Teppiche einige Zeit in den schönsten Farben leuchten.

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