Vier Eier im Pegnitzer Storchennest

15.5.2021, 15:55 Uhr
Die Pegnitzer Storchenliebhaber sind gespannt: „Wie viele der jungen Störche in den vier Eiern werden es schaffen?“ In etwa einem Monat soll es Klarheit geben.

Die Pegnitzer Storchenliebhaber sind gespannt: „Wie viele der jungen Störche in den vier Eiern werden es schaffen?“ In etwa einem Monat soll es Klarheit geben. © Foto: Annette Löhr

Die halbe Stadt bewegt derzeit eine Frage: Wie geht es den Störchen auf dem Hausdach von Thomas Koukal? Dieses Thema ist noch interessanter geworden, seitdem bekannt wurde, dass die gefiederten Dachbewohner Nachwuchs erwarten. Vier Eier hat die Storchenmama in ihr Nest gelegt. Und nun stellen sich alle Bürger die Frage: "Wie viele Jungstörche werden es schaffen, wenn sie geschlüpft sind?" In circa 25 Tagen wird es so weit sein. Bis dahin ist es aber noch ein beschwerlicher Weg für die symbolträchtigen Tiere.

Händlerin Annette Löhr war begeistert, als sie vor wenigen Tagen die Eier im Storchenhorst auf dem Anwesen von Thomas Koukal entdeckte – und das sogleich in der Facebook-Gruppe "Ich bin ein echter Pegnitzer" freudig kundtat: "Neues aus der Hauptstraße. Mit Freude können wir euch erzählen, dass wir vier Eier im Nest entdeckt haben. Jetzt drücken wir die Daumen und gönnen den Störchen die nötige Ruhe, die sie jetzt dringend brauchen."

Engagement für Umquartierung

Die Inhaberin des Ladens "Papierträume" hatte sich vor gut zwei Wochen vehement dafür eingesetzt, dass der Storchenhorst vom Kamin des Anwesens Rupp, wo sich die Tiere niedergelassen hatten, aus Sicherheitsgründen und in einer aufsehen-erregenden Aktion in ein neues Quartier auf das Hausdach von Thomas Koukal umquartiert wurden.


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"Ich hab‘ mich schon unglaublich gefreut, dass die Umsiedlung geklappt hat. Das ist ja gerade noch rechtzeitig geschehen. Genauso groß war meine Freude, als ich die Eier entdeckt habe", erzählt Löhr. Man sollte aber jetzt "den Ball flach halten", weil die nächsten Wochen entscheidend wären, wie viele Jungtiere überlebten. Das weiß natürlich auch der Landesbund für Vogelschutz (LBV), der von einer insgesamt erfreulichen Entwicklung berichtet.

Nach dem Rekordjahr 2020, in dem die ehrenamtlichen Horstbetreuer(innen) des LBV über 750 Storchenpaare in Bayern gemeldet haben, wird der Bestand von Meister Adebar im Freistaat auch heuer voraussichtlich weiter ansteigen. "Bei aktuell weit über 80 gemeldeten Neuansiedlungen von Storchenpaaren rechnen wir sogar mit einem neuen Rekord," berichtet Oda Wieding, die Weißstorchexpertin des LBV.

Markus Erlwein vom LBV in Hilpoltstein gibt die Brutzeit der Tiere mit 30 bis 32 Tagen an. Ist die Brut angesichts des Regenwetters und der kühlen Temperaturen der vergangenen Tage gefährdet? "Es ist immer ein Vabanquespiel, ob und wie viele Jungtiere es packen."


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So lange es regnet, sei es besser, wenn sie noch nicht geschlüpft sind. "Die Eier haben mehr natürlichen Schutz durch die dicke Schale."

Biologin Wieding erklärt: "Oft wird erst ab dem zweiten Ei gebrütet, so dass die ersten beiden Küken fast gleichzeitig schlüpfen. Bei Gelegen mit vielen Eiern ist oft festzustellen, dass die letzten Küken sich beeilen und teilweise schon nach 30 Tagen schlüpfen, damit sie vielleicht vom Größenunterschied her, also der Geschwisterkonkurrenz um die Nahrung, nicht abgehängt werden."

Nicht bewahrheitet hat sich die Annahme, dass es sich beim Pegnitzer Storchenpaar um zwei Jungstörche handelt. "Ganz sicher nicht", betont Erlwein. Ein Storch im ersten Lebensjahr sei dazu noch nicht in der Lage. Die Storchendame muss mindestens drei, besser vier Jahre alt sein", sagt der Experte.


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Das Männchen könne in Ausnahmefällen schon mit zwei Jahren für Nachwuchs sorgen. Thomas Koukal, Hausherr der Adebar-Familie, ist überzeugt, dass der männliche Storch höchstens zwei Jahre alt ist. Er hoffe, dass jetzt alles gut gehe und bald möglichst alle vier Jungstörche auf seinem Hausdach nach Futter schreien.

Auch Annette Löhr ist gespannt, wie sich die Brut entwickelt. "Jetzt heißt es abwarten, hoffen und beten für die Tiere."

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