Sonntag, 19.01.2020

|

Vom Schicksal schwer gezeichnete Menschen

NN-Aktion Schmücken & Helfen unterstützt Frauen, Männer und Familien, die in Not geraten sind - 06.12.2019 19:15 Uhr

Wolfram Münch (re.), Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Bayreuth, überreichte eine Spende aus dem Reinertrag des PS-Sparens an Thomas Knauber (li.). © Foto: Sparkasse


Das Geld dafür ist da, weil unsere Leser spenden, weil große Firmen wie die Kaiserbräu in Neuhaus, vfm in Pegnitz oder die Sparkasse Bayreuth und Klubert & Schmidt aus Pottenstein erhebliche Summen geben — und weil von der Hauptaktion der NN , „Freude für Alle“, immer ein namhaften Betrag dazu kommt.

Genauso kann jetzt in Auerbach einem Rentner geholfen werden, dem vor Kurzem beim Einkaufen seine Geldbörse aus dem Einkaufswagen gestohlen worden war. Alle seine Karten sind weg und müssen teuer neu beschafft werden. Er hat nur noch minimal Geld übrig. Der Diebstahl traf ausgerechnet einen Mann, der immer für andere da ist, der weitum Senioren unterstützt und der jeden Cent auf die Seite legt, weil er fast bedürfnislos leben will.

Unterstützt wird auch ein Rentner, der ähnlich karg lebt. Wer ihn sieht, glaubt nicht, dass sein Leben einmal komplett anders war: Reich, mit dem entsprechenden Stress, geprägt von langen Autofahrten zu Kunden und überlangen Arbeitstagen im Büro. Das hatte er sich alles aus dem Nichts aufgebaut, mit viel Charme, einer fröhlichen Grundhaltung und enormem Einsatz.

Aber dann kam eine späte Ehe. Sie lief gut, bis er alle seine Konten auch der Ehefrau geöffnet hatte. Plötzlich war sie weg. Und sein Geld mit. Heute ist der Mann krank. Er kann nur noch schwer laufen. Die Tage vergehen langsam in der sauberen, aber fast leeren kleinen Wohnung. Es war ein Bruch, ein Knick in seinem Leben, der auch gesundheitlich durchschlug. Diese Gesundheit — wie oft ist das Schludern mit dem Körper über Jahre hinweg der Grund für ein Elend im Alter.

Knauber besucht zum Beispiel immer wieder einen Mann, der es nicht schaffte, mit dem Rauchen aufzuhören. Jetzt muss er, weil es nicht mehr anders geht. Er ist praktisch ein Wrack. Nur im Innern, geistig, ist er noch fit. Aber sein wiegelähmter Körper verbittert ihn. Der frühere Humor wird zu Spitzen gegen das harte Leben: Kein Geld mehr für etwas im Kühlschrank, keine Hilfe von außen, Schikane von den Ämtern, keine Kraft zum Rausgehen. „Wie soll ich zum Arzt kommen? Sagen Sie mir das.“ Was früher war — sein Spaß an Autorennen, die Stammtische weit weg — ist versunken. Es bleibt nur noch tiefer Frust.

Geld als Grundstock

„Schmücken & Helfen“ hilft auch vielen Behinderten. Ihnen gibt das Geld den Grundstock für eine neue Brille oder für Winterschuhe. Oder sie machen sich eine andere Freude damit, für die es sonst nicht reicht. Dass sie überhaupt berücksichtigt werden, hebt ihr Selbstgefühl. Denn plötzlich blickt man nicht auf sie herab oder schaut weg, sondern denkt an sie.

Thomas Knauber hat in all den Jahren schon so viele Behinderte besucht, so viele pflegende Eltern getroffen, dass er immer wieder eins lernt: Jeder, der gesund ist, kann sich extrem glücklich schätzen. Und jeder, der niemanden pflegen muss, genauso. Denn er hat seine Freizeit voll für sich.

INFO: Wenn Sie für „Schmücken & Helfen“ auch etwas geben möchten, können Sie es direkt tun, indem Sie Ihren Betrag bei „Papierträume“ oder „Schreibwaren Wöckel“ in der Hauptstraße 59 in Pegnitz abgeben. Oder sie überweisen etwas an „Freude für Alle“, Konto DE 62 7735 0110 0038 0645 72 bei der Sparkasse Bayreuth.

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz