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Vor 50 Jahren traf ein Felssturz die Stempfermühle

Konditorei des Ausflugslokals wurde total zerstört - Im Inneren sah es aus wie nach einem Erdbeben - 30.04.2019 23:45 Uhr

Im Innneren des Konditorei-Gebäudes an der Stempfermühle sah es nach dem Felssturz aus wie nach einem Erdbeben. © NN-Bildarchiv


Gegen Mitternacht wurde der Pächter der Stempfermühle, Leo Langer, durch einen orkanartigen Sturm aus dem Schlaf gerissen. Plötzlich hörte er ein starkes Getöse und Klirren. Ein mehrere Tonnen schwerer Felsbrocken war auf das in den Hang gebaute Nebenhaus gestürzt. Durch die Wucht des Aufpralls wurde das ganze Gebäude rund zehn Zentimeter nach vorne geschoben.

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1969: Konditorei-Gebäude musste nach Felssturz abgerissen werden

Die Felsen in der Fränkischen Schweiz sind schön, aber auch gefährlich. Deutlich zeigte dies ein Felssturz vor 50 Jahren, als als Konditorei-Gebäude an der Ausflugsgaststätte Stempfermühle nahe Behringersmühle total zerstört wurde. Das Gebäude musste schließlich abgerissen werden.


Die schwersten Schäden richtete der Felsbrocken auf der Westseite an. Das Mauerwerk wurde zusammengedrückt, die Fenster aus den Rahmen gesprengt und das Dach schwer beschädigt. Das Gebäude war so verzogen, dass sich nicht einmal mehr die Haustüre öffnen ließ.

Im Innern des Hauses sah es aus wie nach einem Erdbeben. Der Backherd und ein elektrischer Herd waren nicht mehr zu gebrauchen. Das Dachgeschoss war als Schlafzimmer für das Personal ausgebaut. Zum Glück befand sich zur Zeit des Unglücks niemand im Haus.

Es wurde vermutet, dass ein durch den Orkan entwurzelter Baum auf den Felsen gestürzt ist und diesen dadurch losgelöst hat. Auf seinem steilen Sturz nach unten wurde alles, was im Weg stand, zerschmettert. Ein genau über dem Haus angebrachter Steinfang wurde wie von einer Riesenfaust zusammengeschlagen, die Stämme wie Streichhölzer geknickt. Genau auf dem Wanderweg nach Gößweinstein kam der Brocken zum Liegen. Wie zum Hohn brach er zuletzt ein Warnschild „Vorsicht Steinschlag" um.

Da sich das Haus im Besitz der Marktgemeinde Gößweinstein befand, wurde eine Gemeinderatssitzung in die Stempfermühle einberufen. Dabei wurde über weitere Maßnahmen beraten. Dabei gab es ein großes Problem zu lösen: der Pächter hatte für die kommende Saison keinen Raum zur Verfügung, in dem er seine Konditorei unterbringen konnte. Rasche Hilfe war not- wendig.  

go/rr

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