Dienstag, 22.10.2019

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Vom Radweg-Lückenschluss profitieren auch die Bauern

Trasse entlang der B470 wird auch für landwirtschaftliche Fahrzeuge ausgebaut - 25.05.2019 17:00 Uhr

Die B470 bleibt für landwirtschaftliche Fahrzeuge tabu. Sie können jedoch künftig einen Geh- und Radweg entlang der viel befahrenen Kraftfahrstraße nutzen. Die Planung ist angelaufen. © Foto: Brigitte Grüner


"Auf diese Art können wir mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen", sagte Bauoberrat Stefan Noll in der jüngsten Stadtratssitzung. Eine Trasse für den Fuhrpark der Landwirte hatte beim Bau der Strecke vor rund 40 Jahren offenbar niemand im Blick.

Ebenfalls fast 40 Jahre lang haben die Bauern immer wieder eine Öffnung der B 470 für den landwirtschaftlichen Verkehr gefordert. "Dieser Wunsch wäre wohl noch lange vergeblich geblieben", so Noll.

Schon vor etwa fünf Jahren hatte das Staatliche Bauamt Amberg-Sulzbach die Idee, einen breiten Geh- und Radweg neben der B 470 zu bauen. Die ersten Entwürfe wurden nun erarbeitet und den Stadträten vorgestellt. Die Planer haben drei mögliche Trassenführungen vorgeschlagen. Bei allen Alternativen ist eine Brücke über den Speckbach nötig, welche die Maßnahme nicht billiger macht. Je nach Zustand der vorhandenen Feld- und Waldwege müssen ein bis 1,5 Kilometer neu gebaut werden. Vorgesehen ist ein 3,5 Meter breiter asphaltierter Weg mit beidseitig geschotterten Banketten.

Die steigende Bedeutung des Radverkehrs im Berufs- und Freizeitverkehr mache den Lückenschluss zwischen der Kreisstraße AS 43 und der B 85 sinnvoll, so Noll. Für den neuen Radweg sollen vorhandene öffentliche Feld- und Waldwege genutzt oder ergänzt werden. Zuschüsse dafür können bei Bund und Land beantragt werden. Planung und Bau des Weges obliegen ebenso wie die Beschilderung dem Staatlichen Bauamt. Die Stadt bleibt für den Unterhalt zuständig, erklärte Noll.

Konkrete Kosten konnte der Bauoberrat noch nicht nennen. "Unter zwei Millionen Euro wird das Projekt nicht machbar sein", lautete die vorsichtige Prognose. Realistisch seien 75 Prozent Förderung. Auch die Gemeinde zahle einen Anteil. Wichtig sei jetzt, die Planung voranzutreiben und die bautechnisch beste Variante auszuwählen. Danach folgen die Grundstücksverhandlungen. Die Stadt habe mit den Eignern schon gesprochen, erklärte Bürgermeister Joachim Neuß. Viele signalisierten bereits Zustimmung. In der Diskussion bedauerte Bernd Scheller (Grüne) den Flächenfraß durch die neue Trasse, obwohl die B 470 daneben verläuft. Auch seien vielleicht Konflikte zwischen Radfahrern und Landwirten zu erwarten.

Gegenseitige Rücksichtnahme werde schon nötig sein, so Stefan Noll. Solche mehrfach genutzten Wege gebe es jedoch öfter. Die B 470 werde nie für landwirtschaftliche Fahrzeuge frei gegeben, war sich der Bauoberrat sicher. Die Nutzung der B 470 wäre die günstigste Lösung, meinte auch Josef Lehner (CUU). Wenn diese nicht möglich ist, mache die Trasse daneben wirklich Sinn. Die CSU begrüße die Maßnahme, sagte Sprecher Herbert Appl.

"Eine sehr gute Lösung"

Die Erweiterung des Radwegenetzes und mehr Sicherheit für den landwirtschaftlichen Verkehr seien eine sehr gute Lösung, betonte Holger Eckert (Aufschwung). Auch Dr. Edmund Goß (SPD) sprach sich für die Maßnahme aus. Das Projekt werde wohl frühestens 2021 anlaufen, vermutete Bürgermeister Neuß. Er freute sich, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge mittelfristig nicht mehr durch die Untere Vorstadt rollen, zumal diese als "Vitale Vorstadt" umgestaltet werden soll. Die Entwurfsplanung des Bauamtes wurde im Gremium einstimmig befürwortet. Laut Stefan Noll ist der künftige Weg bereits für die Fortschreibung des Radwegenetzes gemeldet.

AUERBACH. bg

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