12°

Freitag, 18.10.2019

|

zum Thema

Vor 50 Jahren hatte die Amag volle Auftragsbücher

Die schwierige Personalsuche in einem Boomjahr für die regionale Wirtschaft trieb auch den Pegnitzer Pumpen- und Armaturenhersteller um. - 30.08.2019 22:07 Uhr

1969 war er Amag-Werkleiter: Oberingenieur Konrad Lang vor der Baustelle der neuen Werkhalle. © Foto: NN-Archiv/Horst Liebler


Um die Vertragsverpflichtungen einhalten zu können, sucht das Werk dringend 30 männliche Arbeitskräfte. Aller Voraussicht nach werden im Herbst weitere 40 bis 50 Mitarbeiter benötigt.

Bilderstrecke zum Thema

KSB erlebte vor 50 Jahren mit der Kernkraft regelrechten Boom

Prächtig liefen die Geschäfte für die KSB vor 50 Jahren, als im Auftragseingang Steigerungsraten von 20 Prozent gemeldet wurden. Zur Verstärkung der Belegschaft von damals über 2000 Beschäftigten wurden deshalb nicht nur jede Menge neue Arbeitskräfte gesucht, es wurde auch kräftig investiert, unter anderem in eine neue Halle für die Fertigung von bis zu 15.000 Warmwasserpumpen pro Monat. Große Hoffnungen setzte die Werksleitung auch in die Produktion von Armaturen für Kernkraftwerke, ein Geschäftszweig, der inzwischen weitgehend zum Erliegen gekommen ist. Erhebliche Mittel wurden auch in die Modernisierung der Gießerei und in technisches Gerät investiert.


Angesichts der angespannten Situation, offene Arbeitsstellen besetzen zu können, findet die Amag-WerksIeitung das Suchen der Stadt Pegnitz nach einem Ersatzbetrieb für die geschlossene Zeche "Kleiner Johannes" befremdend.

"Es müsste doch Interesse daran bestehen, erst einmal die ortsansässigen Betriebe mit Personal zu versorgen", sagte Personalchef Henke. Im übrigen wies er mit Nachdruck alle Vorwürfe zurück, wonach die Amag versuche, die Ansiedlung eines weiteren Industriebetriebes in Pegnitz zu hintertreiben. Die Amag habe nach der Zechenschließung alles getan, um den Arbeitslosen eine neue Erwerbsquelle zu erschließen.

Die Motorenwicklerinnen in der Amag hatten vor 50 Jahren alle Hände voll zu tun. © Horst Liebler


Das Pegnitzer Werk war zu der Zeit dabei, ein neues Fabrikgebäude mit einer Nutzfläche von 3000 Quadratmetern zu errichten. Die vom Pegnitzer Architekten Wunibald Glückstein entworfene Halle sollte im Frühjahr 1970 bezugsfertig sein.

Die steigende Nachfrage nach Spezial-Warmwasserpumpen, die Produktion lag damals bei 10 000 Stück pro Monat und sollte auf 15000 erweitert werden, hat das Werk zu der Baumaßnahme veranlasst.

Zudem wpllte die Amag ein Spezialgebiet ihrer Produktion, die Fertigung von Armaturen für Kernreaktoren, ausbauen. "Auf diesem Sektor wollen wir uns stark machen", erklärte Werksleiter Oberingenieur Konrad Lang.

Große Summen investiert

Zur Sicherung der Arbeitsplätze und Modernisierung des Betriebes hat die Amag damals beträchtliche Summen Kapital investiert. So wurde die Gießerei-Schmelzanlage von Koks- auf Elektroöfen, die pro Monat eine Dreiviertelmillion Kilowatt Strom verbrauchen, umgestellt. Die Qualität der Produktion ist damit laut Amag-Angaben wesentlich erhöht worden.

Außerdem brachte diese Methode bessere Arbeitsbedingungen mit sich: die Schmutzentwicklung ist weitgehend beseitigt. Nach Angaben von Oberingenieur Konrad Lang sollte die Entlüftung in der Gießerei noch zusätzlich modernisiert werden.

jp

Seite drucken

Seite versenden



Um selbst einen Kommentar abgeben oder empfehlen zu können, müssen Sie sich einloggen oder sich zuvor registrieren

Ihr Kommentar

Ihr Kommentar:

Bitte beachten Sie unsere Netiquette.

weitere Meldungen aus: Pegnitz