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Vor 50 Jahren: Omnibushalle stürzte unter Schneelast ein

Im Februar 1970 wurde die Betzensteiner Firma Seitz & Stöhr von Naturereignis schwer getroffen - 13.02.2020 10:47 Uhr

Ein 50 Zentimeter starke Schnee- und Eisschicht ließ im Februar 1970 eine Omnibushalle in Betzenstein einstürzen. Die untergestellten Fahrzeuge wurden schwer beschädigt. © Claus Volz


Fast der gesamte Fahrzeugpark der Firma Seitz und Stöhr wurde in der Nacht durch ein schweres Unglück zerstört. Gegen vier Uhr brach bei einem Schneesturm plötzlich das Dach der riesigen Bushalle in sich zusammen und begrub drei große Omnibusse, einen Kleinbus, einen Personenwagen und zwei Lastwagen unter sich.

Der Schaden war am Tag danach noch nicht abzusehen, doch reichten die Schätzungen bis weit über 200 000 Mark. Wenige Tage vorher waren schon Scheunen in Gößweinstein und in der Straße „An der Windmühle“ in Betzenstein unter der Schneelast in die Knie gegangen.

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1970: Hallendach begrub Busse und Lastwagen unter sich

Anders als heute, da eher Stürme und Starkregen teils enormen Schaden anrichten, bereiteten früher eher ausgiebige Schneefälle große Probleme. So etwa vor 50 Jahren, als es Frau Holle zu gut meinte und über einen halben Meter weiße Flocken vom Himmel rieseln ließ. Als diese Auflage beim darauffolgenden Tauwetter auf den Dächern zu schwer wurde, stürzten in der Fränkischen Schweiz mehrere Gebäude ein. Waren zunächst nur Schuppen und Scheunen in Gößweinstein oder Betzenstein betroffen, so begrub Mitte Februar 1970 das einstürzende Hallendach bei der Firma Seitz & Stöhr in Betzenstein mehrere Omnibusse, Lastwagen und Personenwagen unter sich. Der Schaden war mit über 200.000 Mark für die damalige Zeit enorm. Fotos: Claus Volz


Willi Stöhr erwachte frühmorgens gegen vier Uhr an einem Bersten. Als er zum Fenster hinausschaute, musste er zu seinem Entsetzen feststellen, dass das gesamte Hallendach wankte, dann mit Donnergetöse in sich zusammenstürzte und die Fahrzeuge unter sich begrub.

Die Halle zeigte sich in den frühen Morgenstunden, als ob eine Bombe explodiert wäre. Streben der Nagelbinder-Dachkonstruktion hingen kreuz und quer durcheinander, die Welleternitplatten waren zerfetzt, die Dächer der Busse völlig zusammengedrückt und ein Großteil der Fahrzeugfenster zersprungen.

Schon wenige Stunden nach dem Unglück begannen die Aufräumungsarbeiten. Bald stellte sich heraus, daß die tonnenschwere Schneelast - auf dem Dach lag sie als dicker Eispanzer 50 Zentimeter hoch - die Konstruktion bersten ließ. Weiter zeigte sich, dass die Schäden schwerer waren, als man ursprünglich angenommen hatte. „Mindestens 200 000 Mark“, schätzte Willi Stöhr den Schaden an den Fahrzeugen. Völlig zusammengedrückt wurde unter anderem auch ein nagelneuer Mercedes 220 im Wert von 13.000 Mark.

40 Arbeiter und 200 Schulkinder warteten am Tag danach vergeblich auf die Busse der Firma Stöhr. In aller Frühe hätten sie weggefahren werden müssen. Besonders bedauerten dies die Schulkinder, denn für sie fiel der Fasching in der Betzensteiner Volksschule aus. Doch einen Tag später konnte die Firma Seitz und Stöhr schon Ersatzbusse besorgen, so dass der Arbeiter- und Schulbusverkehr wieder ohne Unterbrechung abgewickelt werden konnte. 

rr/vz

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