Donnerstag, 01.10.2020

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Vierter Brunnen: Creußen bohrt nach Trinkwasser

Probebohrung des Wasserzweckverbandes Creussen war erfolgreich. Wasser lässt sich mischen. - 13.09.2020 10:55 Uhr

Der Creußener Bürgermeister Martin Dannhäußer (links) und Geräteführer Tim Schippel an der Probebohrung für den vierten Tiefbrunnen im Februar dieses Jahres.

© Foto: Archiv/Ralf Münch


Die Probebohrung war von Januar bis März nordöstlich von Creußen durchgeführt worden. Die Creußener Gruppe will ihr bestehendes Netz um einen vierten Tiefbrunnen ergänzen. Der Versuch bis in eine Bohrtiefe von 193 Metern war erfolgreich. Und auch die Pumpversuche lieferten ein positives Ergebnis; die Ergiebigkeit liegt bei etwa elf Litern pro Sekunde. "Wir haben auch den Einfluss auf den nächstgelegen Tiefbrunnen sowie die Quellschüttung in Tiefenthal untersucht", sagte Geologe Peter Schultheiß. Und keine Auswirkungen festgestellt. Die Quellschüttung habe sich zwar minimal verändert, das habe jedoch an der Witterung gelegen. Auch die Wasserqualität passe, sagte Schultheiß. Man habe pH-Wert, Leitfähigkeit sowie Temperatur überprüft und außerdem keine Schadstoffe im Grenzwertbereich, wie Uran, feststellen können. Eine Mischbarkeit mit dem Wasser aus den drei anderen Brunnen sei gegeben.

Auf Nachfrage von Verbandsmitglied Raimund Nols antwortete Schultheiß, dass sich klimatische Veränderungen wie auch Niederschläge erst spät auf die Entnahmemenge aus dem Tiefengrundwasser auswirken würden; anders als bei Grundwasser oder Oberflächenquellen.

Einen Puffer schaffen

Der vierte Brunnen wird nun gebaut und an das Netz der Creußener Gruppe angeschlossen. Die jährliche Entnahmemenge der bereits vorhandenen drei Tiefbrunnen liegt aktuell zwischen 280 000 und 300 000 Kubikmeter Wasser, jedoch läuft die wasserrechtliche Erlaubnis 2027 aus und der WZV rechnet damit, dass die bisherige Gesamtentnahmemenge reduziert werde. Mit einer der Gründe – wie auch die drohende Gefahr zurückgehender Wasserreserven – einen Puffer zu schaffen.

Andreas Baur vom Ingenieurbüro BaurConsult stellte den Verbandsmitgliedern anschließend das Gesamtkonzept mit Bauzeitplan und Kostenaufstellung für den Anschluss des vierten Tiefbrunnens vor.

Dafür müsste zunächst nach möglichen Trassen für eine Anschlussleitung an das Wasserwerk gesucht werden; am besten eigne sich eine Verlegung entlang öffentlicher Wege. Für die Rohwasserwasserleitung, Länge 2000 Meter, veranschlagt Baur 450 000 Euro. Dazu kommen der Bau eines sogenannten Brunnenabschlussbauwerks (150 000 Euro) – ein "Brunnenhäuschen" mit Elektro-, Mess- und Steuerungstechnik (50 000 Euro) und Pumpinstallation (50 000 Euro) – sowie ein Mittelspannungsanschluss und eine Trafostation (150 000 Euro) für die Stromversorgung; außerdem Nebenkosten in Höhe von 150 000 Euro. Inklusive Brunnenausbau (circa 450 000 Euro) habe der WZV mit Gesamtkosten von etwa 1,5 Millionen Euro zu rechnen. Bis zur Inbetriebnahme rechnet Ingenieur Baur mit etwa 1,5 Jahren.

Das Wasserwerk ist für die zusätzliche Kapazität ausgelegt; dort sind keine Umbaumaßnahmen notwendig.

BARBARA STRULLER

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